Saturday, January 24, 2026

ÜBER TRÜMMERN VERTRAUEN – Zum Wiedergewinn des realen Bodens worauf wir bauen können/ Öffentliche Einführung zu zwei Anträge von Robert Jan Kelder an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum, Dornach vom 22. bis 24. März 2018 zum Traktandenpunkt 6: Bestätigung der weiteren Amtszeit der Vorstandsmitgliedern Paul Mackay und Bodo von Plato



Vorwort

Diese zeitlich eingereichten Anträge, ohne die später zugefügte Einführung, wurden vom Vorstand am Goetheanum abgewiesen mit der Begründung, dass sie eine Stimmempfehlung sind, dies obwohl er selber einen Unterstützungsantrag an die Generalversammlung stellte als Stimmempfehlung für den Antrag zur Rehabilitierung von Ita Wegman und Elisabeth Vreede. Deutlich ein Fall der doppelten Moral. Ich wurde aber nicht an der Generalversammlung (GV) vom Vorstand oder Versammlungsleiter Florian Oswald eingeladen zu sprechen, aber musste durch Handhebung dies selber erreichen, was eben zufällig gelungen ist. Einmal auf die Bühne konnte ich nach nur einiger Sätze nicht weiter reden, weil die GV so viel Lärm machte, dass ich nicht mehr zu hören war. Statt einen Ordnungsantrag zu stellen an die GV mit der Bitte mich ausreden zu lassen, was ich betreue nicht getan zu haben, ließ ich mich veranlassen  das Podium zu verlassen. Die Vorstände der Allgemeinen und der Schweizerischen Landes-Gesellschaft liessen diese Verletzung der Usance des Schweizerischen Vereinsrecht, d. h. das Recht sich frei aussprechen zu können, stillschweigend  vorbeigehen. Erstgenannter  hätte eingreifen sollen, weil er eben meinen Antrag als blosse Wortmeldung abgestuft hat und Letztgenannter, weil diese Verletzung sich frei aus sprechen zu können in ihrem eigenen Land stattfand, bekannt für die Beachtung der demokratischen Menschenrechte.

Wie man mir später erzählte, soll Herr Joseph Morel, ehemaliger Leiter des Verlags am Goetheanum und jetzt des Verlags für Anthroposophie, auf meinem Rückweg zum Sitzplatz aufgestanden und von seinem Sitzplatz aus gerufen haben, dass man hören wollte, was ich zu sagen hätte, aber ich habe das nicht gehört. Der Versammlungsleiter Florian  Osswald hat gleich nach Ablauf der Versammlung bei mir sich dafür entschuldigt, dass er nicht eingegriffen habe, um mich zu Wort kommen zu lassen. Ich antwortete, dass falls der Antrag zur Verlängerung der Amtszeit von Paul Mackay und Bodo von Plato angenommen wäre, was eben nicht geschah, dann hätte ich wegen der vielen Formfehler in der Behandlung meiner Anträge eine Anklage bei dem zulässigen Schweizer Gerichtshof erhoben, mit dem Argument, dass die Bestimmungen und Usancen des Schweizer Vereinsrechtes und die Rechte der Mitglieder bzw. die Statuten der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft verletzt wurden, und dass deswegen die Abstimmung nicht gültig sei und wiederholt werden müsste unter Einbeziehung meiner Anträge. 

Nun werde ich versuchen zum Traktandenpunkt Rechenschaftsbericht des Vorstands bei der nächsten GV einen Antrag stellen, dass der Vorstand sich Rechenschaft geben möge über diese Misshandlung meiner Anträge, dies obwohl der Rechenschaftsbericht eigentlich nur das vorhergehende Jahr betrifft. Wenn dies also abgewiesen oder abgeraten wird, werde ich ein Antrag stellen zum Traktandenpunkt  Bericht über diese GV, in welchem nichts über diesem Vorfall erwähnt wurde.

Wie schon oben gesagt, wurde die Einführung später eingefügt. Was nun folgt ist also die Fassung, wovon ich 50 Exemplare am Tag vor dem Anfang der GV im Goetheanum an Interessanten angeboten habe. Ich hätte viel mehr Exemplare gemacht, als ich früher gewusst hätte, dass die Anträge nicht vom Vorstand publiziert wurden. 

