Der unterstehender Text ist eine sprachlich korrigierte und gedanklich erweiterte Fassung, die gestern online veröffentlicht und an Freunde und Freundinnen gemaild wurde.
Beim Feiern des Geburtstags eines Menschen soll man auf die Impulse blicken mit denen er auf die Erde gekommen, beim Erinnern an seinem Tod schauen was er von diesen Impulse hat verwirklichen können. Wenn man diese Maxime von Rudolf Steiner auf ihn selber anwendet, muss man sich ernsthaft fragen, wie es heute mit seiner Anthroposophie und der Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus gestellt ist im Lichte seiner Aussage, dass die Welt für die Wahl steht im Geistesleben: Anthroposophie oder Jesuitismus und im Wirtschaftsleben: Dreigliederung oder Bolschewismus.Was das letzte betrifft wird, wie ich des öfteren dargestellt habe, die soziale Dreigliederung vom Goetheanum aus und darüber hinaus meistens in der veralteten Form des Buches "Die Kernpunkte der sozialen Frage" aus dem Jahr 1919 vertreten und so übersehen oder gar verschwiegen, dass mit dem Nationalökonomischen Kurs 1922 Rudolf Steiner, nach eigenen Worte, eine neue Denkweise und Sprache entwickelt hat. Das heute dieser Paradigmenwechsel noch immer vollgültig ist, hat Herbert Witzenmann u.a. in seinem Buch "Der gerechte Preis - Eine Grundfrage des sozialen Lebens" gezeigt.
Was die Anthroposophie betrifft ist die Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft durch die Weihnachtstagung 1923 nicht nur das grösste, es sei denn unvollendete Sozialkunstwerk des 20. Jahrhunderts, sondern ist es auch ein von der Menschheit mitgestaltetes Werk, denn an die Form dieser neugegründeten "Vereinigung von Menschen" zur universellen, geisteswissenschaftlichen Seelenpflege, d.h. an die Formulierung, Beratung und Beschlussfassung der 15 Statuten während der Weihnachtstagung hat die Mitgliedschaft aktiv teilgenommen und auch in so fern sie de Grundsteinmeditation in ihren Herzen aufgenommen und weiter gepflegt hat.
Aber, wie ich in meinem an der Generalversammlung der AAV am letzten Samstag gestellten Anliegen mit Quellenangaben auseinandergesetzt habe, sind 9 von dieser 15 Statuten, welche die Organisationsform des wahren Manichäischen Christentums des 6. Slavischen Kulturepoche verkörpern,"gecancelled" und ersetzt.
Damit wurde dem grössten Gegenmacht dieses Christentums, der von Rudolf Steiner in seinem Karmavortrag vom 18. Juli 1924 zu Arnheim charakterisierten neue Arabismus, diesem von Ahriman inspirierten materialistischen Naturwissenschaft, welche die Menschheit und Erde akut bedroht und auf den falschen Bahn ihrer Evolution lockt, kaum etwas entgegengesetzt.
Wenn man noch dazu nimmt, das die Medische Sektion am Goetheanum die vom Staat auf Grund dieses neuen Arabismus entwickelte Impfungen gegen die Covid-19 Pandemie offiziell gutgeheißen hat, das anders lautende Ansichten online gestrichen wurde, dass von der Sozialen Sektion fast nichts gegen die diktatorische Staatsmaßnahmen eingewendet wurde und von der Allgemeinen Sektion der freien Hochschule kein Wort vernommen wurde über die Frage, ob nicht diese "Battle for Humanity" (Video der Bewegung Stopworldcontrol.com) ein Streit zwischen der überirdischen Michaelschule und der unterirdischen Gegenschule (sprich The Great Reset) ist, und dass es sich darum handelt, ob die Menschheit in die 8. Sphere eingesaugt wird, oder ob sie sich weiter auf dem Weg zum Gottesreich von Freiheit und Liebe auf Erde entwickeln kann, dann muss man leider feststellen, dass die Welt seit dem zu frühen Tod von Rudolf Steiner am 30. März, 1925 sich eher Richtung Jesuitismus und Bolschewismus als Anthroposophie und Soziale Dreigliederung bewegt hat und dass man das Menschenmögliche tun soll um mit Hilfe der geistigen Welt diese Richtung Kampf aller gegen allen umzukehren.
Was die Satzung van Manu war für das Alt-Indische Volk
und das Gesetz von Moses für das Israelitische Volk,
das waren die Statuten Rudolf Steiners
zur Neubegründung der Anthroposophischen Gesellschaft
für das Neue Christentum des 6. Kulturzeitalters
Frei nach Rudolf Steiner, Valentin Tomberg und Herbert Witzenmann
Anliegen an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen
Gesellschaft in der Form einer Zoomkonferenz, das am 27. März 2021 im Goetheanum zu Dornach an die dort und weltweit versammelte Mitglieder gezeigt werden soll mittels einer etwas kürzeren als die obige Videoaufnahme. Unterstehende Text is die in der Log-in Section der Goetheanum website heruntergeladene schriftliche Fassung, nicht die mündliche, verkürzte des Videos
Vorbemerkung
Im Anschluss an meine Anträge von 2018, 2019 und an den Text für die während
der Weihnachtstagung 2018 am Goetheanum im Herbert Witzenmann Zentrum
durchgeführte Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung 1923“ sowie im Hinblick
auf die Jahrhundertfeier der Weihnachtstagung im Jahre 2023,wurde unter dem Titel „Das neue Christentum
wollend in Liebe der Welt verbinden zur Gesundung von Mensch und Erde“ der
unterstehende,hier etwas erweiterte Arbeitsantrag an die
Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft vom
31.Oktober, 2020 am Goetheanum in Dornach vorgelesen, der, obwohl nicht als
solche von der Generalversammlung behandelt, durch das Vorstandsmitglied und den
Versammlungsleiter Justus Wittich als Empfehlung angenommen wurde.
Zur zeit- und geistgemäßen Wiederherstellung der Form,
welche die anthroposophische Bewegung oder das neue, wahre Christentum zu ihrer
Pflege auf Erde braucht als Vorbereitung für das nächste, sechste
Kulturzeitalter möge die Generalversammlung dem Vorstand empfehlen einen gesamtgesellschaftlichen
Prozess der erforderlichen Bewusstseinsbildung und sozialorganischen Gestaltung
zu initiieren und zu unterstützen, welcher im Rahmen der Jahrhundertfeier
2023zur Entflechtung der Allgemeinen
Anthroposophischen Gesellschaft in vier Unterabteilungen führen soll, nämlich
die Anthroposophische Gesellschaft als solche, deren Verwaltung, die
Administration des Goetheanum-Bau und der Philosophisch-Anthroposophischen Verlag am Goetheanum.
Da die Form der Landesgesellschaften der Konstitution der
Anthroposophischen Gesellschaft nicht widersprechen darf, möge die
Generalversammlung ebenfalls beschließen sie anzuregen, ihre Konstitution auch,
wo nötig, in einem Gefäß zu verändern, dergestalt wie sie die anthroposophische
Bewegung oder das neue Christentum zu ihrer Pflege braucht.
In der Kurzbegründung dieses Antrags wurde mit Bezug auf
das Werk von Rudolf Steiner, Herbert Witzenmann, Valentin Tomberg, Judith von
Halle, Reto Andrea Savoldelli und eigene Beobachtungen aus mehr als 40 Jahren
Erfahrung aus dem Leben der Anthroposophischen Gesellschaft und der Hochschule sowohl
in Dornach als auch in den Niederlanden Folgendes dargestellt:
1. Dass Rudolf Steiner sein Bericht im Nachrichtenblatt
vom 13. Januar 1924 über die soeben geendete Weihnachtstagung (GA 260a, S.27):
„Der Anthroposophischen Gesellschaft eine Form zu geben, wie sie die
anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht“, in seinen drei Vorträgen im
Juli 1924 zu Arnheim über das Karma der anthroposophischen Bewegung und der
Anthroposophischen Gesellschaft (GA 240) erläutert hat, dergestalt, dass mit
„anthroposophische Bewegung“ er das während dem Michael-Kultus in der geistigen
Welt vorbereitete „neue Christentum“ gemeint hat, und dass die vielen an diesem
Kultus beteiligte anthroposophische Seelen vorbestimmt waren dieses neue
Christentum auf die Erde unter der Menschheit zu bringen;
2. Dass aus dem was Rudolf Steiner schon am 11. November
1904 zu Berlin in seinem einzigen Vortrag, über den Manichäismus ausgeführt hat
(GA 93, S. 76), nämlich dass „das wahre Christentums“ erst in der nächsten,
sechsten Kulturzeitalter völlig verwirklicht werden kann, aber seine
Organisationsformschon jetzt in dieser
fünften Kulturepoche vorbereitet werden muss, zu entnehmen ist, dass gerade diese
Form von Rudolf Steiner, stellvertretend für die Individualität von Mani, eben
mit der Weihnachtstagung beabsichtigt war, und wenn Rudolf Steiner damals bei
der Besprechung der Statuten sagte, die Aufgabe des Vorstands sei lediglich
diese allumfassenden Freiheitsstauten zu realisieren, dies also bedeutet die
Form vorzubereiten, welche das neue, wahre Manichäische Christentum der 6.
