Tuesday, February 25, 2020

„DAS NEUE CHRISTENTUM WOLLEND IN LIEBE DER WELT VERBINDEN ZUR GESUNDUNG VON MENSCH UND ERDE“ - Antrag von Robert Jan Kelder an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft vom 2. bis 5. April 2020 am Goetheanum [verlegt auf Ende Oktober]



Zur zeit- und geistgemäßen Widerherstellung der Form, welche die anthroposophische Bewegung oder das neue, wahre Christentum zu ihrer Pflege braucht  als Vorbereitung für das nächste, sechste Kulturzeitalter möge die Generalversammlung beschließen ein gesamtgesellschaftlicher Prozess der erforderlichen Bewusstseinsbildung und Sozialgestaltung im Gang zu bringen bzw. zu unterstützen, welcher im Rahmen der Jahrhundertfeier 2023  zur Entflechtung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in drei Unterabteilungen führen soll, nämlich die Anthroposophische Gesellschaft, deren Administration und die Administration des Goetheanum-Baues.
Da die Konstitution der Landesgesellschaften die Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft nicht widersprechen darf, möge die Generalversammlung ebenfalls beschließen sie anzuregen, dass diese Wiederherstellung der Form, welche die anthroposophische Bewegung oder das neue Christendom zu ihrer Pflege braucht, auch durch sie, so nötig, im Angriff genommen werde.


BEGRÜNDUNG

Mit der Weihnachtstagung 1923 am Goetheanum wurde von Rudolf Steiner beabsichtigt „der Anthroposophischen Gesellschaft eine Form zu geben, wie sie die anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht.“ (Nachrichtenblatt vom 13. Januar 1924, GA 260a, S. 27).
            Dass nun mit „anthroposophische Bewegung“ Rudolf Steiner eben „das neue Christentum“ gemeint hat, erläutert er u.a. am 18. Juli 1924 zu Arnheim im ersten seiner drei Vorträge über das Karma der anthroposophischen Bewegung und der Anthroposophischen Gesellschaft in Bezug auf den Michael-Kultus in der geistigen Welt (GA 240, S, 145): "Was mit dem 20. Jahrhundert hier auf der Erde sich vollzieht als das Zusammenströmen einer Anzahl von Persönlichkeiten zu der Anthroposophischen Gesellschaft, das hat sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dadurch vorbereitet, daß die Seelen dieser heute verkörperten Menschen, die da in großer Anzahl zusammenströmen, im Geistigen vereinigt waren, als sie noch nicht in die physisch-sinnliche Welt herabgestiegen waren. Und es ist dazumal in den geistigen Welten von einer Anzahl von Seelen, zusammen wirkend, eine Art von Kultus gepflegt worden, ein Kultus, der die Vorbereitung für diejenigen Sehnsüchten war, die in den Seelen aufgetreten sind, welche in Leibern jetzt zur Anthroposophischen Gesellschaft zusammenströmen. Und wer die Gabe hat, die Seelen in ihren Leibern wiederzuerkennen, der erkennt sie, wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit ihm zusammen gewirkt haben, als in der übersinnlichen Welt hingestellt worden sind mächtige kosmische Imaginationen, welche dasjenige darstellen, was ich nennen könnte: das neue Christentum. Da waren - wie jetzt hier in Leibern auf Erden - die Seelen vereinigt, um sich aus dem, was ich die kosmische Substantialität und die kosmischen Kräfte nennen möchte, in Realität dasjenige zusammenzufügen, was in mächtigen Bildern kosmische Bedeutung hatte und was der Vorklang desjenigen war, das sich hier als Lehre, als anthroposophisches Tun auf der Erde vollziehen soll […] Aber alles, was so als Seelen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammengeströmt  war,  um  das  vorzubereiten,  was  auf  der  Erde  anthroposophische Bewegung werden sollte, alles das bereitete im Grunde genommen  dasjenige  vor,  was  ich  immer  wieder  genannt  habe:  die Michael-Strömung,  die  im  letzten  Drittel  des  19. Jahrhunderts  aufgetreten ist und  die den  bedeutendsten  geistigen Einschlag  in der  neueren Entwickelungsströmung der Menschheit bildet. Michael-Strömung: Michael  die Wege  vorzubereiten  für sein  irdisch-himmlisches  Wirken - das  war  die Aufgabe der  Seelen,  die da  zusammen waren."

Dass nun die früher Prinzipien und jetzt Gründungsstatut genannten Statuten der Weihnachtstagung eben genau die Form haben, welche die anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht, dass zudem mit der Weihnachtstagung  ein neues Zivilisationsprinzip als die Form für dieses neue Christentum, die Sozialorganik inauguriert  wurde, die überall auf der Erde mit der nötigen moralischen Intuition, Phantasie und Technik verwirklicht werden kann, dass ferner die dynamische Dreigliederung des Gründungsstatuts mit den drei Versen der Grundsteinmeditation über das Geist-Erinnern, Geist-Besinnen und Geist-Erschauen zusammenhängen, und dass schließlich dieses Gründungsstatut das ideelle Ebenbild des Menschheitsrepräsentanten darstellt, all dies hat das ehemalige Vorstandsmitglied Herbert Witzenmann u.a. in seinen zwei Sozialästhetischen Studien  Die Prinzipien der AllgemeinenAnthroposophischen Gesellschaft als Lebensgrundlage und Schulungsweg (Dornach, 1984)[1] und Gestalten oder Verwalten – RudolfSteiners Sozialorganik/ Ein neues Zivilisationsprinzip (2. Auflage, Dornach 1986)[2] herausgeforscht,  oder ist daraus abzuleiten.  Darauf wurde schon hingewiesen in meinem (verhinderten) Antrag an die Generalversammlung am Goetheanum vom Jahre 2018„Über Trümmern Vertrauen – Zum Wiedergewinn des realen Bodens worauf wir bauen können“, in meinem Text für die Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung“ im Herbert Witzenmann Zentrum „Die Weihnachtstagung als eine zeitgeschichtliche Metamorphose des Mysteriums von Golgotha und ihre Verwirklichung als ewige Aufgabe und in meinem Antrag an die Generalversammlung 2019 „Zur Befreiung vom gemischten König am Goetheanum  und Reetablierung der Anthroposophischen Gesellschaft“. Darum begrenze ich mich hier auf ein Zitat und eine Zeichnung aus dem Prinzipien-Aufsatz (auf S. 12 ff.) in der Hoffnung, dass man selber diese Studie die Aufmerksamkeit gibt, die erforderlich ist um die tiefere Begründung dieses Antrags zu verstehen und eine Erneuerung des Weihnachtstagungsimpulses der Anthroposophischen Gesellschaft einzuleiten:
            „Eine freie Gemeinschaft kann keine ‚juridische Person‘, kein personifiziertes Organisationssystem sein. Sie kann nur als eine überpersönliche Realität eines gemeinsam freien Bewusstseins bekunden, wie es in einer Erkenntnisgemeinschaft zu bilden vermag, die sich eines Erlebnisspielraums zwischen Geistes- und Sinnenwelt bewusst ist. Überpersönlich bedeutet hierbei nicht die Auslöschung individueller Bewusstheit und Selbständigkeit in einer Realität anderer Art, sondern das gemeinsame Bewusstsein im gleichen Erkenntnisstreben Vereinter, welche des Anwesend werden eines zwar gleichen, doch nur im individuellen betätigten Erleben eines geistigen Inhalts erfahren wird.
            Eine solche Einheit des Esoterischen und Exoterischen, des Universellen und des Individuellen, die durch eine rhythmische Mitte verbunden sind, kann ihre volle Wirklichkeit in einer Gemeinschaft erst seit der Begründung des Christentums finden. Denn erst durch die Veröffentlichung des Mysteriengeheimnisse von der Inkarnation des Geistigen und Transsubstantiation des Physischen in einem gottmenschlichen Lebenslauf ist es möglich geworden, dass Inneres und Äußeres, Mysterium und Öffentlichkeit Offenbarungen des gleichen Wesens sind. Daher ist jede moderne Gemeinschaft, die sich in freier, individueller Wachheit den Stil ihrer äußeren Erscheinung bildet, eine christliche. Sie kann nicht programmatisch oder dogmatisch auf Prinzipien ihrer Existenz festgelegt und gelöbnishaft verpflichtet, sondern nur zu dem sich stets erneuernden Bewusstsein der fortwährend und fortschreitend zu vollbringenden Aufgabe ihrer Selbstverwirklichung aufgerufen und ermutigt werden. Daher müssen die Prinzipien einer christlich-modernen Gesellschaft dynamisch-rhythmische  Ausstrahlungskraft besitzen.
            Eine wahrhaft moderne Gesellschaft wird sich also in dreigegliederter Gestalt, als der rhythmische Prozess der Verbindung zweier Polaritäten durch eine Mitte darstellen. Diese  Dreigliedrigkeit wird in der äußeren Erscheinung der Prinzipien sofort sichtbar, wenn man sich zum Verständnis bringt, worauf die in einer Zickzacklinie aufgezeichnete Zahlenreihe hindeutet.