Einführung

Das obige Foto vom Februar 2018 zeigt das stark befestigte Dach eines eingestürzten Bunkers auf dem Isteiner Klotz, einem riesigen Felsen im Süden Deutschlands, etwa 15 km. nördlich von Basel. Er war Teil der Siegfriedlinie beider Weltkriege und wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges von den französischen Alliierten gesprengt. Mit seiner schweren Geschützen bombardierte es das Elsass in Frankreich auf der anderen Seite des Rheins während des Ersten Weltkriegs 1914.

Zur selben Zeit errichteten lokale Bauarbeiter und Anthroposophen aus 14 verschiedenen Nationalitäten, von denen manche miteinander Krieg führten, das erste Goetheanum als "Haus des Wortes", das zukünftige Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz, auf dem Dornacher Hügel bei Basel nach einem Entwurf von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie oder Wissenschaft vom Gral. Sie konnten in der Ferne das grollende, ominöse Geräusch der Granaten hören, und nachts wurde ihre Baustelle manchmal von den starken Scheinwerfern des Bunkers erhellt. Rudolf Steiners Bemerkung, dass dies von der Anti-Burg herrühre, stützt indirekt das Argument, das Werner Greub im ersten Band seiner Trilogie Wolframvon Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals 1974 am Goetheanum veröffentlicht und 1999 das Willehalm Institut in Amsterdam auf Englisch herausgegeben hat, war der Isteinerklotz im 9. Jahrhundert Schauplatz der Anti-Gralsburg "Shastel Marveil" des sizilianischen Schwarzmagiers und Zauberers Klingschor.

Diese Beleuchtung der Gralsburg-Baustelle aus dem 20. Jahrhundert in Dornach durch das Licht von der Festung, die auf dem Gelände des Anti-Gralsburg aus dem 9. Jahrhundert in Istein errichtet wurde, und Rudolf Steiners Kommentar dazu wird in einer aufschlussreichen Passage aus dem zweiten Band von Greubs Trilogie Von Parzival zu Rudolf Steiners Wissenschaft vom Gral beschrieben die, wie in meinem Antrag unten erwähnt, vertragswidrig vom Goetheanum nie veröffentlicht wurde, sondern erst viel später im Jahre 2003 von seinem Sohn Dr. Markus Greub  nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1997. Dieser  hatte es "von einem Freund vor 50 Jahren" gehört. Die Geschichte lautet wie folgt (im Kapitel "Auseinandersetzung  mit Kritikern" auf S. 271):

"Als das erste Goetheanum schon unter Dach, aber noch nicht fertig ausgebaut war, verfügten die Bauleute zwar äber elektrische Handlampen, aber eine festinstallierte Beleuchtung gab es noch nicht. Da hat sich einmal eine Bauführung Rudolf Steiners etwas in die Länge gezogen. Es wurde Dunkel. Dieser Zeitpunkt bedeutet den Arbeitsbeginn für die Soldaten der deutschen Scheinwerfer-Batterie auf dem Isteiner Klotz. Sie suchten den Himmel nach Flugzeuge ab. Ich herinnere mich den sogenannten parallelen Lichtbundel, welche Nacht für Nacht über den Himmel huschten. Für die Mannschaften gab es zur Abwechselung auch ein nicht-militärisch Objekt, dessen Beobachtung sehr interessant war. Die Fernrohr-Beobachter schauten tags über den Bauleuten zu, die auf dem Dornacher Hügel das Goetheanum gerade dort errichteten. Nachts baten sie zu diesem Zweck die Kameraden der Scheinwerfer-Batterie um Licht. Dies taten sie auch an jedem Abend im ersten Weltkrieg, an welchem Rudolf Steiner bei zunehmender Dunkelheit über den Bau sprach und wie es dazu gekommen ist, diese moderne Gralsburg gerade dort zu bauen. - Als nun die deutschen Scheinwerfer in einem Schlage aufflammten und das Goetheanum auch im Innern hell erleuchteten, erschraken die Zuhörer. Der Redner aber sprach ruhig weiter und beendete seinen Vortrag mit den Worten: 'Eine Beleuchtungseinrichtung fehlt uns noch. Wie Sie sehen, beziehen wir vorläufig Licht von der Gegenburg."

Nun ist dieses Bild des eingestürzten Dach der zerstörten Festung nicht nur symbolisch für die Zerstörung Europas durch die Selbstzerstörung Mitteleuropas durch seine drei größten Feinde, Bismarck, Kaiser Wilhelm II und Hitler (siehe den Aufsatz Herbert Witzenmanns am Ende er Einführung).