Slawischen Kulturperiode zu ihrer Pflege braucht;
4. Dass, wie auch von Judith von Halle in ihrem Büchlein Die
Coronavirus-Pandemie – Anthroposophische Gesichtspunkten dargestellt, ist dieses neue Christentum auch das Heilmittel für den vom
materialistischen Zivilisationsprinzip und ihren verursachten Krankheiten wie
Covid-19 sowie weitere der Menschheit und Erde akut bedrohende Symptome, wie
der Trans- oder Posthumanismus, die von Seiten des unrechtmäßigen Fürsten
dieser Welt und des Anti-Christ hervorgetrieben werden.In dieser Schrift schreibt sie
(auf S. 108) in Bezug auf das Meditieren des Wahrspruches Rudolf Steiners „Das
Schöne bewundern“: „Dann verwirklichen wir nichts Geringeres, als das Reich des
Vaters, um dessen Kommen wir im Vaterunser bitten, auf unser Menschheitsumfeld
zu erweitern.“ Darüber sind in diesem Anliegen weitere Hinweise zu finden, wie
dieses Reich des Vaters als das Menschenreich von Freiheit und Liebe auf Erde
der Form nach zu verwirklichen sei.
5. Dass vom dem was Valentin Tomberg schreibt im 2. Kapitel
„Die Auswirkungen der Versuchung in der Erdemission Jesu Christi und im
Schicksal der Menschheit“ seines Buches Anthroposophische
Betrachtungen über das Neue Testament: „Die Aufgabe des Menschen besteht darin an dem Punkt, wo das Geschaffene,
das Fertige der Welt aufhört, aktiv einzugreifen und den unvollendet
gebliebenen Vorgang weiterzufuhren. Dann übernimmt der Mensch die Forstsetzung
des Schöpfungswerkes Gottes und wird dadurch selbst zu einem bewussten
Mitarbeiter, zum Freund Gottes […] Man kann auch mit anderen Worten sagen: die
fertigen Naturreiche – und auch das Menschenreich, wie es geworden ist – sind
da, aber der Mensch kann ein weiteres, noch nicht verwirklichtes Reich
verwirklichen – das Reich Gottes“, von dem es ist nur ein „kleiner Schritt“ um zur Auffassung zu gelangen, dass der große
Gottesfreund Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung eben beabsichtigt hat das
Reich Gottes auf Erde der Form nach zu verwirklichen;
6. Dass dabei die Grundsteinmeditation die erneute
Erkundung dieses Reiches von Freiheit und Liebe ist, die Statuten der
Weihnachtstagung die Leitlinien zu ihrer Verwirklichung darstellen, und der
Menschheitsrepräsentant Rudolf Steiners die Zugangspforte zu diesem Himmelreich
auf Erden bildet, wo die Gegenmächte keinen Einfluss mehr ausüben können,
neutralisiert sind;
8. Dass mit dem am 8. Februar 1925 in „Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft“ umbenannten Goetheanum-Bauverein oder an der
Weihnachtstagung 1926 keine Fusion der Anthroposophischen Gesellschaft mit dem
umbenannten Bauverein durchzog. „konkludentes Verhalten“ stattgefunden hat, wie
dies in einem Urteil des Schweizerischen Gerichtshofs auf Grund von ungenügenden
Urteilsgrundlagen im Jahre 2005 irrtümlich festgestellt wurde, denn dieser
Begriff „konkludentes Verhalten“ kann nur angewendet werden, wenn beide
Gesellschaftskörper eine Fusion bewusst wollen, was in diesem Fall nicht der
Fall war.
9. Dass aber trotzdem vom Vorstand und der Mitgliedschaft
über Jahrzehnte lang versucht wurde – obwohl in den dafür eigentlich juristisch
ungeeigneten Rahmen der modifizierten Statuten des umbenannten Bauvereins – die
Aufgaben und Ziele der Weihnachtstagungsgesellschaft weiter versucht zu
verfolgen (Stichwort: gemischter König),
wie auch im 2. Paragraphen der heutigen Statuten der Allgemeinen
Anthroposophischen Gesellschaft zwar später festgelegt wurde,[1] ohne dass aber dabei
deutlich gemacht wird, dass am 28. Dezember 1923 nicht die Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft gegründet, sondern die Anthroposophische Gesellschaft
neugegründet wurde.
10. Dass diese Jahrzehntelange Pflege der Kultur der
Weihnachtstagung, wie dies auch durch das Riemer-Gutachten[2] festgestellt wurde, und
wie ich auch aus eigener langjähriger Erfahrung in Dornach bestätigen kann, nach
dem Prinzip des Gewohnheitsrechts eine Wirklichkeitsbildende Wirkung hat, und dass
man aus diesem Grund tatsächlich von einer konkludenten Fusion der
Anthroposophischen Gesellschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen
Gesellschaft sprechen kann.
11. Dass somit die Allgemeine Anthroposophische
Gesellschaft auch die reale Möglichkeit hat diese Fusion im Sinne der von
Rudolf Steiner erwünschten „einheitlichen Konstitution“ neu zu gestalten, d.h. zu
gliedern, wo der Vorstand das verbindende Element zwischen den Gliedern
darstellt, damit die Verwaltungsaufgaben außerhalb der Anthroposophischen
Gesellschaft ausgeführt werden können, und innerhalb dieser, auf Grund einer zeit-und
geistgemässen Wiederherstellung des Gründungsstatuts, ein geistiger Freiraum
einstehen kann für die Einwohnung des neuen Christentums für die Heilung von
Mensch und Erde.
12. Dass damit dann das im Prinzip größte Sozialkunstwerk
des 20. Jahrhunderts wiederhergestellt wäre als ein Reich der Übernatur, welche
sich gegen die üblen Machinationen aus dem das Reich der Unternatur erfolgreich
standhalten kann, wie dies Rudolf Steiner in seinem letzten Aufsatz „Von der Natur zu Unter-Natur“ als sein Vermächtnis uns hinterlassen hat.
ANLIEGEN
Die Generalversammlung bittet den Vorstand zu prüfen, ob die oben dargestellte
Vorgehensweise um die an der Weihnachtstagung 1923 beabsichtigte, aber seitdem
ernsthaft beschädigte und verlassene Form für die Pflege der anthroposophischen
Bewegung als das neue Christentum im Hinblick auf die Jahrhundertfeier der
Weihnachtstagung im Jahre 2023 zeit- und geistgemäss wieder herzustellen und zu
verwirklichen auch rechtlich durchführbar ist und falls ja, dies innerhalb von
6 Monaten der Mitgliedschaft bekannt zu machen. Falls dies nicht möglich sei,
möge der Vorstand angeben, wie es dann wohl möglich ist.
[1] „Die Gesellschaft verfolgt ihre Aufgaben und Ziele nach
dem ihr von Rudolf Steiner vorgeschlagenen und bei der Gründungsversammlung am
28. Dezember 1923 von den Mitgliedern einstimmig angenommenen Gründungsstatut.“
(Broschüre der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Dornach, 2017, S.
9).
Zum Geleit: Unter dem obigen Titel wurde diesen Antrag am 1. September vom Antragsteller an den Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach zusammen mit den Englischen und Holländischen Übersetzungen eingereicht. Er ist eine verkürzte, aber vertiefte Fassung des gleichnamigen Antrags, der im April für den auf 31.Oktober verschobenen Generalversammlung formuliert wurde und der unten auf dieser Site noch zu lesen ist. Wenn man mit dem Antrag einverstanden ist und ihn mitunterschreiben oder unterstützen möchte, kann man dies sowohl als Mitglied oder Nicht-Mitglied tun durch einen email an den Vorstandssekretariat (vorstandssekretariat@goetheanum.ch) und an den Antragsteller (willehalm@gmail.com) zu schicken. Denn dies steht jedermann offen, aber nur Mitglieder haben Stimmrecht an die Generalversammlung.
ANTRAG
Zur zeit- und geistgemäßen
Widerherstellung der Form, welche die anthroposophische Bewegung oder das neue,
wahre Christentum zu ihrer Pflege auf Erde braucht als Vorbereitung für das
nächste, sechste Kulturzeitalter möge die Generalversammlung dem Vorstand empfehlen
ein gesamtgesellschaftlicher Prozess der erforderlichen Bewusstseinsbildung und
sozialorganischer Gestaltung zu initiieren und zu unterstützen, der im Rahmen
der Jahrhundertfeier 2023 zur
Entflechtung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in drei
Unterabteilungen führen soll, nämlich: die Anthroposophische Gesellschaft als
solche, deren Verwaltung und die Administration des Goetheanum-Baues.
Da die Form der
Landesgesellschaften die Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft nicht
widersprechen darf, möge die Generalversammlung ebenfalls beschließen sie anzuregen,
ihre Konstitution auch, wo nötig, in einem Gefäß zu verändern, dergestalt wie
sie die anthroposophische Bewegung oder das neue Christentum zu ihrer Pflege braucht.