Eine zusätzliche Quelle für die tiefere Begründung dieses Antrags, worauf ebenfalls in den früheren Anträge hingewiesen wurde, ist nun das anthroposophische Werk von Valentin Tomberg, insbesondere sein Buch Anthroposophische Betrachtungen über das Neue Testament. Im 2. Kapitel dieses Buches  „Die Auswirkungen der Versuchung in der Erdenmission Jesu Christi  und im Schicksal der Menschheit“ wird im 3. Teil „Die Verwandlung der äußeren Folgen des Sündenfalls der Menschheit durch Christus“ an Hand der philosophischen und mystischen Bücher Rudolf Steiners einen wirklichkeitsgemässen Begriff vom dem Wesen des „Reiches Gottes“, von den „Wundern“ des Christus Jesus und von der großen Idee der Gottesfreundschaft geschaffen (auf S. 47 ff.):     
            „Will man in der Gegenwart nicht bei einer allgemeinen Empfindung bleiben, sondern einen wirklichkeitsgemässes Begriff des Wesen des Reiches Gottes und der Wunder des Christus Jesus schaffen (welcher Begriff dann – wie jeder geistgemässe, aktiv-erarbeitete Begriff zu einem Fenster in die geistige Wirklichkeit werden kann), so kann man diesen Begriff an Hand der Schriften Rudolf Steiners erarbeiten, die seinen anthroposophischen Veröffentlichungen vorangingen. Arbeitet man z. B.  Rudolf Steiners Mystik (GA 7) durch und fragt sich, nachdem der Faden der Schilderung und des Gedankenganges klar vor Augen steht: was wollte Rudolf Steiner durch die Schilderung der Mystik sagen? – so leuchtet die zentrale Idee dieses Werkes auf, die dort in mancherlei Form immer wieder ausgesprochen wird, nämlich die große Idee der Gottesfreundschaft […] Ihr Wesen trifft man doch, wenn man sagt, dass die Aufgabe des Menschen darin besteht an dem Punkt, wo das Geschaffene, das Fertige der Welt aufhört, aktiv einzugreifen und den unvollendet gebliebenen Vorgang weiterzufuhren. Dann übernimmt der Mensch die Forstsetzung des Schöpfungswerkes Gottes und wird dadurch selbst zu einem bewussten Mitarbeiter, zum Freund Gottes […] Man kann auch mit anderen Worten sagen: die fertige Naturreiche – und auch das Menschenreich, wie es geworden ist – sind da, aber der Mensch kann ein weiteres, noch nicht verwirklichtes Reich verwirklichen – das Reich Gottes.“[3]

Wie nun der Mensch dies durch die göttliche Magie, von dem schon Paulus in den "Handelungen"  im Neuen Testament spricht, vermag zu vollbringen, wird in den folgende Teilen und Kapitel dieses Buches von Valentin Tomberg beschrieben. Wenn man dies und die vorigen Gedankengänge mitvollziehen kann, ist es nur ein „kleiner Schritt“ um zur Auffassung zu gelangen, dass der große Gottesfreund Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung eben beabsichtigt hat das Reich Gottes auf Erde zu verwirklichen, dass dabei die Grundsteinmeditation die erneute Erkundigung dieses Reiches von Freiheit und Liebe ist, während die Statuten der Weihnachtstagung die Leitlinien zur ihrer Verwirklichung darstellen, und dass der Menschheitsrepräsentant Rudolf Steiners die Zugangspforte zu diesem Himmelreich auf Erden behütet, wo die Gegenmächte keinen Einfluss mehr ausüben können, neutralisiert sind.[4]

Wie dies nun noch weiter begründet wird, was ich aber früher nicht wusste, ist zu entnehmen aus dem was Rudolf Steiner schon am 11. November 1904 zu Berlin in seinem einzigen Vortrag über den Manichäismus ausgeführt hat (GA 93, S. 76), nämlich dass „das wahre Christentum“ erst in der nächsten, sechsten Kulturzeitalter völlig verwirklicht werden kann, aber schon in dieser fünften Zeitalter vorbereitet werden muss:
           
Diese Strömung des Mani strebt hinüber bis zur sechsten Wurzelrasse, die seit der Begründung des Christentums vorbereitet wird. Gerade in der sechsten Wurzelrasse wird das Christentum erst in seiner vollen Gestalt zum Ausdruck kommen. Dann erst wird es wirklich da sein. Das innere christliche Leben als solches überwindet jegliche Form, es pflanzt sich durch das äußere Christentum fort und lebt in allen Formen der verschiedenen Bekenntnisse. Wer christliches Leben sucht, wird es immer finden. Es schafft Formen und zerbricht Formen in den verschiedenen Religions-systemen. Nicht darauf kommt es an, die Gleichheit überall zu suchen in den äußeren Ausdrucksformen, sondern den inneren Lebensstrom zu empfinden, der überall unter der Oberfläche da ist. Was aber noch geschaffen werden muß, das ist eine Form für das Leben der sechsten Wurzelrasse. Die muß früher geschaffen werden, denn sie muß da sein, damit sich das christliche Leben hineingießen kann. Diese Form muß vorbereitet werden durch Menschen, die eine solche Organisation, eine solche Form schaffen werden, damit das wahre christliche Leben der sechsten Wurzelrasse darin Platz greifen kann. Und diese äußere Gesellschaftsform muß entspringen aus der Mani-Intention, aus dem Häuflein, das der Mani vorbereitet. Das muß die äußere Organisationsform sein, die Gemeinde, in der zuerst der christliche Funke wird so recht Platz greifen können.“
           
Diese Form wurde meiner Ansicht nach von Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung beabsichtigt,[5] und wenn er damals bei der Besprechung der Statuten sagte, die Aufgabe des Vorstands sei lediglich diese allumfassenden Freiheitsstauten zu realisieren,[6] bedeutet dies also die Form zu verwirklichen,  welche das neue, wahre Manichäische Christentum der Zukunft zu ihrer Pflege braucht und dieses, frei nach dem Motto der diesjährigen Jahrestagung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft[7], in welcher die Generalversammlung eingebettet ist, „wollend in Liebe der Welt verbinden zur Gesundung von Mensch und Erde“.


DIE KEHRSEITE

Jetzt kommt aber die Kehrseite! Schon kurz nach dem Tod von Rudolf Steiners am 30. März 1925, gab es tiefe Spannungen im Restvorstand, die 1935 zur Ausschaltung von Ita Wegman und Elisabeth Vreede sowie die Englische und Holländische Landesgesellschaften führten und danach zur Entfremdung von Albert Steffen und Marie Steiner, die 1944 in ihrem Vorwort des Buches über die Weihnachtstagung (GA 260) schrieb: „Wir sind dem Ruf nicht gewachsen gewesen.“ So hat die Anthroposophische Gesellschaft nach ihrer Neugründung an der Weihnachtstagung keine weitere Generalversammlungen abgehalten, und wurde es indessen irrtümlich geglaubt, dass der am 8. Februar 1925 in „Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft“ umbenannte Goetheanum-Bauverein die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung wäre.  Es fand damals auch keine Fusion der Anthroposophischen Gesellschaft mit dem umbenannten Bauverein durch zog. „konkludentes Verhalten“ statt, wie dies in einem Urteil des Schweizerischen  Gerichtshofs auf Grund von ungenügende Urteilsgrundlagen im Jahre 2005 irrtümlich festgestellt wurde, denn dieser Begriff „konkludentes Verhalten“ kann nur angewendet werden, wenn beide Gesellschaftskörper eine Fusion bewusst wollen, was eben in diesem Fall gar nicht der Fall war.  Trotzdem wurde aber vom Vorstand und der Mitgliedschaft über Jahrzehntelang versucht – obwohl in den dafür eigentlich juristisch ungeeigneten Rahmen der modifizierten Statuten des umbenannten Bauvereins – die Aufgaben und Ziele der Weihnachtstagungs-gesellschaft weiter zu verfolgen (Stichwort: gemischter König). Dies wurde auch im 2. Paragraphen der heutigen Statuten der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft zwar später festgelegt,[8] ohne dass aber dabei deutlich gemacht wird, dass am 28. Dezember 1923 nicht die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, sondern die Anthroposophische Gesellschaft neugegründet wurde, und ohne darauf  hinzuweisen, wie dies Reto Andrea Savoldelli im Kapitel „Der stufenweise Verlust sozialästhetischer Qualifizierung in der anthroposophischen Gesellschaft“ aus dem 2. Band seiner Trilogie Zur Tätigkeit von Herbert Witzenmann im Vorstand am Goetheanum (1972-1988) (Basel, 2017)[9]  ausführlich dargestellt hat,  dass im Laufe der Zeit sogar 9 der 15 Paragraphen des Gründungsstatuts aufgehoben, missachtet  oder ausgeschaltet wurden![10]

Wie dem auch sei, diese Jahrzehntelange Pflege der Kultur der Weihnachtstagung, wie dies auch durch das Riemer-Gutachten festgestellt wurde, und wie ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen kann,[11] hat aber nach dem Prinzip des Gewohnheitsrechts eine Wirklichkeitsbildende Wirkung, und darum kann man aus diesem Grund tatsächlich von einer konkludenten Fusion der Anthroposophischen Gesellschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft sprechen. Somit hat die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft auch die reale Möglichkeit diese Fusion im Sinne der einheitlichen Konstitution neu zu gestalten, zu gliedern, wo der Vorstand das verbindende Element zwischen den Gliedern darstellt, damit die Verwaltungsaufgaben außerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft ausgeübt werden können, und somit innerhalb dieser, auf Grund einer zeit-und geistgemässen Wiederherstellung des Gründungsstatuts, ein geistiger Freiraum einstehen kann für die Einwohnung des neuen Christentums und die Heilung von Mensch und Erde.