Nein, wie sich aus meinem Antrag ergibt, symbolisiert das Bild aber auch die Zerstörung des "realen Bodens", d. h. der sozialorganischen Verfassung, auf der Rudolf Steiner und die 700 bis 800 Anthroposophen aus aller Welt die Anthroposophische Gesellschaft neu gegründet haben an der Weihnachtstagung 1923 in der Schreinerei vor den Trümmern des abgebrannten ersten Goetheanum-Gebäudes. Von diesem fest begründeten "realen Boden" aus wollte Rudolf Steiner nun, wie er damals sagte, "die anderen organisch aktiven Vereine" um das Goetheanum die entsprechenden Relationen schmieden, um die geistigen und wirtschaftlichen Grundlagen zu legen für den Wiederaufbau des zerstörten Goetheanum-Gebäudes in der Hoffnung, dass dies durch die verschiedenen nationalen anthroposophischen Gesellschaften und Wirtschaftsunternehmen zur Verjüngung Europas und des Rests der Welt führen würde.

Aber leider sollte es nicht sein. Am 1. Januar 1924, dem letzten Tag der Weihnachtstagung, wurde er krank, wahrscheinlich durch Lebensmittelvergiftung, und nach einer erstaunlichen und sehr produktiven Zeit von etwa 9 Monaten wurde er bettlägerig und starb am 30. März 1925. Die richtige strukturelle Beziehung zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und den anderen anthroposophischen Institutionen durch eine von ihm ins Auge gefasste, aber nur teilweise verwirklichte "Einheitliche Konstituierung" wurde nicht verstanden, geschweige denn umgesetzt. Und so kam die von ihm vorhergesagte Vereinigung der sogenannten platonischen und aristotelischen geistigen Ströme, und seiner eigenen Rückkehr am Ende des 20. Jahrhunderts mit anderen führenden Anthroposophen, nur teilweise  zustande. Die dafür gesetzten Voraussetzungen, nämlich dass sein Rat an den Vorstand als seine alleinige Aufgabe, die 15 allumfassenden Freiheitsstatuen der neuen Verfassung zu verwirklichen auf dass die Anthroposophische Gesellschaft ihre Arbeit richtig macht, wurde nicht erfüllt.

Nun, wenn das alles wäre, was gesagt werden könnte, wäre es wirklich ein äußerst hoffnungsloses, negatives und trauriges Ende! Aber glücklicherweise gibt es mehr, am Ende des Tunnels ist Licht. Das hellste und klarste Licht, das ich kenne, hebe ich in meinem Antrag hervor, nämlich das Werk meines verstorbenen großen Lehrers Herbert Witzenmann, der von 1963 bis zu seinem Tod im Jahre 1988 Leiter der Jugendsektion am Goetheanum war und ab 1966 dort auch Leiter der  Sozialwissenschaftlichen Sektion. Ende der sechziger Jahre wurde ihm und seinen Anhängern im Zusammenhang mit der sogenannten "Bücherfrage" untersagt, die Einrichtungen des Goetheanum-Gebäudes weiter zu nutzen und im Organ der Gesellschaft zu veröffentlichen. Dies hat sie veranlasst ihrer Arbeit im Licht des geistigen Goetheanum fort zu setzen und eigene Kommunikationswege ein zu richten. Mein Antrag berührt nur kurz diesen strittigen Punkt und verweist auf weitere Hintergrundinformationen zu zwei seiner Aufsätze  in einer Reihe von vier "Sozialästhetischen Studien zur Spiritualisierung des Zivilisationsprinzips" mit dem Titel "Die Prinzipien der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft". (Diese Studie hab ich auf Englisch übersetzt mit dem Titel „Charter of Humanity – The Principles of the General Anthroposopical Society“, wovon das fünfte Vorwort heißt: "The Kardeiz Saga to Recall the Anthroposophical Society")  und "Gestalten oder Verwalten - Rudolf Steiner Sozialorganik / Ein neues Zivilisationsprinzip" (das übersetzt wird als „To Create or to Administrate – Rudolf Steiners Social Organics/ A New Principle of Civilisation“).