VORBEMERKUNG
Der Titel dieses Arbeitsantrags „Das neue Christentum
wollend in Liebe der Welt verbinden zur Gesundung von Mensch und Erde“ist eine Variationauf das ursprüngliche Programm der Generalversammlung
und Jahreskonferenz vom April 2020, das unter dem Motto aus den Leitsätzen
Rudolf Steiners stand: „In Liebe wollend sich der Welt verbinden - Wie können
wir gesundend für Mensch und Erde wirken?“. „Es wäre“, so heißt es im Programm,
„in den Morgenplena verbunden gewesen mit dem Blick auf die aktuellen Nöte der
Gegenwart in Bezug auf die Erde (Klima und Landwirtschaft), die Gesundheit (100
Jahre Anthroposophische Medizin) und die heutige seelische Not des Menschen
und deren Überwindung. „
Nun ist
diese Anregung des ursprünglichen Mottos „In Liebe wollend sich der Welt
verbinden“ eigentlich Sache des jeden einzelnen Mitglieds, nicht also etwas, was die Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft als solche beschließen könnte auszuführen, während
demgegenüber die Empfehlung „Das neue Christentum wollend in Liebe der Welt
verbinden zur Gesundung von Mensch und Erde“sehr wohletwas ist,
was in der Kompetenz und im Entscheidungsbereich dieser Generalversammlung der
Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft liegt.
Diese
Stellung soll nun im Hinblick auf die aktuelle kritische Weltlage kurz
begründet werden mit Bezüge auf das Werk von Rudolf Steiner, Herbert
Witzenmann, Valentin Tomberg, Judith von Halle, Reto Andrea Savoldelli und
eigene Beobachtungen aus mehr als 40 Jahre Erfahrungen aus dem Leben der
Anthroposophischen Gesellschaft sowohl in Dornach als in den Niederlanden. (Die
dazu gehörige Hinweisen, Zitaten und Quellen sind in der längeren
Begründungdieses Antrags von 9 Seiten zu
lesen auf http://Willehalm-Stiftung.blogspot.nl). Als eine angestrebte Rehabilitation der Anthroposophischen Gesellschaft
schließt es an an dem Anliegen von Eugen Meier an diese Generalversammlung zur
„Rehabilitation“der Person und des
Werkes von Herbert Witzenmann (1905-1988), ehemaliges Vorstandsmitglied und
Leiter der Jugendsektion und die der Sozialwissenschaft am Goetheanum.
KURZBEGRÜNDUNG
„Der Anthroposophischen Gesellschaft eine Form zu geben,
wie sie die anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht“ wurde von
Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung 1923 am Goetheanum beabsichtigt (Nachrichtenblatt vom 13. Januar 1924, GA
260a, S. 27).
Dass mit
„anthroposophische Bewegung“ Rudolf Steiner das während dem Michael-Kultus in der
geistigen Welt vorbereitete „neue Christentum“ gemeint hat, und dessen
Hauptgegner den von Ahriman inspirierten „neuen Arabismus“ erläutert er 1924 zu
Arnheim im seiner drei Vorträge über das Karma der anthroposophischen Bewegung
und der Anthroposophischen Gesellschaft (GA 240), wobei er unter den neuen
Arabismus lediglich die von den Arabern im Mittelalter entwickelten und später
von den Europäer weiterentwickelten Denk- und Beobachtungsweise der
materialistischen Naturwissenschaft im Auge hat, die das Seelisch-geistige nur als
Epiphänomen, d.h. als nicht-existente Begleiterscheinung des Physischen auffasst.
Dass nun die früher Prinzipien und jetzt
Gründungsstatut genannten Statuten der Weihnachtstagung eben genau als die Form
gemeint waren, welche die anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht,
dass zudem mit der Weihnachtstagung ein neues Zivilizationsprinzip als die Form
dieses neuen Erkenntnis-Christentums, die Sozialorganik inauguriertwurde, eine Form, die überall auf der Erde
mit der nötigen moralischen Intuition, Phantasie und Technik verwirklicht
werden kann, dass ferner die dynamische Dreigliederung des Gründungsstatuts mit
den drei Versen der Grundsteinmeditation über das Geist-Erinnern,
Geist-Besinnen und Geist-Erschauen zusammenhängen, und dass schließlich das Gründungsstatut
das ideelle Ebenbild des Menschheitsrepräsentanten darstellt, all dies und mehr
hat das ehemalige Vorstandsmitglied Herbert Witzenmann u.a. in seinen zwei
Sozialästhetischen StudienDie Prinzipien der Allgemeinen
Anthroposophischen Gesellschaft als Lebensgrundlage und Schulungsweg (Dornach,
1984)[1] und Gestalten oder Verwalten – Rudolf Steiners Sozialorganik/ Ein neues
Zivilisationsprinzip (2. Auflage, Dornach 1986)[2] herausgeforscht, oder ist
daraus abzuleiten. Darauf wurde schon hingewiesen
in meinem (verhinderten) Antrag an die Generalversammlung am Goetheanum vom
Jahre 2018„Über Trümmern Vertrauen – Zum Wiedergewinn des realen
Bodens worauf wir bauen können“[3], in meinem Text für die
Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung“ im Herbert Witzenmann Zentrum in
Dornach am Weihnachten 2018 „Die Weihnachtstagung als eine zeitgeschichtliche
Metamorphose des Mysteriums von Golgotha und ihre Verwirklichung als ewige
Aufgabe“[4]
und in meinem (mittels einem Geschäftsordnungsantrag vom Herrn Andreas Kiepke sofort
vom Tisch gewischten) Antrag „Zur Befreiung vom gemischten König am Goetheanumund Reetablierung der Anthroposophischen
Gesellschaft“[5] an die Generalversammlung
2019. Will man die Begründung dieses
Antrags zur Erneuerung bzw. Wiederherstellung des Weihnachtstagungsimpulses als
die Schöpfung der sozialen Leiblichkeit des Neuen Christentums verstehen und dazu
beitragen sie wiederherzustellen, beziehungsweise zu heilen, ist das Studium
dieser Texte absolut erforderlich.
Eine zusätzliche Quelle für die tiefere Begründung dieses
Antrags, worauf ebenfalls in den früheren Anträge hingewiesen wurde, ist nun das
anthroposophische Werk von Valentin Tomberg, insbesondere sein Buch Anthroposophische Betrachtungen über das
Neue Testament. Im 2. Kapitel dieses Buches„Die Auswirkungen der Versuchung in der Erdenmission Jesu Christiund im Schicksal der Menschheit“ wird im 3.
Teil „Die Verwandlung der äußeren Folgen des Sündenfalls der Menschheit durch
Christus“ an Hand der philosophischen und mystischen Bücher Rudolf Steiners einen
wirklichkeitsgemässen Begriff vom dem Wesen des „Reiches Gottes“, von den
„Wundern“ des Christus Jesus und von der großen Idee der Gottesfreundschaft
geschaffen (S. 47 ff.). „Die Aufgabe des Menschen besteht darin an dem Punkt,
wo das Geschaffene, das Fertige der Welt aufhört, aktiv einzugreifen und den
unvollendet gebliebenen Vorgang weiterzufuhren. Dann übernimmt der Mensch die
Forstsetzung des Schöpfungswerkes Gottes und wird dadurch selbst zu einem
bewussten Mitarbeiter, zum Freund Gottes […] Man kann auch mit anderen Worten
sagen: die fertigen Naturreiche – und auch das Menschenreich, wie es geworden
ist – sind da, aber der Mensch kann ein weiteres, noch nicht verwirklichtes
Reich verwirklichen – das Reich Gottes.“
Wenn man
nun diesen und die vorigen Gedankengänge mitvollziehen kann, ist es nur ein
„kleiner Schritt“ um zur Auffassung zu gelangen, dass der große Gottesfreund
Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung eben beabsichtigt hat das Reich Gottes auf
Erde der Form nach zu verwirklichen, dass dabei die Grundsteinmeditation die
erneute Erkundigung dieses Reiches von Freiheit und Liebe ist, während die Statuten
der Weihnachtstagung die Leitlinien zur ihrer Verwirklichung darstellen, und
dass der Menschheitsrepräsentant Rudolf Steiners die Zugangspforte zu diesem Himmelreich
auf Erden bildet, wo die Gegenmächte keinen Einfluss mehr ausüben können, neutralisiert
sind. (Dass dieser Weihnachtstagungsimpuls, wie von vielen
Konstitutionsforschern des Öfteren behauptet wurde und wird, endgültig
gescheitert sei, ist genauso so irreführend wie zu behaupten, dass das
Mysterium von Golgotha und die Stiftung des Reich Gottes von Freiheit und Liebe
auf Erde durch Christus Jesus ebenfalls misslungen sei, weil das Christentum
anscheinend gar nicht verwirklicht wurde. Dieses wurde, wie hingedeutet, von
Rudolf Steiner durch das Mysterium der Weihnachtstagung erneuert und das nun der
Verwirklichung durch die Seinigen harrt als
eine Form der göttlichen Magie, wo sich der Wille der geistigen Welt in
Freiheit verbinden soll mit dem Willen der dazu aufgerufenen Menschen, modernen
Gottesfreunden.)
Wie dies nun noch weiter begründet werden kann, ist zu entnehmen
aus dem was Rudolf Steiner schon am 11. November 1904 zu Berlin in seinem
einzigen Vortrag (GA 93, S. 76), über den Manichäismus ausgeführt hat, nämlich „das
wahre Christentum“ erst in der nächsten, sechsten Kulturzeitalter völlig
verwirklicht werden kann, aber schon in diesem fünften Zeitalter vorbereitet
werden muss.