KONKLUSION

Aus dem Vorangehenden ergibt sich, dass die Konstitutionsfrage in erster Linie keine bloß juristische Angelegenheit ist, sondern die Frage, wie die ursprüngliche Form des neuen Christentums, die im Laufe der Zeit nach der Weihnachtstagung korrumpiert und juristisch verlassen wurde zeit- und geistgemäss wiederhergestellt werden kann als Vorbereitung für das nächste, sechste Kulturzeitalter beginnend etwa im 4. Millennium. Als die Frucht meiner Bemühungen der letzten fast 20 Jahre um, sowohl in Dornach als in Holland die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung zu erneuern in Dienst dieses zukünftigen Manichäischen  wahren Christentums,  wird mit diesem Antrag  eine Zielsetzung ins Auge gefasst, die meiner Auffassung nach völlig übereinstimmt mit dem was Rudolf Steiner beabsichtigt hat, und die darum für Hochschul- und heutige Vorstandsmitglieder nicht einfach freilassend sein kann, da sie immerhin eine Freiheitspflicht übernommen haben in Übereinstimmung mit der Leitung der Freien Hochschule zu handeln, also mit Rudolf Steiner selber oder seinem Werk, da er keine Nachfolger ernannt hat. Was indessen offen und frei bleibt, sind die gemeinsam zu vollziehende Schritte, die zu diesem Ziel führen sollen.


NACHBEMERKUNG UND QUELLENNACHWEIS 
Dieser  Antrag schließt erstens an meine 19 (alle vom Tisch gewischte) Anliegen und Anträge[12] an die von Paul Mackay fehlgeleitete außerordentliche Mitgliederversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am Weihnachten 2002 am Goetheanum in Dornach, zweitens schließt er an den (durch den Vorstand unrechtmäßig abgewiesenen) Antrag an die Generalversammlung von 2018 „Über Trümmern Vertrauen – Zum Wiedergewinn des realen Bodens worauf wir bauen können“, der mich nicht aussprechen ließ,  drittens an den  Antrag an die Generalversammlung vom 2019  Zur Befreiung vom gemischten König am Goetheanum  und Reetablierung der Anthroposophischen Gesellschaft“, die schon am Anfang einem Nicht-Antretens-Antrag zustimmte, wodurch  alle Diskussion verhindert wurde, viertens an meinen Text „Die Weihnachtstagung als eine zeitgeschichtliche Metamorphose des Mysteriums von Golgotha und ihre Verwirklichung als ewige Aufgabe“ für die im Herbert Witzenmann Zentrum während der Weihnachtstagung 2018 am Goetheanum durchgeführte Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung 1923“.
            Außerdem schließt der Antrag an die 8 Anträge an, die ich zwischen 2012 und 2017 an die Generalversammlungen der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden gestellt habe, wo ich zweimal (vergeblich) als Kandidat des ersten Vorsitzenden kandidiert habe.
            Im Jahre 2012 geschah dies mit dem „Wahlprogramm“: “De mensheidsrepresentant centraal stellen” („Dem Menschheitsrepräsentanten Zentralstellen“)  und im Jahre 2014 unter dem Motto: “De Antroposofische Vereniging in Nederland als lichamelijkheid van het nieuwe christendom” (Die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlande als Leiblichkeit des neuen Christentums“). Die anderen 6 Anträge, worunter der vom Jahre 2015 unter dem Thema: “In navolging van Christus- Het grondvesten van Gods Rijk op Aarde middels het realiseren van de statuten van de Antroposofische Vereniging” (Zur Nachfolge Christi – Die Gründung des Reich Gottes auf Erde mittels der Verwirklichung der Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft“) sind auf dem Blog “100 Jahre Kerstbijeenkomst 1923” („100 Jahre Weihnachtstagung 1923“) zu lesen.
           
All dieser Anträge und diesen Anliegen wurde von der gesamten anthroposophischen Presse sowohl in der Schweiz, Deutschland und Holland totgeschwiegen, wie im Allgemeinen mein ganzes Werk. Dasselbe Bild ergibt sich für die ins Englische und Holländische übersetzten Fassungen dieser und andere Texte in der Englisch-sprechenden Welt. Ich bin inzwischen 80 Jahre alt geworden und hoffe, dass mit der neuen Leitung am Goetheanum, dieses trauriges Bild sich etwas zum Guten ändern wird und dass ich, nach Vermögen, bis 2023 noch etwas beitragen um kann die Jahrhundertfeier des Weihnachtstagungsimpulses auf eine wahrhaftige und würdige Art und Weise mitzugestalten. 