Diese Schriften mögen in der Tat dazu dienen, meine immanente Kritik am letzten ehemaligen Leiter der Sozialwissenschaftlichen Sektion und jetzt Co-Leiter der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion am Goetheanum, Freie Hochschule für Geisteswissenschaft, Paul Mackay, dessen Amtszeit für weitere 7 Jahre von der kommenden Generalversammlung ratifiziert werden muss. Er hat nämlich, unter anderem, völlig verkennt, dasjenige was Reto Andrea Savoldelli im dritten Band seiner Trilogie über die Aktivität von Herbert Witzenmann am Vorstand des Goetheanum überzeugend gezeigt hat, nämlich dass durch sein ganzes Werk als Schriftsteller, Dichter und Dramatiker Witzenmann, als mögliche Reinkarnation des großen mittelalterlichen Platonisten Alanus ab Insulus, die oben erwähnten platonischen und aristotelischen Strömungen hat vereinigen können, so dass dieses Werk eben dort gestellt werden sollte, wo es wirklich hingehört:  im Zentrum dieser Sektion am Goetheanum, damit  Hoffnung, Weitsicht und Mut in die Herzen und Köpfe derer einziehen können, die nach einem Weg suchen, einen "realen Boden", auf dem sie in die Zukunft hinein bauen können; dies ist Thema der Tagung, in der die Generalversammlung eingebettet ist.

Um dies noch etwas weiter zu unterstreichen, auf die noch größere Gefahr hin als blosse Epigone herabgesetzt zu werden,  werde ich diese Einführung beenden, indem ich die Zusammenfassung  und das Schlusswort von J. G. Fichte eines Aufsatzes "Über Trümmern Vertrauen" vom 16. Februar 1980 aus einer Sonderausgabe der Zeitschrift "Beiträge zur Weltlage" anlässlich seines 75. Geburtstages wiedergebe mit der freundlichen Empfehlung ihn ganz nachzulesen.  Denn daraus gibt es wichtige Hinweise, erstens, warum sich ein Besucher auf der Spitze des Isteiner Klotzes mit den desolaten Ruinen einer aufgeblasenen Batterie konfrontiert sieht, an diesem einst idyllischen Ort mit den vielen Monasterien am Fuß des Felsens mit Fischerdörfer und Weingärten in der lieblichen Gegend, die früher von Jakob Burckhardt „Klein Italien“ genannt würde, und, zweitens, warum man, angesichts dieses Trümmerfeldes, trotzdem Vertrauen schöpfen kann um den verloren Boden unter den Füssen wieder zu gewinnen.

„Wir blicken auf die dreifache Zerstörung des geistigen Menschenbildes durch den Materialismus, der harmonischen Seelenkultur durch den Selbstverrat Mitteleuropas und der sich von hier aus über die Welt ausbreitenden geistig-seelisch-physischen Verelendung.

Wir blicken aber auch auf eine vierfache Hoffnung: auf die menschliche-Freiheitsfähigkeit durch die Überwindung des intellektuellen Sündenfalls, auf die sozialorganische Gestaltungsfähigkeit durch den Wiedergewinn lebedigen Denkens, auf die gemeinschaftskonstitutive Beratungsfähigkeit durch die Bereinigung und kathartische Erschließung des Bewusstseinsplatzes und die ideelle und soziale Schenkungsfähigkeit durch den Wesensaustausch mit der Idee, durch produktive, nicht reproduktive Welterfassung.

Diese freiheitsästhetischen Sozialprinzipien sind es, die uns über der sich immer weiter ausbreitenden und durch immer neue Trugbilder der Angst und Gier verschleierten Trümmerlandschaft unserer Zeit das Entstehen eines Gartens werktätiger Gemeinschaft, aber auch größter Verantwortung erhoffen lassen.

Die Worte Fichtes in seinen Vorlesungen 'Über das Wesen des Gelehrten' mögen diese Hoffnung bekräftigen: 

'Im allgemeinen ist die ursprüngliche und rein göttliche Idee, - das, was der unmittelbar von Gott Begeisterte soll, und wirklich tut, - für die Welt der Erscheinung schöpferisch, das Neue - Unerhörte, und vorher nie Dargewesene. Der Trieb des blossen natürlichen Daseins geht auf das Beharren beim Alten; selbts wo die göttliche Idee sich mit ihm vereinigt - auf die Aufrechterhaltung des bisherigen guten Zustandes, und höchstens auf kleine Verbesserungen derselben: wo aber die göttliche Idee rein und ohne Beimischung des natürlichen Antriebes ein Leben gewinnt, da baut sie neue Welten auf, auf den Trümmern der alten. Alles Neue, Grosse und Schöne, was von Anbeginn der Welt an in die Welt gekommen, und was noch bis an ihre Ende in sie kommen wird, ist in sie gekommen und wird in sie kommen durh die göttliche Idee, die in einzelnen Auserwählten sich ausdrückt.'"