Gerade diese
Form wurde meiner Ansicht nach von Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung
beabsichtigt, und wenn er damals bei der Besprechung der Statuten sagte, die
Aufgabe des Vorstands sei lediglich diese allumfassenden Freiheitsstatuten zu
realisieren, bedeutet dies also die Form zu verwirklichen, welche das neue, wahre Manichäische Christentum
der Zukunft zu ihrer Pflege braucht und dieses, frei nach dem Motto der
Jahrestagung, in welcher die Generalversammlung von April hätte eingebettet
werden sollen, „wollend in Liebe der Welt verbinden zur Gesundung von Mensch
und Erde“. Wie auch von Judith von Halle in ihrem BüchleinDie
Coronavirus-Pandemie – Anthroposophische Gesichtspunkten dargestellt, ist
dies auch das Heilmittel für den vom materialistischen Zivilisationsprinzip
verursachten Krankheiten wie Covid- 19 [6] sowie weitere der
Menschheit und Erde akut bedrohende Symptome, wie dem Transhumanismus, die von der
Herrschaft des unrechtmäßigen Fürsten dieser Welt mittels dem „neuen Arabismus“
hervorgehen.
Jetzt kommt aber die Kehrseite! Schon kurz nach dem Tod
von Rudolf Steiners am 30. März 1925, gab es tiefe Spannungen im Restvorstand,
die 1935 zur Ausschaltung von Ita Wegman und Elisabeth Vreede (was durch ein Beschluss der Generalversammlung 2018 wieder aufgehoben wurde)sowie der Englischen und Holländischen Landesgesellschaften führten (was schon in den 50er Jahren rückgängig gemacht wurde) und danach zur Entfremdung von Albert Steffen
und Marie Steiner, die 1944 in ihrem Vorwort des Buches über die
Weihnachtstagung (GA 260) schrieb: „Wir sind dem Ruf nicht gewachsen gewesen.“ So
hat die Anthroposophische Gesellschaft nach ihrer Neugründung an der
Weihnachtstagung 1923 keine weitere Generalversammlungen abgehalten, und wurde es
indessen irrtümlich geglaubt, dass der am 8. Februar 1925 in „Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft“ umbenannte Goetheanum-Bauverein die
Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung selber wäre.Es fand damals auch keine Fusion der
Anthroposophischen Gesellschaft mit dem umbenannten Bauverein durch „konkludentes
Verhalten“ statt, wie dies in einem Urteil des SchweizerischenGerichtshofs auf Grund von ungenügende Urteilsgrundlagen
im Jahre 2005 irrtümlich festgestellt wurde, denn dieser Begriff „konkludentes
Verhalten“ kann nur angewendet werden, wenn beide Gesellschaftskörper eine
Fusion bewusst wollen, was eben in diesem Fall gar nicht der Fall war. Trotzdem wurde aber vom Vorstand und der
Mitgliedschaft über Jahrzehntelang versucht – obwohl in den dafür eigentlich
juristisch ungeeigneten Rahmen der modifizierten Statuten des umbenannten Bauvereins
– die Aufgaben und Ziele der Weihnachtstagungsgesellschaft weiter zu verfolgen
(Stichwort: gemischter König). Dies wurde
auch im 2. Paragraphen der heutigen Statuten der Allgemeinen Anthroposophischen
Gesellschaft zwar später festgelegt,[7] ohne dass aber dabei
deutlich gemacht wird, dass am 28. Dezember 1923 nicht die Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft, sondern die Anthroposophische Gesellschaft
neugegründet wurde, und ohne darauf hinzuweisen, wie dies Reto Andrea Savoldelli
im Kapitel „Der stufenweise Verlust sozialästhetischer Qualifizierung in der
anthroposophischen Gesellschaft“ aus dem 2. Band seiner Trilogie Zur Tätigkeit von Herbert Witzenmann im
Vorstand am Goetheanum (1972-1988) (Basel, 2017) ausführlich dargestellt hat, dass im
Laufe der Zeit sogar 9 der 15 Paragraphen des Gründungsstatuts aufgehoben,
missachtetoder ausgeschaltet wurden![8]
Wie dem auch sei, diese Jahrzehntelange Pflege der Kultur
der Weihnachtstagung, wie dies auch durch das Riemer-Gutachten festgestellt wurde,
und wie ich auch aus eigener langjährigen Erfahrung in Dornach bestätigen kann,
hat dies aber nach dem Prinzip des Gewohnheitsrechts eine Wirklichkeitsbildende
Wirkung. Darum kann man aus diesem Grund tatsächlich von einer konkludenten
Fusion der Anthroposophischen Gesellschaft und der Allgemeinen
Anthroposophischen Gesellschaft sprechen. Somit hat die Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft auch die reale Möglichkeit diese Fusion im Sinne
der einheitlichen Konstitution neu zu gestalten, zu gliedern, wo der Vorstand
das verbindende Element zwischen den Gliedern darstellt, damit die
Verwaltungsaufgaben außerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft ausgeführt
werden können, und somit innerhalb dieser, auf Grund einer zeit-und
geistgemässen Wiederherstellung des Gründungsstatuts, ein geistiger Freiraum
einstehen kann für die Einwohnung des neuen Erkenntnis-Christentums für die
Heilung von Mensch und Erde. Damit wäre dann das im Prinzip größte
Sozialkunstwerk des 20. Jahrhunderts wiederhergestellt als ein Reich der
Übernatur, welche sich gegen die Machinationen aus dem das Reich der Unternatur
mittels dem neuen Arabismus erfolgreich standhalten kann.
KONKLUSION
Aus dem Vorangehenden ergibt sich, dass die
Konstitutionsfrage in erster Linie keine bloß juristische Angelegenheit ist,
sondern die Frage, wie die ursprüngliche Form des neuen Christentums, die im
Laufe der Zeit nach der Weihnachtstagung korrumpiert und juristisch verlassen
wurde zeit- und geistgemäss wiederhergestellt werden kann als Vorbereitung für
das nächste, sechste Kulturzeitalter beginnend etwa im 4. Millennium. Als die
Frucht meiner Bemühungen der letzten fast 20 Jahre, sowohl in Dornach als in Holland,
die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung zu erneuern in Dienst
dieses zukünftigen Manichäischenwahren
Christentums, wird mit diesem Arbeitsantrag
eine Zielsetzung ins Auge gefasst, die
meiner Auffassung nach völlig übereinstimmt mit dem was Rudolf Steiner
beabsichtigt hat, und die darum für Hochschul- und heutige Vorstandsmitglieder
nicht einfach freilassend sein kann, da sie immerhin eine Freiheitspflicht übernommen
haben in Übereinstimmung mit der Leitung der Freien Hochschule zu handeln, also
mit Rudolf Steiner selber oder seinem Werk, da er keine Nachfolger ernannt hat.
Was indessen offen und frei bleibt, sind die gemeinsam zu entwickelnde und vollziehende
Schritte, die zu diesem Ziel führen sollen.
Hoffentlich
wird mit der Darstellung dieses Antrags und der darauffolgenden kurzen
Diskussion einen ersten Beitrag dazu geliefert. Falls es nicht zu einer
Diskussion kommen soll, könnte man diesen Antrag an einer Kommission,
beziehungsweise die schon bestehende Konstitutionsgruppe weitergeleitet werden,
die dann bei der nächsten Generalversammlung über ihre Befindungen Auskunft
geben könnte. Und hoffentlich wird von
der Generalversammlung eingesehen, das wiederum ein Geschäftsordnungs-Antrag
einzubringen in der irrigen Auffassung, dass diese Empfehlung an den Vorstand
nicht zu verwirklichen sei, zu verwerfen sei, denn wieso ist eine Empfehlung nicht
zu verwirklichen? Wenn dem Antrag zugestimmt wird, bedeutet dies lediglich, dass
statt die Empfehlung von mir gemacht wird, sie von der Generalversammlung
ausgeht, was ihr viel mehr Gewicht verleiht und deswegen es etwas schwerer sein
wird sie einfach zu vernachlässigen, etwas was früher leider viel zu oft
passiert ist.
[6]
Judith von Halle: Die Coronavirus-Pandemie – Anthroposophische
Gesichtspunkte (Dornach 2020). Darin schreibt sie (auf S. 108) in Bezug
auf das Meditieren des WahrspruchesRudolf Steiners „Das Schöne bewundern“: „Dann verwirklichen wir nichts
Geringeres, als das Reich des Vaters, um dessen Kommen wir im Vaterunser
bitten, auf unser Menschheitsumfeld zu erweitern.“ Darüber sind in dieser
Begründung des Antrags weitere Hinweise zu finden, wie dieses Reich des Vaters
als das Menschenreich von Freiheit und Liebe auf Erde zu verwirklichen sei.
[7]
„Die Gesellschaft verfolgt ihre Aufgaben und Ziele nach dem ihr von Rudolf
Steiner vorgeschlagenen und bei der Gründungsversammlung am 28. Dezember 1923
von den Mitgliedern einstimmig angenommenen Gründungsstatut.“ (Broschüre der
Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Dornach, 2017, S. 9).