[1] Diese Prinzipien-Studie wurde übersetzt ins Englische auf http://charter-of-humanity.blogspot.nl  und ins Niederländische auf http://handvest-der-menselijkheid.blogspot.nl
[2] Auch diese Gestalten oder Verwalten-Studie wurde übersetzt ins Englische auf http://create-or-administrate.blogspot.nl und ins Niederländische auf http://www.willehalm.nl/fonds/vormgevenofbeheren.htm
[3] Die 12 Kapitel und das Nachwort dieses Buches Anthroposophische Betrachtungen über das Neue Testament wurde ins Holländische übersetzt und unter dem Motto „Gods rijk op aarde realiseren - De antroposofische beweging als het Nieuwe Christendom“ („Das Rech Gottes realisieren – Die anthroposophische Bewegung als das neue Christentums“ im Vorjahr von 2019 im Ita Wegmanhaus und in der Bibliothek des Willehalm Instituts zu Amsterdam mit Einführungen vorgelesen (Siehe https://het-nieuwe-christendom.blogspot.com/2019/02/gods-rijk-op-aarde-realiseren-de.html). Dies geschah nachdem das Buch Anthroposophische Betrachtungen über das Alte Testament von Valenti Tomberg schon im Vorjahr von 2014 unter dem Motto „Het Nieuwe Christendom ter herkerstening van de  Lage Landen“ („Das neue Christentum zur Neuevangelisation der Niederlanden“)  übersetzt und mit Einführungen vorgelesen wurde in der Schlosskapelle von Oud-Zuylen bei Utrecht und Online gesetzt wurde. (Siehe: https://het-nieuwe-christendom.blogspot.com/2014/06/het-nieuwe-christendom-ter.html), und nachdem im Vorjahr von 2015 erstmals die 12 Übersetzungen  der Anthroposophischen Betrachtungen über das Neue Testament und danach die drei Anthroposophische Betrachtungen über die Apokalypse in der Bibliothek des Willehalm Instituts ebenfalls mit Einführungen vorgelesen, diskutiert und Online gesetzt wurden. (Siehe: http://Jezus-van-Nazareth.blogspot.nl und http://Tomberg-over-de-Apocalyps.blogspot.nl; für ein Übersicht und die Einführungen siehe: http://het-nieuwe-christendom.blogspot.nl). 
[4] Dass dieser Weihnachtstagungsimpuls, wie von vielen Konstitutionsforschern des Öfteren behauptet wurde und wird, endgültig gescheitert sei, ist genauso unsinnig wie zu behaupten, das Mysterium von Golgotha und die Stiftung des Reich Gottes von Freiheit und Liebe auf Erde durch Christus Jesus sei ebenfalls misslungen, weil immerhin das Christentum anscheinend gar nicht verwirklicht wurde. Dieses wurde, wie gezeigt, von Rudolf Steiner durch die Weihnachtstagung erneuert und harrt der Verwirklichung durch die Seinigen. Dazu möchte dieser Antrag anregen und beitragen. 
[5] Man könnte meinen, dass diese Form nicht diejenige Form ist, die Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung beabsichtigt hat, denn im obigen Zitat ist nicht die Rede von ihm, sondern von Mani, dessen geistige Arbeitsweise Rudolf Steiner in diesem Vortrag wie folgt charakterisiert: (GA 93, S. 73): „Mani ist es, der diejenige Stufe der menschlichen Seelenentwicklung vorbereitet, die das eigene seelische Geisteslicht sucht. Alles, was von ihm herrührt, war ein Berufen auf das eigene Geisteslicht der Seele und das war zugleich ein entschiedenes Aufbäumen gegen alles, was nicht aus der Seele, aus der eigenen Beobachtung der Seele kommen wollte. Schöne Worte rühren von dem Mani her und sind das Leitmotiv seiner Anhänger zu allen Zeiten gewesen. Wir hören: Ihr müßt abstreifen alles dasjenige, was äußere Offenbarung ist, die ihr auf sinnlichem Wege erhaltet! Ihr müßt abstreifen alles, was äußere Autorität euch überliefert; dann müßt ihr reif werden, die eigene Seele anzuschauen!“
                Diese Arbeitsweise trifft aber auch genau auf  Rudolf Steiner zu in Bezug auf sein Hauptwerk Die Philosophie der Freiheit mit dem Untertitel „Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“.
                Und dies ist ebenso die Arbeitsweise von Herbert Witzenmann, womit er sein ganzes Werk aufgebaut hat und somit auch seine zwei obengenannten Sozialästhetischen Studien.
[6] Am 27. Dezember 1923 beschreibt Rudolf Steiner diese Aufgabe folgendermaßen: „Der Zentralvorstand wird als seine Aufgabe lediglich die Realisierung der Statuten zu betrachten haben; er wird alles zu tun haben, was in der Richtung der Realisierung der Statuten liegt. Und damit  ist eine große Freiheit gegeben. Aber zugleich weiß man auch, was man an diesem Zentralvorstand hat, denn man hat die Statuten und kann aus ihnen ein vollständiges Bild gewinnen von dem was er jemals tun wird. Dadurch ist auch die Möglichkeit geschaffen, überall auf realem Boden zu stehen, wo solche Vereinigungen entstehen, wie zum Beispiel der Goetheanum-Bauverein. Und es wird in den nächsten Tagen die Aufgabe sein, zwischen dem Vorstand, der sich gebildet hat, und dem Goetheanum-Bauverein die entsprechende Relation zu bilden.“ Dieses „vollständiges Bild“ hat eben Herbert Witzenmann in den obengenannten Studien gewonnen, wie auch wie „die entsprechende Relation“, zwischen dem Bauverein und der Anthroposophischen Gesellschaft als eine Relation zwischen dem Gestalten und Verwalten zu verstehen und zu bilden sei.
[7] Dieses Motto lautet: „In Liebe wollend sich der Welt verbinden – Wie können wir gesundend für Mensch und Erde wirken?“
[8] „Die Gesellschaft verfolgt ihre Aufgaben und Ziele nach dem ihr von Rudolf Steiner vorgeschlagenen und bei der Gründungsversammlung am 28. Dezember 1923 von den Mitgliedern einstimmig angenommenen Gründungsstatut.“ Broschüre der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (Dornach, 2017, S. 9).
[9] Im dritten Band Die geistige Persönlichkeit Herbert Witzenmann – Ein Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte dieser Trilogie (Basel, 2017) hat Savoldelli entdeckt, dass es eine tiefe seelisch-geistige Verwandtschaft besteht zwischen  dem Lebenswerk von Alanus ab Insulis, dem hervorragenden Leiter der platonischen Schule von Chartres, und dem Lebenswerk Herbert Witzenmanns, ohne dabei von einer eigentlichen Reinkarnation zu sprechen. Auf Grund meiner Studie des Hauptwerkes von Alanus Der Anticlaudianus oder die Bücher von der himmlischen Erschaffung des neuen Menschen, übersetzt und eingeleitet von Wilhelm Rath, und meiner Kenntnis als Übersetzer mancher Werke von Herbert Witzenmann ins Englische und Niederländische, bin ich inzwischen zur Auffassung gekommen, dass es sehr wohl sein kann, dass hier die gleiche Individualität am Werke war und als solche, aber bis jetzt fast unerkannt, an die von Rudolf Steiner vorausgesagte Kulmination der Anthroposophie am Ende des vorigen Jahrhunderts wesentlich beigetragen hat.
[10] Dieses Kapitel ist Online erhältlich: http://das-seminar.ch. Im Antrag „Über Trümmern Vertrauen“ habe ich diesen sozialästhetischen Verlust in der Anthroposophischen Gesellschaft wie folgt zusammengefasst: „Dies ist der Fall bei 3 von den 4 sich nach außen wendenden Statuten (d. h. 5, 9 und 13), die im Sinne einer Gesellschaft von freien Geistern ihre Motive darstellen und zusammenhängen mit dem Geist-Erschauen. Ebenfalls ausgeschaltet oder nicht realisiert worden sind 6 von den 7 Mittebildenden Statuten   (d. h. 4,6,8,10,12 und 14), die zusammenhängen mit dem Geist-Besinnen und alle Gesellschaftsorgane darstellen (wie z.B. die Jahresversammlung, wo Zentrum und Peripherie zusammenkommen sollen). Unbeschädigt sind zwar die sich nach innen wendenden Statuten (3,7,11 und 15), die zusammenhängen mit dem Geist-Erinnern und allemal Menschen repräsentieren (die 700 bis 800 Teilnehmer der Weihnachtstagung, Rudolf Steiner selber, die künftigen Mitglieder der Arbeitsgruppen und den Gründungsvorstand). Aber diese Triebfederartige Statuten können mit den fast allen aufgehobenen Motivartigen Statuten nicht vereinigt werden, weil fast alle Mittebildenden Statuten nicht mehr funktionsfähig sind. Dadurch kann eine Gesellschaftshandlung im Sinne der Philosophie der Freiheit, dass eine Handlung die Vereinigung von Triebfeder und Motiv ist, kaum mehr zustande kommen, da „der reale Boden“ [Rudolf Steiner] auf dem wir arbeiten sollen, weitgehend eingestürzt ist.
                In diesem stufenweisen Verlust der Wirksamkeit der sozialorganischen Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft wurde am allerersten in den 70er Jahren das Allerwichtigste der Ich-Organen der Gesellschaft, die Mitte der Mitte, also der Paragraph 8 mit dem moralischen Schutzvermerk der Freien Hochschule im Zusammenhang mit der zog. Bücherfrage ausgeschaltet. Dies verursachte ein Schisma zwischen Herbert Witzenmann und seinen Vorstandskollegen. (Mehr darüber ist u.a. nachzulesen in Witzenmanns Studie über die "Prinzipien".)
                Später eingefügter Zusatz: Ein weiteres Beispiel dieser konstitutiven Zerstörung der Mittebildenden Säule ist die Tatsache, dass der Vorstand unter der Leitung von Bodo von Plato das Nachrichtblatt vor einigen Jahre abgeschafft und ersetzt hat durch dem Monatsheft „Anthroposophie Weltweit“. Dies ist eine Verletzung des Paragraphen 14: „Gesellschaftsorgan ist das ‚Goetheanum‘, das zu diesem Ziel mit einer Beilage versehen wird, welche die offiziellen Mitteilungen der Gesellschaft enthalten soll. Diese vergrößerte Aufgabe des ‚Goetheanum‘ wird nur an die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft abgegeben.“ Rudolf Steiner hat bei seinem Kommentar dazu an der Weihnachtstagung das Beispiel von zentrifugale und zentripetale Kräfte der Blutzirkulation verwendet, also der fortwährende Verkehr zwischen dem Vorstand am Goetheanum als Zentrum und die Mitgliedschaft in aller Welt als Peripherie. Er sagte: ‚Dadurch kommen wir zu einer völlig freien, auf freien Verkehr beruhenden Konstitution der Anthroposophische Gesellschaft.‘ Glücklicherweise wurde durch die Mitglieder selber versucht diese Lücke einigermaßen zu füllen:  Im deutschen Sprachraum durch u.a. Roland Tüscher mit „Ein Nachrichtenblatt (ein.nachrichtenblatt@startmail.com)“ und im englischen Sprachraum durch Thomas 'O Keefe mit „Deepening Anthroposophy“ (Online zu beziehen auf (deepening@use.startmail.com, allerdings nicht mehr regelmäßig erscheinend)“
[11] Die meisten so nicht alle mir bekannten Konstitutionsforscher verneinen diese konkludente Fusion lauter auf Grund von (juristischen) Dokumenten und nicht auf Grund von (aktiver) Teilnahme an der Generalversammlungen und sonstigen Veranstaltungen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, dabei das seelisch-geistige Gesellschaftsleben am Ort und Stelle vernachlässigend.  
[12] Siehe “Schauplatz Goetheanum” auf www.willehalm.nl im Archief

Saturday, February 16, 2019

Zur Befreiung vom gemischten König am Goetheanum und Reetablierung der Anthroposophischen Gesellschaft - Antrag von Robert Jan Kelder an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 2019 am Goetheanum mit zwei Beilagen

Vorbemerkung

Dieser Antrag betrifft die Bewusstseins- und Strukturvoraussetzungen zur Änderung bzw. Wiederherstellung der Statuten der Weihnachtstagung, die jetzt Gründungs-Statut genannt werden, im Sinne einer „einheitlichen Konstituierung“. Weil dies eine Angelegenheit im Bereich des Rechtlebens ist, kann darüber, nach Paragraph 8 der Statuten der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft,  auch abgestimmt werden.  Da er eine freilassende Empfehlung der Generalversammlung zu ihren Vorstand und Kräfte-Vorstand ist, greift er dabei nicht ein in ihre Freiheit. Bei mögliche Uneinigkeit über die Frage, ob dies nun wirklich ein Antrag oder ein Anliegen ist, kann letztendlich dies nur durch die Generalversammlung als höchste Organ der Gesellschaft durch eine Abstimmung beschlossen werden.

Update: Der Antrag wurde vom Vorstand wohl publiziert, aber nachdem ich nur einige Sätze an der GV darüber sprechen konnte, wurde vom Versammlungsleiter Justus Wittich sofort ein Nichteintreten- Geschäfstordnung angenommen von einem Mitglied der später online geschrieben hat, er wolle nicht über diesen Antrag abstimmen, weil er nicht durchführbar wäre. Dies ist aber doppelter Unsinn, denn wieso ist eine Empfehlung an den Vorstand nicht durchführbar? Und wenn  dieses Mitglied nicht darüber stimmen möchte, hätte er seine Stimme enthalten können! Eine Aussprache fand also überhaupt nicht statt, und auch war die Art und Weise, wie der Antrag unter dem Tisch gefegt wurde nicht statthaft, denn dieses Mitglied hätte seinen Geschäftsordnungsantrag erst kurz begründen mussen, wonach ich die Gelegenheit hätte gegeben werden müssen, um dies zu widersprechen, bevor  die Abstimmung überhaupt hätte stattfinden sollen. Dies ist immerhin Usance im Schweizer Vereinsrecht. Durch sein Vorgehen hat der Zentralvorstand gezeigt, dass er nicht den guten Willen hat um eine Aussprache stattfinden zu lassen über diesen grundlegenden Antrag.  Auch keiner der Landesvertreter, die von diesem Antrag auch angesprochen wurden, hat sich zu Wort gemeldet. Fazit: Eine sehr ungerechte und eintäuschende Behandlung meines Anliegens.    

