Sunday, August 6, 2023

DIE GRABLEGUNG DER ANTHROPOSOPHISCHEN GESELLSCHAFT UND IHRE MÖGLICHE AUFERSTEHUNG


Ankündigung der Stiftung Verlag Willehalm Institut für

Anthroposophie als Gralsforschung, Königliche Kunst und Sozialorganik[1]

Amsterdam, den 6. August 2023 – Am Samstag, den 12. August vom 15 -17 Uhr wird im Herbert Witzenmann Zentrum, gelegen gegenüber dem Südeingang des Goetheanumbau in Dornach, Robert Jan Kelder, Gründer des Willehalm Instituts zu Amsterdam einen Vortrag im Rahmen der Jahrhundertfeier der Weihnachtstagung halten und zwar unter dem Titel „Die Grablegung der Anthroposophischen Gesellschaft und ihre mögliche Auferstehung". Der Vortrag mit anschließend Möglichkeiten zum Gespräch wird eine Woche später am 19. August am selben Ort und Zeitpunkt auf Englisch gehalten unter dem Titel „The Entombment of the Anthroposophical Society and Its Possible Resurrection". 

Dies wird nun das zweite Mal sein, dass das Willehalm Institut eine Initiative im Herbert Witzenmann Zentrum entfalten kann, denn im Jahre 2018 hat es da im Rahmen der damaligen Weihnachtstagung am Goetheanum  schon eine „freie Arbeitsgruppe“ organisiert unter dem Titel  Die Weihnachtstagung als eine zeitgeschichtliche Metamorphose des Mysteriums von Golgotha und ihre Verwirklichung als ewige Aufgabe“, wovon die Ankündigung auch auf English hier zu lesen ist. Der Vortrag wird nicht nur daran anschließen, sondern auch an den jährlichen Anträgen bzw. Anliegen an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophische Gesellschaft, die Kelder seit 2018 gestellt hat[2] sowie an seinen Artikel und Brief über dieses zentrale Thema der Weihnachtstagung.[3]

Der letzte Artikel in dieser Reihe war einen „Kurzen Diskussionsbeitrag an die drei von der Sektion für Sozialwissenschaften am Goetheanum im Juni, November 2023 und Februar 2024 geplanten Wochenende-Tagungen über ‚Die Konstitution der (Allgemeinen) Anthroposophischen Gesellschaft‘ unter dem Gesamttitel ‚Ein geistig-soziales Kunstwerk im Werden‘. Der letzten Teil III „Was werden will“ dieses Artikels, der auch für die Teilnehmer der Wochenendetagung vom 16.-18. Juni ausgelegt wurde, lautete wie folgt:

Wir sind also als Mitglieder nicht, wie manche behaupten, in der verkehrten Gesellschaft geraten, sondern eben in der Richtigen, nur dass deren sozialorganischen Leiblichkeit ernsthaft geschädigt, ja verletzt wurde, die deswegen wiederherstellt werden soll um somit als die Organisationsform zur Vorbereitung des neuen Christentums der 6. Kulturepoche zu dienen. Von dem Aufgreifen dieser Aufgabe wird es abhängen, ob nun die Jahrhundertfeier eben eine Feier wird oder ein Trauerspiel.“

Nun, der Vortrag am 12. August wird aber keine lautere Wiederholung des oben Dargestellten sein (das würde wegen dem Umfang auch gar nicht möglich), sondern wird versuchen darzulegen, was erst vor Kurzem deutlich wurde, und das ist Folgendes: 

Im Jahre 2022 wurde die „Chronologie zum Konstitutionsgeschehen der Anthroposophischen Gesellschaft nach Dokumenten“ als Arbeitspapier der vom u.a. Vorstandsmitglied Justus Wittich und vom Leiter der Sozialwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum, Gerold Häfner imitierten und geleiteten Arbeitsgruppe von Experten[4] zur sog. Konstitutionsfrage der ordentlichen Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft vorgelegt. In dieser Chronologie wird nun offiziell, d. h. vom Goetheanum aus festgestellt, dass wir eben nicht Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft der Weihnachtstagung sind, denn dies ist, wie Gerold Häfner in seinem Einleitungstext in zur ersten von drei Tagungen im Juni geschrieben hat, eine fromme „Illusion“. Nein, wir sind nach der zog. Zwei-Gesellschaften Theorie seit der Weihnachtstagung 1925 übergegangen in der als Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am 8 Februar 1925 umbenannten Goetheanum Bauverein, und seitdem existiert die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung nicht, denn sie hat z. B. nie mehr eine Jahresversammlung abgehalten.

Nun hat die Generalversammlung 2022, nachdem sie meinen Antrag dem Vorstand keine Décharge zu erteilen abgelehnt hat, dem Vorstand wohl Décharge erteilt, was also heißt das nicht nur die finanziellen Angelegenheiten der Gesellschaft, sondern auch die geistige Arbeit des Vorstands genehmigt, zugestimmt wurde, somit auch das Arbeitspapier, worin die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung eben als nicht existent festgestellt, abgeschafft wird. Damit hat also die Generalversammlung, ohne eigentlich zu wissen was sie mit der Déchargerteilung bewirkt hat, die Grablegung der Anthroposophischen Gesellschaft auf ihrem Gewissen genommen.

Die Chronologie der Arbeitsgruppe hat aber zwei Fragen offengelassen, die Frage nach der Identität der Anthroposophischen Gesellschaft (Verein im Rechtsleben oder freie Gesellschaft im Geistesleben) und Frage nach der zog, „einheitlichen Konstituierung“. Der Grablegung der Anthroposophische Gesellschaft kann eine Auferstehung folgen, wenn erstens eingesehen wird, dass die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft eine Zwei-einheit ist, also sowohl Verein im Rechtsleben als physischer Leib als auch freie Gesellschaft als eine Art Etherleib, beide idealiter überstrahlt von der himmlischen, anthroposophischen Bewegung und wenn zweitens auf diese Erkenntnisgrundlage endlich einen Anfang gemacht wird mit der Widerherstellung der 15 Statuten der Weihnachtstagung als der Form, welche die anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht.

Dies soll an Hand des Werkes von Herbert Witzenmann, wie von Reto Andrea Savoldelli und Richard Weinberg am 12. August versucht werden darzustellen. Der Vortrag wird möglicherweise aufgenommen und auf YouTube gesetzt. Eine Ankündigung des englischen Vortrags am 19. August folgt demnächst.  



[1] Für die Statuten, Präambel, Ziele und Aktivitäten der Willehalm Stiftung siehe hier. Für weiter Aktivitäten usw. des Willehalm Instituts siehe hier.

[4] Unter diesen Experten gab es sowohl Anthroposophen und Alt-Anthroposophen, und der Schreiber dieses Textes, dessen Beiträge, gegen dem Versprechen, nicht honoriert wurde. Siehe den Brief 1. Im Fußnoten 3.

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