[8]
Dieses Kapitel ist Online erhältlich: http://das-seminar.ch. In
meinem Antrag „Über Trümmern Vertrauen“ (zu finden auf http://Willehalm-Stiftung.blogspot.nl) wurde diesen sozialästhetischen Verlust in der
Anthroposophischen Gesellschaft wie folgt zusammengefasst: „Dies ist der Fall
bei 3 von den 4 sich nach außen wendenden Statuten (d. h. 5, 9 und 13), die im
Sinne einer Gesellschaft von freien Geistern ihre Motive darstellen und
zusammenhängen mit dem Geist-Erschauen. Ebenfalls ausgeschaltet oder nicht
realisiert worden sind 6 von den 7 Mittebildenden Statuten (d. h.
4,6,8,10,12 und 14), die zusammenhängen mit dem Geist-Besinnen und alle
Gesellschaftsorgane darstellen (wie z.B. die Jahresversammlung, wo Zentrum und
Peripherie zusammenkommen sollen). Unbeschädigt sind zwar die sich nach innen
wendenden Statuten (3,7,11 und 15), die zusammenhängen mit dem Geist-Erinnern
und allemal Menschen repräsentieren (die 700 bis 800 Teilnehmer der
Weihnachtstagung, Rudolf Steiner selber, die künftigen Mitglieder der
Arbeitsgruppen und den Gründungsvorstand). Aber diese Triebfederartige Statuten
können mit den fast allen aufgehobenen Motivartigen Statuten nicht vereinigt
werden, weil fast alle Mittebildenden Statuten nicht mehr funktionsfähig sind.
Dadurch kann eine Gesellschaftshandlung im Sinne der Philosophie der Freiheit, dass eine Handlung die Vereinigung von
Triebfeder und Motiv ist, kaum mehr zustande kommen, da „der reale Boden“
[Rudolf Steiner an der Weihnachtstagung] auf dem wir arbeiten sollen,
weitgehend eingestürzt ist.
Antrag von Robert Jan Kelder an die
Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am
30.Oktober 2020 am Goetheanum im Hinblick auf die Jahrhundertfeier der
Weihnachtstagung 1923/24 der als Konzept am 29. Juli zur Kenntnisnahme und eventuelle Unterstützung verbreitet wurde.
Zur zeit- und geistgemäßen Widerherstellung der Form,
welche die anthroposophische Bewegung oder das neue, wahre Christentum zu ihrer
Pflege brauchtals Vorbereitung für das
nächste, sechste Kulturzeitalter möge die Generalversammlung beschließen ein gesamtgesellschaftlicher
Prozess der erforderlichen Bewusstseinsbildung und Sozialgestaltung im Gang zu
bringen bzw. zu unterstützen, welcher im Rahmen der Jahrhundertfeier 2023zur Entflechtung der Allgemeinen
Anthroposophischen Gesellschaft in drei Unterabteilungen führen soll, nämlich
die Anthroposophische Gesellschaft, deren Administration und die Administration
des Goetheanum-Baues.
Da die Konstitution der Landesgesellschaften die
Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft nicht wiedersprechen darf,
möge die Generalversammlung ebenfalls beschließen sie anzuregen, dass diese
Wiederherstellung der Form, welche die anthroposophische Bewegung oder das neue
Christendom zu ihrer Pflege braucht, auch durch sie, so nötig, im Angriff
genommen werde.
BEGRÜNDUNG
Mit der
Weihnachtstagung 1923 am Goetheanum wurde von Rudolf Steiner beabsichtigt „der
Anthroposophischen Gesellschaft eine Form zu geben, wie sie die anthroposophische
Bewegung zu ihrer Pflege braucht.“ (Nachrichtenblatt vom 13. Januar 1924, GA
260a, S. 27).
Dass nun mit „anthroposophische
Bewegung“ Rudolf Steiner eben „das neue Christentum“ gemeint hat, erläutert er u.a.
am 18. Juli 1924 zu Arnheim im ersten seiner drei Vorträge über das Karma der
anthroposophischen Bewegung und der Anthroposophischen Gesellschaft in Bezug
auf den Michael-Kultus in der geistigen Welt (GA 240, S, 145): "Was mit dem 20. Jahrhundert hier auf der
Erde sich vollzieht als das Zusammenströmen einer Anzahl von Persönlichkeiten
zu der Anthroposophischen Gesellschaft, das hat sich in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts dadurch vorbereitet, daß die Seelen dieser heute verkörperten
Menschen, die da in großer Anzahl zusammenströmen, im Geistigen vereinigt
waren, als sie noch nicht in die physisch-sinnliche Welt herabgestiegen waren.
Und es ist dazumal in den geistigen Welten von einer Anzahl von Seelen,
zusammen wirkend, eine Art von Kultus gepflegt worden, ein Kultus, der die
Vorbereitung für diejenigen Sehnsüchten war, die in den Seelen aufgetreten
sind, welche in Leibern jetzt zur Anthroposophischen Gesellschaft
zusammenströmen. Und wer die Gabe hat, die Seelen in ihren Leibern
wiederzuerkennen, der erkennt sie, wie sie in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts mit ihm zusammen gewirkt haben, als in der übersinnlichen Welt
hingestellt worden sind mächtige kosmische Imaginationen, welche dasjenige darstellen,
was ich nennen könnte: das neue
Christentum. Da waren - wie jetzt hier in Leibern auf Erden - die Seelen
vereinigt, um sich aus dem, was ich die kosmische Substantialität und die
kosmischen Kräfte nennen möchte, in Realität dasjenige zusammenzufügen, was in
mächtigen Bildern kosmische Bedeutung hatte und was der Vorklang desjenigen
war, das sich hier als Lehre, als anthroposophisches Tun auf der Erde
vollziehen soll […] Aber alles, was so als Seelen in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts zusammengeströmtwar,umdasvorzubereiten,wasaufderErdeanthroposophische Bewegung werden sollte,
alles das bereitete im Grunde genommendasjenigevor,wasichimmerwiedergenannthabe:die Michael-Strömung,dieimletztenDritteldes 19. Jahrhundertsaufgetreten ist unddie denbedeutendstengeistigen
Einschlagin derneueren Entwickelungsströmung der Menschheit
bildet. Michael-Strömung: Michaeldie Wegevorzubereitenfür seinirdisch-himmlischesWirken - daswardie Aufgabe derSeelen,die dazusammen waren."
Dass nun die
früher Prinzipien und jetzt Gründungsstatut genannten Statuten der
Weihnachtstagung eben genau als die Form gemeint waren, welche die
anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht, dass zudem mit der
Weihnachtstagungein neues
Zivilizationsprinzip als die Form für dieses neue Christentum, die
Sozialorganik inauguriertwurde, die
überall auf der Erde mit der nötigen moralischen Intuition, Phantasie und
Technik verwirklicht werden kann, dass ferner die dynamische Dreigliederung des
Gründungsstatuts mit den drei Versen der Grundsteinmeditation über das
Geist-Erinnern, Geist-Besinnen und Geist-Erschauen zusammenhängen, und dass schließlich
dieses Gründungsstatut das ideelle Ebenbild des Menschheitsrepräsentanten darstellt,
all dies hat das ehemalige Vorstandsmitglied Herbert Witzenmann u.a. in seinen
zwei Sozialästhetischen StudienDie Prinzipien der Allgemeinen
Anthroposophischen Gesellschaft als Lebensgrundlage und Schulungsweg (Dornach,
1984)[i]
und Gestalten oder Verwalten – Rudolf
Steiners Sozialorganik/ Ein neues Zivilisationsprinzip (2. Auflage, Dornach
1986)[ii]
herausgeforscht, oder ist daraus
abzuleiten. Darauf wurde schon hingewiesen
in meinem (verhinderten) Antrag an die Generalversammlung am Goetheanum vom
Jahre 2018„Über Trümmern Vertrauen – Zum Wiedergewinn des realen
Bodens worauf wir bauen können“, in meinem Text für die Arbeitsgruppe „100 Jahre Weihnachtstagung“ im
Herbert Witzenmann Zentrum „Die Weihnachtstagung als eine zeitgeschichtliche
Metamorphose des Mysteriums von Golgotha und ihre Verwirklichung als ewige
Aufgabe“und in meinem Antrag an die
Generalversammlung 2019 „Zur Befreiung vom gemischten König am Goetheanumund Reetablierung der Anthroposophischen Gesellschaft“. Darum begrenze ich mich hier auf ein Zitat und eine Zeichnung
aus dem Prinzipien-Aufsatz (auf S. 12 ff.) in der Hoffnung, dass man selber
diese Studie die Aufmerksamkeit gibt, die erforderlich ist um die tiefere
Begründung dieses Antrags zu verstehen und damit eine Erneuerung des
Weihnachtstagungsimpulses als der sozialen Leiblichkeit der Anthroposophischen
Gesellschaft einzuleiten:
„Eine freie
Gemeinschaft kann keine ‚juridische Person‘, kein personifiziertes
Organisationssystem sein. Sie kann nur als eine überpersönliche Realität eines
gemeinsam freien Bewusstseins bekunden, wie es in einer Erkenntnisgemeinschaft
zu bilden vermag, die sich eines Erlebnisspielraums zwischen Geistes- und
Sinnenwelt bewusst ist. Überpersönlich bedeutet hierbei nicht die Auslöschung
individueller Bewusstheit und Selbständigkeit in einer Realität anderer Art,
sondern das gemeinsame Bewusstsein im gleichen Erkenntnisstreben Vereinter,
welche des Anwesend werden eines zwar gleichen, doch nur im individuellen
betätigten Erleben eines geistigen Inhalts erfahren wird.