Die Anträge

Notwendige Vorbemerkung

Diese Anträge sind nicht auf die Person gerichtet, sondern kritisiert das Bewusstseinsverhalten von Funktionären einer öffentlichen Zivilgesellschaft. In den nachfolgenden Begründungen werden einige Angaben von Rudolf Steiner und seiner Schüler, eigene Überlegungen und Beobachtungen als Beiträge einer sachbezogenen Urteilsgrundlage für die Entscheidung, ob eine weitere Amtszeit von Paul Mackay und Bodo von Plato gerechtfertigt ist. 

1. Die Generalversammlung wird gebeten eine weitere Amtszeit von Paul Mackay nicht zu bestätigen, weil:

A. Paul Mackay hat es versäumt, der Aufgabe des Vorstandes, wie sie Rudolf Steiner an der Weihnachtstagung zur Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft gekennzeichnet hat, nachzukommen. Sie liegt lediglich in der Verwirklichung der Statuten als die Form, welche die anthroposophische Bewegung als „das neue Christentum“, wie Rudolf Steiner es nannte, zu seiner Pflege braucht. Dies schließt selbstverständlich die zeitgemäße Wiederherstellung der in der Vergangenheit stufenweise  disqualifizierten (aufgehobenen) Paragraphen mit ein. Nur dann entstünde ein realer Boden, auf dem in die Zukunft hinein gearbeitet werden könnte. Paul Mackay hat gezeigt, dies nicht zu können und hat auch diesbezügliche Versuche verhindert, das heißt, auch nicht zu wollen.

B. Paul Mackay hat es weiterhin versäumt, für die die Wiederherstellung und Verwirklichung der Statuten eine gültige, institutionelle Rechtsgrundlage zu schaffen. Sie entstünde durch die Lösung der von Rudolf Steiner in Angriff genommene Aufgabe, „in der gegenseitigen Beziehungen [der organisch tätigen Institutionen] eine einheitliche Konstituierung herbeizuführen,“  das heißt, die sozialorganische Beziehung zwischen dem spirituellen Bereich des Gestaltens und dem kommerziellen, wirtschaftlichen Bereich des Verwaltens herbeizuführen. Das meinte Rudolf Steiner, als er während der Diskussion über die Statuten an der Weihnachtstagung davon sprach, eine "entsprechende Relation" zu schaffen zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft und dem Goetheanum Bauverein; wie auch der Klinik von Ita Wegman und dem Verlag von Marie Steiner.

C. Paul Mackay hat neben seiner Vorstandstätigkeit eine Funktion als Aufsichtsrat-Vorsitzender von Weleda AG angenommen. Damit hat er das ebenfalls von Rudolf Steiner erwähnte Inkompatibilitäts-Prinzip verletzt, wonach eben ein Vorstandsmitglied, um sich restlos den Aufgaben der Anthroposophischen Gesellschaft widmen zu können, keine weitere Funktionen ausüben soll.

2. Die Generalversammlung wird ebenfalls gebeten eine weitere Amtszeit von Bodo von Plato nicht zu bestätigen, auf Grund der Punkten A, B, die in Bezug auf den Antrag zur Nicht-Bestätigung von Paul Mackay angeführt wurden.