Antrag

Die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 2019 empfehlt   erstens  ihren Vorstand die einzige Aufgabe, die Rudolf Steiner während der Weihnachtstagung 1923 dem Zentralvorstand anvertraut hat, zu ergreifen, nämlich die jetzt Gründungs-Statut genannte 15 Weihnachtsstatuten Zeit- und Geistgemäss zu realisieren. Da aber das Gründungs-Statut im Laufe der Zeit zum größten Teil außer Kraft gesetzt und erheblich geschwächt wurde,  soll es erstmal wieder herstellt werden, bevor es überhaupt realisiert werden kann. Auf diesen „realen Boden“ kann dann der Vorstand die von Rudolf Steiner geforderte „einheitliche Konstituierung“ der Anthroposophischen Gesellschaft und  organisch aktiven Vereinigungen, wie damals z. B. dem Goetheanum Bauverein,  schaffen durch die Bildung der „entsprechenden Relation“, d.h. das richtige Verhältnis zwischen den Bereichen des Gestaltens und Verwaltens um dadurch das Goetheanum endlich von ihrem „gemischten König“ zu befreien.
            Weil zweitens die Statuten der Landesgesellschaften und die Form der übrigen Gruppen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft die Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft nicht widersprechen dürfen, werden darüber hinaus  die „Kräftevorstände“, wie die am Goetheanum in Dornach anwesende Vorstände dieser  Landesgesellschaften genannt werden, ebenfalls empfohlen auch ihre Statuten, insoweit dies noch nicht erfolgt ist, zeit- und geistgemäss in Übereinstimmung mit dem Gründungs-Statut zu bringen und auf diese Grundlage das richtige Verhältnis zwischen Gestalten und Verwalten zu schaffen.
           
Begründung

Wie mein rechtzeitig eingereichten, aber vom Vorstand unrechtmäßig  abgewiesen Antrag an die letztjährige Generalversammlung  Über Trümmern Vertrauen  - Zum Wiedergewinn des Realen Bodens worauf zu bauen ist zum Traktandenpunkt: Verlängerung der Amtszeit von Paul Mackay und Bodo von Plato, den ich auch nicht als Stimmempfehlung vor der Versammlung vortragen konnte wegen dem Tumult im Saal (siehe die Beilage 1 am Ende dieses Textes), sowie die Freie Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung 1923“, die während der Weihnachtstagung 2018 am Goetheanum ein Seminar im Herbert Witzenmann Zentrum durchgeführt hat unter dem Titel „Die Weihnachtstagung [1923] als eine zeitgeschichtliche Metamorphose des Mysteriums von Golgotha und ihre Verwirklichung als ewige Aufgabe, gründet sich dieser Antrag ebenfalls u.a. auf das Gesamtwerk von Rudolf Steiner, insbesondere auf seine Vorträge über das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft und der Inhalt der anthroposophischen Bewegung, gehalten zu Arnheim im Juli 1924. Er gründet sich ferner auf das Werk des christlichen Hermetikers Valentin Tomberg (1900-1973), insbesondere auf seine „Anthroposophische Betrachtungen über das Neue Testament“ aus dem Jahren 1935 bis 1938[1],  ferner auf das Werk von Herbert Witzenmann (1905-1988), insbesondere  auf seine sozialästhetische Studien als Arbeitsmaterial zur Spiritualisierung des Zivilisationsprinzips und seine 13-teilige Einführung auf das Buch „Das Christentum als mystische Tatsache und Die Mysterien des Altertums“ von Rudolf Steiner, dann auf die Trilogie von Reto Andrea Savoldelli über die Tätigkeit von Herbert Witzenmann als Vorstandsmitglied und Leiter der Jugend- und sozialwissenschaftliche Sektionen am Goetheanum, und schließlich natürlich auf meine eigene Gedanken und Beobachtungen als mehr dann 40-jähriges Mitglied der  Gesellschaft und Hochschule. Dabei  versuche  ich die von Rudolf Steiner geforderte Freiheitsplicht für Hochschulmitglieder zu erfüllen um  im Einklang mit der Leitung am Goetheanum zu handeln. Darunter verstehe ich nur Rudolf Steiner selber, denn er hat keinen Nachfolger ernannt. Es gilt also sich mit seinem Wesen oder mit seinem Werk intuitiv zu verbinden, und da, wo von andere Hochschulmitglieder davon abgewichen wird, mit ihnen ins Gespräch zu treten um sich über die Grundlagen der Gesellschaft und Hochschule zu einigen. Denn nur in eine gemeinsam aufgebaute Bewusstseinssschale kann die geistige Welt sich heilend und heilsam hineinversenken.

Ich versuche nun die wesentliche Gedankenschritte kurz zusammenzufassen, warum es sich bei dem  letztjährigen abortierten Antrag und der freien Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung 1923“ handelte und jetzt auch hier handelt:

Die Weihnachtstagung 1923 zur Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft war ein Versuch von Rudolf Steiner das Reich Gottes auf Erde zu realisieren, das von Jesus Christus während des Mysteriums von Golgotha als das Reich der 10. Hierarchie von Freiheit und Liebe gegründet wurde und dass es gilt in seinem Sinne fortzusetzen. Dabei ist die an die Menschenseele gerichtete Grundsteinmeditation Rudolf Steiners die erneute Verkündigung dieses Reiches und sind die Statuten der Weihnachtstagung die Grundlinien für die Verwirklichung der Anthroposophischen Gesellschaft als die Form, welche die himmlische anthroposophische Bewegung, also das Neue Christentum (Rudolf Steiner, Arnheim am 18. Juli 1924) für ihre Pflege auf Erde  benötigt (Rudolf Steiner im Nachrichtenblatt am 13. Januar 1924).[2] Diese 15 Statuten, dreigegliedert in eine viermalige Wendung nach außen und eine viermalige Wendung nach innen, vermittelt durch eine siebenfache doppelte Mitte, entsprechen die drei Strophen der Grundsteinmeditation (Herbert Witzenmann)  und sind (nach Valentin Tomberg) eine Auferstehung der drei letzten der neun Seligpreisungen der Bergpredigt. Diese allumfassende Freiheitsstatuten sind überdies das ideelle Ebenbild des ebenfalls dreigegliederten Menschheitsrepräsentantes von Rudolf Steiner, der mit dem eingestürzten Luzifer und dem verbannten  Ahriman den Eingangstor zum seelischen Reich Gottes auf Erde darstellt, wo also die Versucherwesen keinen Einfluss mehr ausüben können.

Die Realisierung dieser Statuten hat nun Rudolf Steiner an der Weihnachtstagung  als die einzige Aufgabe dem Vorstand anvertraut und damit  indirekt ebenfalls an die Vorstände  der Landesgesellschaften, denn gemäß dem Gründungs-Statut dürfen die Statuten der Gruppen dieses Statut der Anthroposophische Gesellschaft nicht widersprechen. Wie man aus diesem Statut, nach Rudolf Steiner,  sogar ein vollständiges Bild gewinnen kann von dem was er [der Vorstand] jemals tun wird, hat eben Herbert Witzenmann  gezeigt in seiner ersten sozialästhetischen Studie „Die Prinzipien der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft als Lebensgrundlage und Schulungsweg“, die im Jahre 1984 in einer 2. umgearbeiteten Auflage mit zwei Abhandlungen „Ein Weg zum geistigen Goetheanum“ und „Über das Wesen der Freien Hochschule“ veröffentlicht wurde. Er hat nämlich entdeckt, dass in diesen 15 früher Prinzipien genannte Statuten das Urbild des sozialen Organismus zum Ausdruck kommt, d. h. eine Polarität  vermittelt oder verbunden durch eine doppelte Mitte des Gegenstromprinzips. Ein Abbild dieses Urbild als das neue, durch die Weihnachtstagung von Rudolf Steiner gegründete universelles Zivilisationsprinzip, die Sozialorganik,  ist deshalb mittels der nötigen moralischen Intuition, Phantasie und Technik  jeder Zeit und überall auf der Welt möglich, insbesondere natürlich durch die Landesgesellschaften. Die Aufgabe die Statuten zu realisieren auf dem schmalen Weg zwischen den Verführungen von Luzifer und Unterdrückungen von Ahriman  heißt somit den Menschheitsrepräsentanten im Geiste des neuen Christentums auf Erde als Leib Christi aufzurichten. [3]
           