Eine solche Einheit des Esoterischen
und Exoterischen, des Universellen und des Individuellen, die durch eine
rhythmische Mitte verbunden sind, kann ihre volle Wirklichkeit in einer
Gemeinschaft erst seit der Begründung des Christentums finden. Denn erst durch
die Veröffentlichung des Mysteriengeheimnisse von der Inkarnation des Geistigen
und Transsubstantiation des Physischen in einem gottmenschlichen Lebenslauf ist
es möglich geworden, dass Inneres und Äußeres, Mysterium und Öffentlichkeit
Offenbarungen des gleichen Wesens sind. Daher ist jede moderne Gemeinschaft,
die sich in freier, individueller Wachheit den Stil ihrer äußeren Erscheinung
bildet, eine christliche. Sie kann nicht programmatisch oder dogmatisch auf
Prinzipien ihrer Existenz festgelegt und gelöbnishaft verpflichtet, sondern nur
zu dem sich stets erneuernden Bewusstsein der fortwährend und fortschreitend zu
vollbringenden Aufgabe ihrer Selbstverwirklichung aufgerufen und ermutigt
werden. Daher müssen die Prinzipien einer christlich-modernen Gesellschaft
dynamisch-rhythmischeAusstrahlungskraft
besitzen.
Eine wahrhaft moderne Gesellschaft
wird sich also in dreigegliederter Gestalt, als der rhythmische Prozess der
Verbindung zweier Polaritäten durch eine Mitte darstellen. DieseDreigliedrigkeit wird in der äußeren
Erscheinung der Prinzipien sofort sichtbar, wenn man sich zum Verständnis
bringt, worauf die in einer Zickzacklinie aufgezeichnete Zahlenreihe hindeutet.“
Eine
zusätzliche Quelle für die tiefere Begründung dieses Antrags, worauf ebenfalls
in den früheren Anträge hingewiesen wurde, ist nun das anthroposophische Werk
von Valentin Tomberg, insbesondere sein Buch Anthroposophische Betrachtungen über das Neue Testament. Im 2.
Kapitel dieses Buches„Die Auswirkungen
der Versuchung in der Erdenmission Jesu Christiund im Schicksal der Menschheit“ wird im 3. Teil „Die Verwandlung der
äußeren Folgen des Sündenfalls der Menschheit durch Christus“ an Hand der
philosophischen und mystischen Bücher Rudolf Steiners einen wirklichkeitsgemässen
Begriff vom dem Wesen des „Reiches Gottes“, von den „Wundern“ des Christus
Jesus und von der großen Idee der Gottesfreundschaft geschaffen (auf S. 47
ff.):
„Will man in
der Gegenwart nicht bei einer allgemeinen Empfindung bleiben, sondern einen
wirklichkeitsgemässes Begriff des
Wesen des Reiches Gottes und der Wunder des Christus Jesus schaffen (welcher
Begriff dann – wie jeder geistgemässe, aktiv-erarbeitete Begriff zu einem
Fenster in die geistige Wirklichkeit werden kann), so kann man diesen Begriff
an Hand der Schriften Rudolf Steiners erarbeiten, die seinen anthroposophischen
Veröffentlichungen vorangingen. Arbeitet man z. B.Rudolf Steiners Mystik (GA 7) durch und fragt sich, nachdem der Faden der
Schilderung und des Gedankenganges klar vor Augen steht: was wollte Rudolf
Steiner durch die Schilderung der Mystik sagen? – so leuchtet die zentrale Idee
dieses Werkes auf, die dort in mancherlei Form immer wieder ausgesprochen wird,
nämlich die große Idee der
Gottesfreundschaft […] Ihr Wesen trifft man doch, wenn man sagt, dass die
Aufgabe des Menschen darin besteht an dem Punkt, wo das Geschaffene, das
Fertige der Welt aufhört, aktiv einzugreifen und den unvollendet gebliebenen
Vorgang weiterzufuhren. Dann übernimmt der Mensch die Forstsetzung des
Schöpfungswerkes Gottes und wird dadurch selbst zu einem bewussten Mitarbeiter,
zum Freund Gottes […] Man kann auch mit anderen Worten sagen: die fertige
Naturreiche – und auch das Menschenreich, wie es geworden ist – sind da, aber
der Mensch kann ein weiteres, noch nicht verwirklichtes Reich verwirklichen –
das Reich Gottes.“[iii]
Wenn man
diesen und die vorigen Gedankengänge mitvollziehen kann, ist es nur ein
„kleiner Schritt“ um zur Auffassung zu gelangen, dass der große Gottesfreund
Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung eben beabsichtigt hat das Reich Gottes auf
Erde zu verwirklichen, dass dabei die Grundsteinmeditation die erneute
Erkundigung dieses Reiches von Freiheit und Liebe ist, während die Statuten der
Weihnachtstagung die Leitlinien zur ihrer Verwirklichung darstellen, und dass der
Menschheitsrepräsentant Rudolf Steiners die Zugangspforte zu diesem Himmelreich
auf Erden bildet, wo die Gegenmächte keinen Einfluss mehr ausüben können,
neutralisiert sind.[iv]
Wie dies nun
noch weiter begründet wird, was ich aber früher nicht wusste, ist zu entnehmen
aus dem was Rudolf Steiner schon am 11. November 1904 zu Berlin in seinem
einzigen Vortrag (GA 93, S. 76), über den Manichäismus ausgeführt hat nämlich
dass „das wahre Christentum“ erst in der nächsten, sechsten Kulturzeitalter
völlig verwirklicht werden kann, aber schon in dieser fünften Zeitalter vorbereitet
werden muss:
„Diese Strömung des Mani strebt hinüber bis
zur sechsten Wurzelrasse, die seit der Begründung des Christentums vorbereitet
wird. Gerade in der sechsten Wurzelrasse wird das Christentum erst in seiner
vollen Gestalt zum Ausdruck kommen. Dann erst wird es wirklich da sein. Das
innere christliche Leben als solches überwindet jegliche Form, es pflanzt sich
durch das äußere Christentum fort und lebt in allen Formen der verschiedenen
Bekenntnisse. Wer christliches Leben sucht, wird es immer finden. Es schafft
Formen und zerbricht Formen in den verschiedenen Religions-systemen. Nicht
darauf kommt es an, die Gleichheit überall zu suchen in den äußeren
Ausdrucksformen, sondern den inneren Lebensstrom zu empfinden, der überall
unter der Oberfläche da ist. Was aber noch geschaffen werden muß, das ist eine
Form für das Leben der sechsten Wurzelrasse. Die muß früher geschaffen werden,
denn sie muß da sein, damit sich das christliche Leben hineingießen kann. Diese
Form muß vorbereitet werden durch Menschen, die eine solche Organisation, eine
solche Form schaffen werden, damit das wahre christliche Leben der sechsten
Wurzelrasse darin Platz greifen kann. Und diese äußere Gesellschaftsform muß
entspringen aus der Mani-Intention, aus dem Häuflein, das der Mani vorbereitet.
Das muß die äußere Organisationsform sein, die Gemeinde, in der zuerst der
christliche Funke wird so recht Platz greifen können.“
Diese Form
wurde meiner Ansicht nach von Rudolf Steiner mit der Weihnachtstagung
beabsichtigt,[v]
und wenn er damals bei der Besprechung der Statuten sagte, die Aufgabe des
Vorstands sei lediglich diese allumfassenden Freiheitsstauten zu realisieren,[vi]
bedeutet dies also die Form zu verwirklichen, welche das neue, wahre Manichäische Christentum
der Zukunft zu ihrer Pflege braucht und dieses, frei nach dem Motto der
diesjährigen Jahrestagung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft[vii],
in welcher die Generalversammlung eingebettet ist, „wollend in Liebe der Welt verbinden
zur Gesundung von Mensch und Erde“. Wie auch von Judith von Halle in ihrem BüchleinDie
Coronavirus-Pandemie – Anthroposophische Gesichtspunkten dargestellt, ist dies
ist auch das Heilmittel für den vom materialistischen Zivilisationsprinzip
verursachten Krankheiten wie Covid- 19.[viii]
DIE KEHRSEITE
Jetzt kommt
aber die Kehrseite! Schon kurz nach dem Tod von Rudolf Steiners am 30. März
1925, gab es tiefe Spannungen im Restvorstand, die 1935 zur Ausschaltung von
Ita Wegman und Elisabeth Vreede sowie die Englische und Holländische
Landesgesellschaften führten was in Bezug auf die wie Vorstandsmitglieder durch
einen Beschluss der Generalversammlung 2018 wieder aufgehoben wurde) und danach zur Entfremdung von Albert Steffen
und Marie Steiner, die 1944 in ihrem Vorwort des Buches über die
Weihnachtstagung (GA 260) schrieb: „Wir sind dem Ruf nicht gewachsen gewesen.“ So
hat die Anthroposophische Gesellschaft nach ihrer Neugründung an der
Weihnachtstagung keine weitere Generalversammlungen abgehalten, und wurde es indessen
irrtümlich geglaubt, dass der am 8. Februar 1925 in „Allgemeine
Anthroposophische Gesellschaft“ umbenannte Goetheanum-Bauverein die
Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung selbst wäre.Es fand damals auch keine Fusion der
Anthroposophischen Gesellschaft mit dem umbenannten Bauverein durch zog. „konkludentes
Verhalten“ statt, wie dies in einem Urteil des SchweizerischenGerichtshofs auf Grund von ungenügende Urteilsgrundlagen
im Jahre 2005 irrtümlich festgestellt wurde, denn dieser Begriff „konkludentes
Verhalten“ kann nur angewendet werden, wenn beide Gesellschaftskörper eine
Fusion bewusst wollen, was eben in diesem Fall gar nicht der Fall war. Trotzdem wurde aber vom Vorstand und der
Mitgliedschaft über Jahrzehntelang versucht – obwohl in den dafür eigentlich
juristisch ungeeigneten Rahmen der modifizierten Statuten des umbenannten Bauvereins
– die Aufgaben und Ziele der Weihnachtstagungsgesellschaft weiter zu verfolgen
(Stichwort: gemischter König). Dies wurde
auch im 2. Paragraphen der heutigen Statuten der Allgemeinen Anthroposophischen
Gesellschaft zwar später festgelegt,[ix] ohne
dass aber dabei deutlich gemacht wird, dass am 28. Dezember 1923 nicht die
Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, sondern die Anthroposophische
Gesellschaft neugegründet wurde, und ohne darauf hinzuweisen, wie dies Reto Andrea Savoldelli
im Kapitel „Der stufenweise Verlust sozialästhetischer Qualifizierung in der
anthroposophischen Gesellschaft“ aus dem 2. Band seiner Trilogie Zur Tätigkeit von Herbert Witzenmann im
Vorstand am Goetheanum (1972-1988) (Basel, 2017)[x]ausführlich dargestellt hat, dass im
Laufe der Zeit sogar 9 der 15 Paragraphen des Gründungsstatuts aufgehoben,
missachtetoder ausgeschaltet wurden![xi]
Wie dem auch
sei, diese Jahrzehntelange Pflege der Kultur der Weihnachtstagung, wie dies
auch durch das Riemer-Gutachten festgestellt wurde, und wie ich auch aus
eigener Erfahrung bestätigen kann,[xii] hat
aber nach dem Prinzip des Gewohnheitsrechts eine Wirklichkeitsbildende Wirkung,
und darum kann man aus diesem Grund tatsächlich von einer konkludenten Fusion der
Anthroposophischen Gesellschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen
Gesellschaft sprechen. Somit hat die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft
auch die reale Möglichkeit diese Fusion im Sinne der einheitlichen Konstitution
neu zu gestalten, zu gliedern, wo der Vorstand das verbindende Element zwischen
den Gliedern darstellt, damit die Verwaltungsaufgaben außerhalb der Anthroposophischen
Gesellschaft ausgeübt werden können, und somit innerhalb dieser, auf Grund
einer zeit-und geistgemässen Wiederherstellung des Gründungsstatuts, ein
geistiger Freiraum einstehen kann für die Einwohnung des neuen Christentums für
die Heilung von Mensch und Erde.
KONKLUSION
Aus dem
Vorangehenden ergibt sich, dass die Konstitutionsfrage in erster Linie keine bloß
juristische Angelegenheit ist, sondern die Frage, wie die ursprüngliche Form
des neuen Christentums, die im Laufe der Zeit nach der Weihnachtstagung
korrumpiert und juristisch verlassen wurde zeit- und geistgemäss
wiederhergestellt werden kann als Vorbereitung für das nächste, sechste
Kulturzeitalter beginnend etwa im 4. Millennium. Als die Frucht meiner
Bemühungen der letzten fast 20 Jahre um, sowohl in Dornach als in Holland, die
Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung zu erneuern in Dienst
dieses zukünftigen Manichäischenwahren
Christentums, wird mit diesem Antrag eine Zielsetzung ins Auge gefasst, die meiner
Auffassung nach völlig übereinstimmt mit dem was Rudolf Steiner beabsichtigt
hat, und die darum für Hochschul- und heutige Vorstandsmitglieder nicht einfach
freilassend sein kann, da sie immerhin eine Freiheitspflicht übernommen haben
in Übereinstimmung mit der Leitung der Freien Hochschule zu handeln, also mit
Rudolf Steiner selber oder seinem Werk, da er keine Nachfolger ernannt hat. Was
indessen offen und frei bleibt, sind die gemeinsam zu entwickelnde und vollziehende
Schritte, die zu diesem Ziel führen sollen.
Außerdem schließt der Antrag an die
8 Anträge an, die ich zwischen 2012 und 2017 an die Generalversammlungen der
Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden gestellt habe, wo ich
zweimal (vergeblich) als Kandidat des ersten Vorsitzenden kandidiert habe.
All dieser Anträge und diesen Anliegen
wurde von der gesamten anthroposophischen Presse sowohl in der Schweiz,
Deutschland und Holland totgeschwiegen, wie im Allgemeinen mein ganzes Werk.
Dasselbe Bild ergibt sich für die ins Englische und Holländische übersetzten
Fassungen dieser und andere Texte in der Englisch-sprechenden Welt. Ich bin inzwischen
80 Jahre alt geworden und hoffe, das mit der neuen Leitung am Goetheanum,
dieses trauriges Bild sich etwas zum Guten ändern wird und ich nach Vermögen
bis 2023 beitragen kann die Jahrhundertfeier des Weihnachtstagungsimpulses auf
eine wahrhaftige und würdige Art und Weisemitzugestalten.
[iii]Die 12 Kapitel und das Nachwort dieses Buches, woraus wesentliche
Impulse zu entnehmen sind, wie dies zu realisieren ist,wurde ins Holländische übersetzt und unter
dem Motto „Gods rijk op aarde realiseren - De antroposofische beweging als het
Nieuwe Christendom“ („Das Reich Gottes realisieren – Die anthroposophische
Bewegung als das neue Christentums“ im Vorjahr von 2019 im Ita Wegmanhaus und
in der Bibliothek des Willehalm Instituts zu Amsterdam mit Einführungen
vorgelesen (Siehe https://het-nieuwe-christendom.blogspot.com/2019/02/gods-rijk-op-aarde-realiseren-de.html).
Dies geschah nachdem das Buch Anthroposophische
Betrachtungen über das Alte Testament von Valenti Tomberg schon im Vorjahr
von 2014 unter dem Motto „Het Nieuwe Christendom ter herkerstening van deLage Landen“ („Das neue Christentum zur
Neuevangelisation der Niederlanden“)übersetzt
und mit Einführungen vorgelesen wurde in der Schlosskapelle von Oud-Zuylen bei
Utrecht und Online gesetzt wurde. (Siehe: https://het-nieuwe-christendom.blogspot.com/2014/06/het-nieuwe-christendom-ter.html),
und nachdem im Vorjahr von 2015 erstmals die 12 Übersetzungender Anthroposophischen
Betrachtungen über das Neue Testament und danach die drei Anthroposophische Betrachtungen über die
Apokalypse in der Bibliothek des Willehalm Instituts ebenfalls mit
Einführungen vorgelesen, diskutiert und Online gesetzt wurden. (Siehe: http://Jezus-van-Nazareth.blogspot.nl und
http://Tomberg-over-de-Apocalyps.blogspot.nl;
für ein Übersicht und die Einführungen siehe: http://het-nieuwe-christendom.blogspot.nl).
[iv]
Dass dieser Weihnachtstagungsimpuls, wie von vielen Konstitutionsforschern des
Öfteren behauptet wurde und wird, endgültig gescheitert sei, ist genauso
unsinnig wie zu behaupten, dass das Mysterium von Golgotha und die Stiftung des
Reich Gottes von Freiheit und Liebe auf Erde durch Christus Jesus ebenfalls
misslungen sei, weil das Christentum anscheinend gar nicht verwirklicht wurde.
Dieses wurde, wie gezeigt, von Rudolf Steiner durch die Weihnachtstagung
erneuert und harrt der Verwirklichung durch die Seinigen. Dazu möchte dieser
Antrag anregen und beitragen.
[v]Man könnte meinen, dass diese Form nicht diejenige Form ist, die Rudolf
Steiner mit der Weihnachtstagung beabsichtigt hat, denn im obigen Zitat ist
nicht die Rede von ihm, sondern von Mani, dessen geistige Arbeitsweise Rudolf
Steiner in diesem Vortrag wie folgt charakterisiert: (GA 93, S. 73): „Mani ist es, der diejenige Stufe der
menschlichen Seelenentwickelung vorbereitet, die das eigene seelische
Geisteslicht sucht. Alles, was von ihm herrührt, war ein Berufen auf das eigene
Geisteslicht der Seele und das war zugleich ein entschiedenes Aufbäumen gegen alles,
was nicht aus der Seele, aus der eigenen Beobachtung der Seele kommen wollte.