Aber wohlgemerkt: der reale Boden dafür, von dem Rudolf Steiner sprach, ist größtenteils verlorengegangen, eingestürzt.  Denn, wie Reto Andrea Savoldelli im Kapitel „Der stufenweise Verlust sozialästhetischer Qualifizierung in der anthroposophischen Gesellschaft“ des zweiten Teils  seiner im 2017 erschienenen Trilogie „Zur Tätigkeit von Herbert Witzenmann im Vorstand am Goetheanum“[4] dargestellt hat, sind 9 von den 15 Statuten außer Kraft gestellt oder nicht realisiert worden. Dies ist der Fall bei 3 von den 4 sich nach außen wendende n Statuten (d. h. 5, 9 und 13), die im Sinne einer Gesellschaft von freien Geistern ihre Motive darstellen und zusammenhängen mit dem Geist-Erschauen. Ebenfalls ausgeschaltet oder nicht realisiert worden sind 6 von den 7 Mittebildenden Statuten   (d. h. 4,6,8,10,12 und 14), die zusammenhängen mit dem Geist-Besinnen und die Gesellschaftsorgane darstellen (wie z.B. die Jahresversammlung, wo Zentrum und Peripherie zusammenkommen sollen und das Goetheanum, als öffentliches Organ der Gesellschaft mit einer internen Beilage für Mitglieder). Unbeschädigt sind zwar die Triebfederartige Statuten (3,7,11 und 15), die als solche allemal  Menschen repräsentieren (das sind die 700 bis 800 Teilnehmer der Weihnachtstagung, Rudolf Steiner selber, die Mitglieder der Gruppen auf örtlichen oder  sachlichen Felde  und den Gründungsvorstand). Aber diese können mit den fast allen aufgehoben Motivartigen Statuten nicht vereinigt werden, weil auch fast alle Mittebildende Statuten nicht mehr funktionsfähig sind. Durch die Verlust der Mitte kann eine Gesellschaftshandlung im Sinne der „Philosophie der Freiheit“, wonach eine Handlung die Vereinigung von Triebfeder und Motiv ist, kaum mehr zustande kommen, da der reale Boden auf dem wir arbeiten sollen, eben weitgehend verschüttet ist.
            In dieser stufenweisen Verlust der Wirksamkeit der sozialorganischen Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft wurde am allerersten in den 70er Jahren das Allerwichtigste der Ich-Organen der Gesellschaft, die Mitte der Mitte, also der Paragraph 8 mit dem moralischen Schutzvermerk der Freien Hochschule im Zusammenhang mit der zogen. Bücherfrage ausgeschaltet. Dies verursachte ein Schisma zwischen Herbert Witzenmann und seinen Kollegen im Vorstand und ihre Anhängern. Was das bedeutet für den Grundimpuls der Weihnachtstagungsgesellschaft, die eine Metamorphose der Glaubensgemeinschaft in eine Erkenntnisgemeinschaft einleiten soll, dies hat Herbert Witzenmann in seiner 13-teiligen Einleitung zum Buch „Das Christentum als mystische Tatsache  und die Mysterien des Altertums“ von Rudolf Steiner (z. B. auf S. 146) dargestellt: „Deshalb kann der Logos Jesus Christus als das Buch ansprechen, weil er die Veröffentlichung der Weltvernuft zum Zwecke einer neuen Gemeinschaftsbildung ist. Das Buch ist in seinem Wesen der Logos als die veröffentlichte und individualisierte Weltvernunft, als Quell einer neuen Gemeinschaftsbildung. Nur im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsbildung hat das Buch, die Veröffentlichung überhaupt einen Sinn. Dieser Bruch in der Vereinigung des Exoterischem oder Veröffentlichung mit dem Esoterischem, oder Verinnerlichung, der die sog. Lösung der Bücherfrage in dem Gesellschaftskörper geschlagen hat, bildet den Hauptgrund gegen die sog. kritische, aber in diesem Sinne äußert naive Ausgabe des Werkes Rudolf Steiners durch den frommann-holzboog Verlag.

Nun, bezüglich der weiteren Gestaltungsfrage was Rudolf Steiner eigentlich meinte, als er an der Weihnachtstagung davon sprach, dass durch die Annahme der Statuten  „auch die Möglichkeit geschaffen ist überall auf realem Boden zu stehen, wo solche Vereinigungen entstehen, wie zum Beispiel der Goetheanum-Bauverein. Und es wird in den nächsten Tagen die Aufgabe sein, zwischen dem Vorstand, der sich gebildet hat, und dem Goetheanum-Bauverein die entsprechende Relation zu bilden“  liegen  schon richtungsweisende Forschungsresultate vor, die seit langem auf Verwirklichung harren. Denn es war wieder Herbert Witzenmann, der  nämlich entdeckt hat, was an dieser „entsprechenden Relation“ urbildlich zu Grunde liegt.
             In seiner 3. sozialästhetischen Studie, die schon 1972 als „Vergangenheitsschatten und Zukunftslicht“ und 1986 als „Gestalten oder Verwalten – Rudolf Steiners Sozialorganik – ein neues Zivilisationsprinzip“ veröffentlicht wurde, hat er ausführlich dargestellt, dass im Sinne der „Philosophie der Freiheit“  sozialkünstlerische Gestaltungsvorgänge  sich abspielen im Bereich der reinen Begriffe, während demgegenüber Verwaltungsvorgänge stattfinden im Bereich der  Vorstellungen, d.h. auf Wahrnehmungen bezogene, herabgelähmte Begriffe. Deshalb sollte, wie Rudolf Steiner forderte, der an der Weihnachtstagung neugegründeten Anthroposophischen Gesellschaft von allem „Vereinsmässigen“, d. h. strukturell gesehen von allem „Verwaltungsmässigen“  verschont bleiben, und außer ihr selbst untergebracht werden. Die „einheitliche Konstituierung“ wäre dann gewährleistet, dadurch dass der Vorstand das verbindliche Element ist. Auf diese Weise könnte  innerhalb der neugegründeten „modernsten Gesellschaft die es geben kann“ ( Rudolf Steiner) auf der Ebene der reinen Begriffe miteinander kommuniziert werden um die große, brennende  Probleme der Menschheit und der Erde geistgemäss zu durchdringen und wirkliche Lösungen anzubieten. Ohne sich zu erheben von Vorstellungen zu reinen Begriffen, bleiben Konflikte vorprogrammiert und segensreiche Hilfe der geistigen Welt ausgeschlossen.
            Stattdessen wurde von Frau Glöckner während der Michael Welt Konferenz 2016 behauptet, dass durch einen erfolgreichen Antrag von Justus Wittich[5] an die Generalversammlung 2014 von nun an die dornige Statutenfrage endlich gelöst sei, dadurch dass die an der Weihnachtstagung gebildeten Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft nun das Gründungs-Statut der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft genannt wurde, und daneben als ihre eigentliche rechtskräftige  Statuten die im Laufe der Zeit etwas veränderte Statuten des ehemaligen Goetheanum Bauvereins. Durch diese Statutenänderung wurde aber die zwei organisch zu gliedern Bereichen des Gestaltens und des Verwaltens noch weiter ineinander geschoben, der gemischte König am Goetheanum weiterhin noch kräftiger inthronisiert, statt aufgelöst.  Wie kann aber eine Gesellschaft zwei z.T. unterschiedliche, ja gegensätzliche Statuten haben?  Dies ist eine Unmöglichkeit, eine sozial-schizophrene Situation  und  deswegen gar keine Lösung für das was z.B. Mees Meeussen in seiner dokumentarischen Abhandlung „Das nicht-endende Konstitutionsproblem nennt.“
           
Nun, diese „entsprechende Relation“ könnte als das Durchschneiden eines Gordischen Knoten bewerkstelligt werden und zwar auf Grundlage der  Tatsache,  dass die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung, laut das Urteil des Schweizerischen Kantonsgerichts Solothurn im Jahre 2005 durch einen Prozess des sog. ‚konkludenten Verhaltens‘, eins geworden ist mit der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und dass sie als solches aufgehört hat juridisch zu bestehen. Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft  könnte nun aber beschließen, diese unerwünschte Fusion wieder Rückgängig zu machen und die Anthroposophische Vereinigung aus sich zu gebären um diese die Möglichkeit zu geben durch die zeitgemäße Wiederherstellung und Verwirklichung der Statuten ihre eigene Existenz und ursprüngliche Identität wieder zu ergreifen. Dies ist das Ei von Columbus, losgelöst, ob man dem erwähnten Urteil nun zustimmt oder nicht. Denn durch eine derartige  organische Gliederung der zwei vermischten Bereichen wurde anderseits die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (als der 1925 umbenannte Goetheanum Bauverein) ihre ursprüngliche Aufgabe wieder erhalten das Goetheanum zu verwalten und könnte sie in einer assoziativen Verbindung mit der Administration der neugeboren Anthroposophischen Gesellschaft  und anderen organisch tätigen kommerziellen anthroposophischen Betriebe oder Vereinigungen in der Welt treten Dies ist etwas was immerhin schon in Entwicklung, bzw. gegründet  ist als die „Goetheanum World Association“, aber ohne der durch die Weihnachtstagungstatuten geschaffene reale Boden. Mit dessen organischen Wiederherstellung wäre das Goetheanum endlich von seinem gemischten König befreit, um sich als Verwaltungsorgan in Dienst der zeitgemäß reetablierten Anthroposophischen Gesellschaft als Leiblichkeit des Neuen Christentums zu stellen.