Schöne Worte rühren von dem Mani her und sind das Leitmotiv seiner Anhänger zu
allen Zeiten gewesen. Wir hören: Ihr müßt abstreifen alles dasjenige, was
äußere Offenbarung ist, die ihr auf sinnlichem Wege erhaltet! Ihr müßt
abstreifen alles, was äußere Autorität euch überliefert; dann müßt ihr reif
werden, die eigene Seele anzuschauen!“
Diese
Arbeitsweise trifft aber auch genau aufRudolf Steiner zu in Bezug auf sein Hauptwerk Die Philosophie der Freiheit mit dem Untertitel „Seelische
Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“.
Und
dies ist ebenso die Arbeitsweise von Herbert Witzenmann, womit er sein ganzes
Werk aufgebaut hat und somit auch seine zwei obengenannten Sozialästhetischen
Studien.
[vi]Am 27. Dezember 1923 beschreibt Rudolf Steiner diese Aufgabe folgendermaßen:
„Der Zentralvorstand wird als seine Aufgabe lediglich die Realisierung der
Statuten zu betrachten haben; er wird alles zu tun haben, was in der Richtung
der Realisierung der Statuten liegt. Und damit ist eine große Freiheit
gegeben. Aber zugleich weiß man auch, was man an diesem Zentralvorstand hat,
denn man hat die Statuten und kann aus ihnen ein vollständiges Bild gewinnen
von dem was er jemals tun wird. Dadurch ist auch die Möglichkeit geschaffen,
überall auf realem Boden zu stehen, wo solche Vereinigungen entstehen, wie zum
Beispiel der Goetheanum-Bauverein. Und es wird in den nächsten Tagen die
Aufgabe sein, zwischen dem Vorstand, der sich gebildet hat, und dem
Goetheanum-Bauverein die entsprechende Relation zu bilden.“ Dieses „vollständiges Bild“ hat eben Herbert
Witzenmann in den obengenannten Studien gewonnen, wie auch wie „die
entsprechende Relation“, zwischen dem Bauverein und der Anthroposophischen
Gesellschaft als eine Relation zwischen dem Gestalten und Verwalten zu
verstehen und zu bilden sei.
[vii]
Dieses Motto lautet: „In Liebe wollend sich der Welt verbinden – Wie können wir
gesundend für Mensch und Erde wirken?“
[viii]Judith von Halle: Die
Coronavirus-Pandemie – Anthroposophische Gesichtspunkte (Dornach 2020).
Darin schreibt sie (auf S. 108) in Bezug auf das Meditieren des Wahrspruches Rudolf Steiners „Das Schöne bewundern“: „Dann
verwirklichen wir nichts Geringeres, als das Reich des Vaters, um dessen Kommen
wir im Vaterunser bitten, auf unser Menschheitsumfeld zu erweitern.“ Darüber sind
in dieser Begründung des Antrags weitere Angaben zu finden, wie dieses Reich
des Vaters als das Menschenreich von Freiheit und Liebe auf Erde zu verwirklichen
sei.
[ix]
„Die Gesellschaft verfolgt ihre Aufgaben und Ziele nach dem ihr von Rudolf
Steiner vorgeschlagenen und bei der Gründungsversammlung am 28. Dezember 1923
von den Mitgliedern einstimmig angenommenen Gründungsstatut.“ (Broschüre der
Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Dornach, 2017, S. 9).
[x] Im
dritten Band Die geistige Persönlichkeit
Herbert Witzenmann – Ein Beitrag zur europäischen Kulturgeschichte dieser
Trilogie (Basel, 2017) hat Savoldelli entdeckt, dass es eine tiefe
seelisch-geistige Verwandtschaft besteht zwischendem Lebenswerk von Alanus ab Insulis, dem
hervorragenden Leiter der platonischen Schule von Chartres, und dem Lebenswerk
Herbert Witzenmanns, ohne dabei von einer eigentlichen Reinkarnation zu
sprechen. Auf Grund meiner Studie des Hauptwerkes von Alanus Der Anticlaudianus oder die Bücher von der
himmlischen Erschaffung des neuen Menschen, übersetzt und eingeleitet von
Wilhelm Rath, und meiner Kenntnis als Übersetzer mancher Werke von Herbert
Witzenmann ins Englische und Niederländische, bin ich inzwischen zur Auffassung
gekommen, dass es sehr wohl sein kann, dass hier die gleiche Individualität am
Werke war und als solche, aber bis jetzt fast unerkannt, an die von Rudolf
Steiner vorausgesagte Kulmination der Anthroposophie am Ende des vorigen
Jahrhunderts wesentlich beigetragen hat.
[xi]
Dieses Kapitel ist Online erhältlich: http://das-seminar.ch. In
meinem Antrag „Über Trümmern Vertrauen“ wurde diesen sozialästhetischen Verlust
in der Anthroposophischen Gesellschaft wie folgt zusammengefasst: „Dies ist der
Fall bei 3 von den 4 sich nach außen wendenden Statuten (d. h. 5, 9 und 13),
die im Sinne einer Gesellschaft von freien Geistern ihre Motive darstellen und
zusammenhängen mit dem Geist-Erschauen. Ebenfalls ausgeschaltet oder nicht
realisiert worden sind 6 von den 7 Mittebildenden Statuten (d. h.
4,6,8,10,12 und 14), die zusammenhängen mit dem Geist-Besinnen und alle
Gesellschaftsorgane darstellen (wie z.B. die Jahresversammlung, wo Zentrum und
Peripherie zusammenkommen sollen). Unbeschädigt sind zwar die sich nach innen
wendenden Statuten (3,7,11 und 15), die zusammenhängen mit dem Geist-Erinnern
und allemal Menschen repräsentieren (die 700 bis 800 Teilnehmer der
Weihnachtstagung, Rudolf Steiner selber, die künftigen Mitglieder der
Arbeitsgruppen und den Gründungsvorstand). Aber diese Triebfederartige Statuten
können mit den fast allen aufgehobenen Motivartigen Statuten nicht vereinigt
werden, weil fast alle Mittebildenden Statuten nicht mehr funktionsfähig sind.
Dadurch kann eine Gesellschaftshandlung im Sinne der Philosophie der Freiheit, dass eine Handlung die Vereinigung von
Triebfeder und Motiv ist, kaum mehr zustande kommen, da „der reale Boden“
[Rudolf Steiner] auf dem wir arbeiten sollen, weitgehend eingestürzt ist.
In
diesem stufenweisen Verlust der Wirksamkeit der sozialorganischen Konstitution
der Anthroposophischen Gesellschaft wurde am allerersten in den 70er Jahren das
allerwichtigste der Ich-Organen der Gesellschaft, die Mitte der Mitte, also der
Paragraph 8 mit dem moralischen Schutzvermerk der Freien Hochschule im
Zusammenhang mit der zog. Bücherfrage ausgeschaltet. Dies verursachte ein
Schisma zwischen Herbert Witzenmann und seinen Vorstandskollegen. (Mehr darüber
ist u.a. nachzulesen in Witzenmanns Studie über die "Prinzipien".)
Später eingefügter Zusatz in diesem Antrag:
Ein weiteres Beispiel dieser konstitutiven Zerstörung der Mittebildenden Säule
ist die Tatsache, dass der Vorstand unter der Leitung von Bodo von Plato das
Nachrichtblatt vor einigen Jahre abgeschafft und ersetzt hat durch dem
Monatsheft „Anthroposophie Weltweit“. Dies ist eine Verletzung des Paragraphen
14: „Gesellschaftsorgan ist das ‚Goetheanum‘, das zu diesem Ziel mit einer
Beilage versehen wird, welche die offiziellen Mitteilungen der Gesellschaft
enthalten soll. Diese vergrößerte Aufgabe des ‚Goetheanum‘ wird nur an die
Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft abgegeben.“ Rudolf Steiner hat
bei seinem Kommentar dazu an der Weihnachtstagung das Beispiel von zentrifugale
und zentripetale Kräfte der Blutzirkulation verwendet, also der fortwährende
Verkehr zwischen dem Vorstand am Goetheanum als Zentrum und die Mitgliedschaft
in aller Welt als Peripherie. Er sagte dazu: ‚Dadurch kommen wir zu einer
völlig freien, auf freien Verkehr beruhenden Konstitution der Anthroposophische
Gesellschaft.‘ Glücklicherweise wurde durch die Mitglieder selber versucht
diese Lücke einigermaßen zu füllen: Im deutschen Sprachraum durch u.a.
Roland Tüscher mit „Ein Nachrichtenblatt (ein.nachrichtenblatt@startmail.com)“
und im englischen Sprachraum durch Thomas 'O Keefe mit „Deepening
Anthroposophy“ (Online zu beziehen auf (deepening@use.startmail.com,
allerdings nicht mehr regelmäßig erscheinend)“.
[xii] Die
meisten so nicht alle mir bekannten Konstitutionsforscher verneinen diese
konkludente Fusion lauter auf Grund von (juristischen) Dokumenten und nicht auf
Grund von (aktiver) Teilnahme an der Generalversammlungen und sonstigen
Veranstaltungen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, dabei das seelisch-geistige
Gesellschaftsleben am Ort und Stelle vernachlässigend.