Konklusion – Die Befreiung vom gemischten König am Goetheanum und die Reetablierung der Anthroposophischen Gesellschaft

Aus den Vorangehenden dürfte hervorgehen, dass das Goetheanum, welches ursprünglich als Hochburg und Hauptsitz des Neuen esoterischen Christentums vom heiligen Grals aufgerichtet wurde, fast unbemerkt durch den Mitgliedern unter gewisse Verschleierungen von anti-Christlichen Kräften untermauert und okkupiert worden ist, und wird, von dem Rudolf Steiner erstmals bei der Grundlegung des 1. Goetheanum am 20. September 1913 eindringend gesprochen und gewarnt hat und danach ausführlich während der schon erwähnten Vorträge vom Juli 1924 in Arnheim und anderswo, nämlich von dem „neuem Arabismus“. Damit meinte er lediglich die  erstmals von den Arabern und später auch von den Europäern auf Grundlage der ausschließend  physischen Beobachtung entwickelte, materialistische Naturwissenschaft und Technik, wovon die heute überall herrschende akademische Geisteswissenschaften abgeleitet sind, und wonach propagiert wird, dass der Tod der Vater das Leben sei, der Mensch nur ein physisches Wesen, und Seele und Geist nicht real bestehende Epiphänomenen, Begleiterscheinungen.
            Diese einschleichend fortdauernde  Untermauerung  der Anthroposophie hat z. B. der Schweizerische Gralsforscher Werner Greub (1909-1997) schon Jahrzehnten vorausgesagt und zwar in seiner  Trilogie „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals“. Im 2. Teil „Vom Parzival zur Gralswissenschaft Rudolf Steiners“, dass entgegen dem Versprechen nicht vom Goetheanum sondern erst viel später von seinem Sohn Dr. Markus Greub post-mortem 2003 im Eigenverlag herausgegeben wurde, spricht er davon,  dass „die Araber wieder unter uns sind,“ und schreibt er (auf S. 387) „Am Ende des [zwanzigsten] Jahrhunderts wird es den Kampf Ahriman zur Usurpation der Anthroposophie gar nicht geben, denn bis dahin wird die Verwaltung der Geisteswissenschaft langst im Griff der ‚Neuen Gesellschaft‘ sein, die keine Ketzereien dulden wird“. Dass dies übrigens der Anthroposophischen Gesellschaft nicht etwas völlig Fremdes ist, ergibt sich aus der Aussprache von Rudolf Steiner aus dem Jahre 1923, dass „die Anthroposophische Gesellschaft ahrimanisch durchbohrt ist.“           
           
Es ist darum höchster Zeit und im Hinblick auf die Jahrhundertfeier der Weihnachtstagung im Jahre 2023 ein Neuanfang zu machen um das Goetheanum von diesen ja anti-Christlichen Einflüsse zu befreien. Und da nun Ita Wegman und Elisabeth Vreede rehabilitiert sind, auch Rudolf Steiner, Herbert Witzenmann, Valentin Tomberg[6]  und Werner Greub zu rehabilitieren,  d.h. ihre wahre Größe zu erkennen und ihre Werke fortzusetzen,  sowie die Anthroposophische Gesellschaft  zu reetablieren als die gemeinsame Bewusstseinsschale für die Pflege des Neuen Christentums zur Realisierung des Reich Gottes der 10. Hierarchie von Freiheit und Liebe auf Erde.




[1] Ich verdanke diesen tiefsinnigen Betrachtungen sehr wertvolle Anregungen. Nachdem ich meine  Holländische Übersetzungen der „Anthroposophische Betrachtungen über das Alte Testament“ 2014 in der Schlosskapelle von Oud-Zuylen bei Utrecht vorgetragen habe und die „Betrachtungen über das Neue Testament  und die Apokalypse“  im Jahre 2015 in der Bibliothek des Willehalm Instituts, bin ich nun dabei die Betrachtungen über das Neue Testament vom 27. Januar bis zum 2. Juni  im Ita Wegmanhaus zu Amsterdam mit Einleitungen und Kommentar vorzutragen. Die ausführliche Ankündigungen dazu sind zu lesen auf: http://het-nieuwe-christendom.blogspot.nl ; alle ins Holländische übersetzte Betrachtungen auf http://Jezus-van-Nazareth.blogspot.nl
[2] Wenn es am Ende der Grundsteinmeditation heißt: „Dass gut werde,/ Was wir aus Herzen gründen,/ Was wir aus Häuptern,/ Zielvoll führen wollen,“ so könnte damit nur die eben neugegründete Anthroposophische Gesellschaft gemeint sein. Da die Grundsteinmeditation und das Gründungs-Statut als eine Vereinigung vom Esoterischen und Exoterischen eine Zweieinheit bilden, kann dasjenige „was wir aus Herzen gründen und aus Häuptern  zielvoll führen wollen“ nur gut werden,  wenn diese Zweieinheit intakt bleibt, das Eine ohne das Andere geht nicht.
[3] Begründete Anregungen dieser Art hat es seit einiger Jahre in der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden schon gegeben. So wurde dort 2012 versucht das Amt des ersten Vorsitzenden zu bekleiden mittels einem „Wahlprogramm“ unter dem Titel: „De mensheidsrepresentant centraal stellen“, und, da das abgewiesen wurde, nochmals im Jahre 2014 anvisiert mit dem statutarischen Vorhaben „De Antroposofische Vereniging als lichamelijkheid van Het Nieuwe Christendom“ zu gestalten. Da auch dies nicht angenommen wurde, wurden 2015 drei Anträge  mit dem Titel: IN NAVOLGING VAN CHRISTUS- Het grondvesten van Gods Rijk op Aarde middels het realiseren van de statuten van de Antroposofische Vereniging (IN DER NACHFOLGE CHRISTI  - Die Begründung [besser gewesen wäre: die Fortsetzung] des Reich Gottes auf Erde mittels der Realisierung der Statuten der Weihnachtstagung),  dem Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden eingereicht mit der Bitte sie auf das Agenda der damaligen Generalversammlung zu setzen, etwas was ohne Angabe von Gründen nicht eingewilligt wurde. Diese Abweisung war statutarisch möglich, weil das in den Weihnachtstagungstatuten verankerte Initiativrecht der Mitgliedern in den Statuten dieser Landesgesellschaft nicht enthalten ist, der Vorstand hat hier das Alleinrecht. Damit ist ausgeschaltet, wie das auch der Fall ist in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, „das freie Spiel von Interesse [von Mitglieder] und Initiative [vom Vorstand] als Grundvorgang moderner Gesellschaft- und Gemeinschaftsbildung“, (Herbert Witzenmann im Abschnitt 7.2 auf S. 50: „Antragstellung und modernes Mysterienwesen“ des Kapitels „Öffentliches Recht und spirituelle Rechtsbildung“ aus Gestalten oder Verwalten, Dornach 1986). 
[4] Im 3. Teil „Die geistige Persönlichkeit Herbert Witzenmann –Ein Beitrag zum Verständnis der europäischen Kulturgeschichte“ dieser Trilogie  macht  der Autor eine tiefgründige Analyse des Lebens und Werkes von Alanus ab Insulis, dem großen Lehrer von Chartres aus dem 12. Jahrhundert, von dem Rudolf Steiner vorausgesagt hat, dass er wie kein anderer im Stände wäre am Ende des 20. Jahrhunderts, zusammen mit ihm, die Platonische und Aristotelische Geistesströmung zu vereinigen um dadurch die Kulmination der Anthroposophie herbeizuführen und die Welt vom Untergang der Zivilisation  zu retten, allerdings unter der Bedingung, dass die Anthroposophische Gesellschaft in der Zwischenzeit ihre Arbeit richtig tut, was eben nicht oder zumindest kaum geschehen ist.  Dabei kommt  er zum bedeutenden Ergebnis, dass eine innige, seelisch-geistige Verwandtschaft besteht zwischen dem Lebenswerk von Alanus und demjenigen von Herbert Witzenmann, und dass dieser die vorausgesagte  Vereinigung der Platonischen und Aristotelischen Geistesströmung auf jeden Fall mit seinem Lebenswerk im Wesen vollendet hat!
[5] Zur Weiterentwicklung der Gesellschaft und zur Konstitutionsfrage schrieb Justus Wittich, 1998, Nbl 44, 8 [304] "Es gilt, das ins Auge zu fassen, was die Mitglieder und Verantwortungsträger zusammen tatsächlich wollen und womit sie sich identifizieren. Daraus wird sich – so die Hoffnung - ohne weiteres auch die richtige Form ergeben". Ob er jetzt als Vorstandsmitglied in Dornach noch immer die Hoffnung hegt auf diese Weise die richtige Form zu finden, obwohl Rudolf Steiner diese  schon durch die Weihnachtstagung gegeben hat und von uns erwartet, dass wir sie realisieren?
[6] Nach dem 2. Teil “Das Geschehen am Tage vor der Weihnachtstagung am 23. Dezember 1923“ von dem Herausgeber Willy Seiss des Buches „Der Verlust der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft“ wollte Rudolf Steiner sogar Valentin Tomberg zum Vorstandsmitglied berufen. „Die vierte Persönlichkeit [aus dem zweiten Dreierkreis von Herr Steffen, Fräulein Dr. Vreede und Dr. Wachsmuth herum den ersten Dreierkreis von Dr. Rudolf Steiner, Frau Dr. Steiner und Frau Dr. Ita Wegman] kann ich Ihnen noch nicht nennen, so dass wir vorerst sechs Vorstandsmitglieder haben werden“ soll Rudolf Steiner, nach Notizen von Albert Steffen, während dieser Esoterischen Stunde am Vorabend der Weihnachtstagung den fünf anwesende zukünftige Vorstandsmitglieder gesagt haben. Dass diese vierte Persönlichkeit Valentin Tomberg war, steht nicht im Text, wurde mir aber von Willy Seiss persönlich mitgeteilt, der die Ansicht dokumentarisch und aus eigene geistige Forschung bestreitet, dass diese  Esoterische Stunde nie stattgefunden hat.


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Beilage I 

Mein Anliegen an die Generalversammlung 2019 im Goetheanum bestehend aus 4 Fragen: 


„1. Kann Herr Wittich, bitte, Rechenschaft darüber geben, warum er einerseits als Vorstandsmitglied mit seinen Kollegen im Vorstand meinen  rechtzeitig angereichten Antrag unter dem Titel ÜBER TRÜMMERN VERTRAUEN – Zum Wiedergewinn des realen Bodens worauf wir bauen können an die letztjährige  Generalversammlung am Goetheanum zum Traktandenpunkt 6: ‚Bestätigung der weiteren Amtszeit der Vorstandsmitgliedern Paul Mackay und Bodo von Plato‘  abgewiesen und zu einer ‚Stimmemphfehlung‘ abgestuft hat, während er anderseits mit seinen Vorstandskollegen selber eine Stimmemphfehlung in der Form eines sogenannten ‚Unterstützungsantrags‘  gestellt hat in Bezug auf den Antrag zum Traktandenpunkt ‚Rehabilitierung von Ita Wegman und Elisabeth Vreede?‘ Ist dies nicht eine Form der doppelten Moral?“
2. Warum hat Herr Wittich nicht dafür gesorgt, dass, als die Diskussion über den Traktandenpunt ‚Verlängerung der Amtszeit von Paul Mackay und Bodo von Plato‘ begann, ich vom Versammlungsleiter Florian Oswald aufgerufen wurde um eben meine angemeldete Stimmemphfehlung zum Ausdruck vor der Generalversammlung zu bringen?
 3. Warum hat Herr Wittich nicht eingegriffen als, nachdem ich glücklicherweise durch Handhebung per Zufall vom Versammlungsleiter zum Sprechen eingeladen wurde, ich nach nur einige Sätze am Rednerpult durch den Tumult im Großen Saal verhindert wurde mein Votum abzugeben, um eben die Generalversammlung  und ihre Leiter daran zu erinnern, dass nach den Usancen des Schweizerischen Vereinsrecht es gar nicht statthaft ist die Redefreiheit auf diese Art und Weise zu unterbinden?
 4. Mehr im Allgemeinen: Warum wurde im Bericht über diese Generalversammlung nichts über diese Verhinderung der Redefreiheit geschrieben, und kann dies, bitte,  im Rechenschaftsbericht des Vorstandes oder sonst wo noch korrigiert worden?" 


Beilage II

 Meine Antworten (kursiv gedruckt) auf den Antrag von Mees Meeussen auf Umänderung des Antrags von Robert Jan Kelder in einem Anliegen.

Antrag: 

Die Generalversammlung möge beschließen, den Antrag von Robert Jan Kelder nur als Anliegen ohne Abstimmung, aber mit einer Diskussion  durchzuführen.

Begründung:

Obzwar der Antragsteller selber sagt, er wisse nicht, ob sein eingereichtes Schreiben als Antrag oder als Anliegen zu verstehen sei, ist dieses als Antrag sowieso nicht abstimmungsfähig, weil es sich basiert auf rechtlich unrichtigen Tatsachen.

Im  Antrag heißt es, wenn Uneinigkeit besteht,  dies ein Antrag oder Anliegen ist, soll die Generalversammlung als höchstes Organ darüber entscheiden.

Auch ist nicht deutlich was sich der Antragsteller nun eigentlich vor Augen steht. Einmal will er eine Auswechslung von Statuten, so wie man schließen muss, wobei die obsoleten Statuten der AG die heutigen Statuten in der AAG ersetzten sollen, was  eine  rechtliche Unmöglichkeit darstellt.

Dies gibt nicht das Anliegen des Antrag wieder. Von einer blossen Auswechslung der Statuten, wovon 9 nicht mehr funktionsfähig sind, ist keine Rede, sondern von einer zeitgemäßen Wiederherstellung und dann Verwirklichung derselben, nachdem es eine organische Gliederung auf Vorstandsebene zwischen Gestaltung und Verwaltung gibt. Diese Kritik übersieht, dass mein Hauptanliegen ist, dass das mittels der Weihnachtstagung gegründetes neue Zivilisationsprinzip, wie dies  von Herbert Witzenmann entdeckt wurde, erstmal begriffen und ergriffen werde, bevor zur konkrete Maßnahmen übergegangen wird.

Das andere Mal  denkt er ein „Ei von Kolumbus“ zu besitzen. Dabei meint er fälschlich, die beiden Gerichte hätten in 2004 und 2005 in ihren Urteilen eine konkludente Fusion laut Riemer-Gutachten festgestellt. Dies ist aber zurückzuführen auf die rechtlich falschen Aussagen von Paul Mackay, in seinen Erklärungen über die Gerichtsprozesse. Nur Urteile werden rechtskräftig, nicht die Urteilsbegründung. Das Urteil der Gerichte war, dass der Verein „Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (Weihnachtstagung)“ von 2002 kein Verein i. S. des Schweizerischen Zivilgesetzbuch darstellt. Und das war alles!

Im Antrag heißt es, ob man nun mit diesem Urteil einverstanden ist oder nicht, Tatsache ist, wie ich z.T. selber während meines 13-jähriges Aufenthalts in Dornach erlebt habe, dass mindestens bis zur Zeit etwa, dass Herbert Witzenmann leider von seiner Funktion als Vorstandsmitglied unrechtmäßig enthoben wurde, innerhalb der Gesellschaft, wie das auch Prof. Riemer gesagt hat, immer die Kultur der Weihnachtstagung gepflegt hat, und diese Gewohnheit ist rechtbildend. Dies darf man auch nicht verneinen. Das „Ei“ von Kolumbus war lediglich ein Vorschlag, wie die Anthroposophische Gesellschaft wieder ins Lebe gerufen werden könnte.

Thomas Heck hat klargestellt, dass konkludente Fusionen eine Mythe darstellen. Dabei muss man wissen, dass das Riemer-Gutachten  am Telefon zu Stande gekommen ist. An der Anhörung in 1999 wurde Paul Mackay nämlich gefragt ob es Dokumente zu diesem Gutachten existierten, was Paul Mackay verneinen musste. Wir wissen also nicht was er zu Riemer in diesem Telefongespräch gesagt hat. Konkludente Fusionen sind somit indirekt eine Erfindung von Paul Mackay.

Ich selber habe dargetan, sowie das auch andere taten, dass die Gesellschaft  von 1923 nicht durch etwaige Fusionen in eine andere Gesellschaft aufgegangen ist, aber durch unsaubere Rechtshandlungen an der 1. Generalversammlung der AAG am 29. Dezember 1925 für immer rechtlich verschwand. Demnach sind auch seine Statuten vollkommen gegenstandslos geworden.

Dies ist nur so vom juridischen Gesichtspunkt, wiederum wird der geistiger Gesichtspunkt völlig außer Acht gelassen. Genauso wie die Ebene, worauf Thoma Heck hauptsächlich argumentiert. Dies Fakten sind nicht falsch, sondern tun das Thema kein Recht. Das Primat liegt beim Geistigen, eben nicht beim Juridischen.  

Das wollen jedoch Anhänger von Herbert Witzenmann  - aber  auch andere -  nicht  wahr haben. Für ihnen sind und bleiben seine Schriften über die Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft ein fundamentaler Leitsatz, wobei sie nicht sehen wollen, dass diese völlig neben der Realität stehenDass diese Statuten  heute überhaupt noch kursieren und seit 2015 selbst fälschlich als „Gründungs-Statut“  aufgestuft wurden, ist Folge der ziemlich merkwürdigen Rechtsgeschichte der AG/AAG.  

Rudolf Steiner hat die Anthroposophische Gesellschaft nicht auf Grund seiner Person gestellt, sondern auf die allumfassenden Freiheitsstatuten, woraus „ein vollständiges Bild zu schaffen wäre was der Vorstand je tun würde“. Dies und mehr steht alles im Antrag, aber in der ganzen Konstitutionsgeschichte wurde  bis jetzt nie darauf hingewiesen, dass Herbert Witzenmann  dieses vollständiges Bild erschlossen hat, und dass dies „der Boden ist, worauf wir stehen.“ Meine Versuche darauf Aufmerksam zu machen wurde abgewiesen oder unbeachtet, nur einmal ist das fast gelungen bei einer Tagung in Achberg mit Wilfried Heidt. Natürlich hat Rudolf Steiner auch gesagt, das die Anthroposophische Gesellschaft eine andere Gesellschaft wäre ohne seine Leitung, denn es handelt sich um die Verwirklichung der Statuten, wozu moralische Technik vonnöten ist.

Eine Diskussion über  diesen beiden - zwar falschen - Ansichten des Antragstellers ( Die  obsoleten Statuten der AG mit jenen der AAG auszuwechseln und die angebliche Fusion  der AG mit der AAG  wieder rückgängig  zu machen), könnte jedoch interessante Gesichtspunkte liefern.

Es ist deutlich, dass dies keine wirklich keine immanente Kritik ist, es wird überhaupt nicht eingegangen auf die geistige Ebene des Antrags, der Kritiker bleibt im blossen Juridischen stecken. In der Sozialwissenschaft, soll man aber, nach Rudolf Steiner, nicht von der realen Wirklichkeit ausgehen, sondern vom gesunden Idealen und von dort aus das Wesentlich zur Erscheinung versuchen zu bringen. Meine Forschung hat ergeben, und das steht auch im Antrag, dass die Weihnachtstagung ein Versuch von Rudolf Steiner und die Seinen war, das Reich Gottes auf Erde weiterzuführen, dass die Grundsteinmeditation die erneute Verkündigung dieses Reiches der Freiheit und Liebe der 4. Hierarchie ist, und die ursprüngliche Statuten die Grundlinien zur Verwirklichung dieses Reiches sind. Wenn man sagt, die Weihnachtstagung sei misslungen, könnte man genauso gut sagen, dass dieses von Christus Jesus gestiftet Reich Gottes auch misslungen sei …Wo führt das uns hin?!   

Mees Meeussen, den xxxxx, Den Haag Holland.