Begründungen

Zu Punkt 1. A: Das Versäumnis die Statuten zu realisieren bzw. wiederum zeitgemäss zu herstellen

Zunächst etwas zur sozial-spirituellen Bedeutung des, wie es nun heißt, Gründungstatuts, zur Aufgabe des Vorstands und die damit verbundene Lage der Gesellschaft. Dass durch die Neugründung der Anthroposophischen Gesellschaft während der Weihnachtstagung 1923 die nötige Form oder Gral geschaffen wurde für die Pflege der anthroposophischen Bewegung hat Rudolf Steiner im ersten Satz des neuen Nachrichtenblattes am 13. Januar 1924 wie folgt beschrieben: „Der Anthroposophischen Gesellschaft eine Form zu geben, wie sie die anthroposophische Bewegung zu ihrer Pflege braucht, das war mit der eben beendeten Weihnachtstagung am Goetheanum beabsichtigt. Eine solche Gesellschaft kann nicht abstrakte Richtlinien oder Statuten haben. Denn ihre Grundlage ist gegeben in den Einsichten in die geistige Welt, die als Anthroposophie vorliegen.“   
Das nun mit dem Ausdruck „anthroposophische Bewegung“ das in viele Jahrhunderten vorher in der geistigen Welt von allen himmlischen Hierarchien vorbereitete „neue Christentum“ gemeint war, dies hat Rudolf Steiner nach der Weihnachtstagung in seinen Vorträge über das Karma der anthroposophischen Bewegung dargestellt, so auch z. B. in Arnheim am 18. Juli 1924: “Es ist dazumal in den geistigen Welten von einer Anzahl von Seelen, zusammen wirkend, eine Art von Kultus gepflegt worden, ein Kultus, der die Vorbereitung für diejenigen Sehnsüchten war, die in den Seelen aufgetreten sind, welche in Leibern jetzt zur Anthroposophischen Gesellschaft zusammenströmen. Und wer die Gabe hat, die Seelen in ihren Leibern wiederzuerkennen, der erkennt sie, wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit ihm zusammen gewirkt haben, als in der übersinnlichen Welt hingestellt worden sind mächtige kosmische Imaginationen, welche dasjenige darstellen, was ich nennen könnte: das neue Christentum. Da waren - wie jetzt hier in Leibern auf Erden - die Seelen vereinigt, um sich aus dem, was ich die kosmische Substantialität und die kosmischen Kräfte nennen möchte, in Realität dasjenige zusammenzufügen, was in mächtigen Bildern kosmische Bedeutung hatte und was der Vorklang desjenigen war, das sich hier als Lehre, als anthroposophisches Tun auf der Erde vollziehen soll [..] Aber alles, was so als Seelen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammengeströmt  war,  um  das  vorzubereiten,  was  auf  der  Erde  anthroposophische Bewegung werden sollte, alles das bereitete im Grunde genommen  dasjenige  vor,  was  ich  immer  wieder  genannt  habe:  die Michael-Strömung,  die  im  letzten  Drittel  des  19. Jahrhunderts  aufgetreten  ist und  die  den  bedeutendsten  geistigen Einschlag  in der  neueren Entwickelungsströmung der Menschheit bildet. Michael-Strömung: Michael  die  Wege  vorzubereiten  für  sein  irdisch-himmlisches  Wirken - das  war  die Aufgabe der  Seelen,  die da  zusammen waren." 

Deswegen ist es auch einleuchtend, dass Rudolf Steiner als Aufgabe des Vorstandes angab, lediglich die Statuten zu realisieren als die Form, die das neue Christentum zur ihren Pflege auf Erde braucht. Dies hat er während der Diskussion über die Statuten an der Weihnachtstagung am 27. Dezember 1923 folgendermaßen charakterisiert: „Der Zentralvorstand wird als seine Aufgabe lediglich die Realisierung der Statuten zu betrachten haben; er wird alles zu tun haben, was in der Richtung der Realisierung der Statuten liegt. Und damit  ist eine große Freiheit gegeben. Aber zugleich weiß man auch, was man an diesem Zentralvorstand hat, denn man hat die Statuten und kann aus ihnen ein vollständiges Bild gewinnen von dem was er jemals tun wird. Dadurch ist auch die Möglichkeit geschaffen, überall auf realem Boden zu stehen, wo solche Vereinigungen entstehen, wie zum Beispiel der Goetheanum-Bauverein. Und es wird in den nächsten Tagen die Aufgabe sein, zwischen dem Vorstand, der sich gebildet hat, und dem Goetheanum-Bauverein die entsprechende Relation zu bilden.“
                
Nun, was die erste Aufgabe des Vorstands betrifft, nämlich „aus den Statuten ein vollständiges Bild gewinnen von dem was er jeweils tut“, um „auf realem Boden zu stehen“, dies hat der ehemalige Leiter der Jugend- und Sozialen Sektionen am Goetheanum von 1963(1966) bis 1988 Herbert Witzenmann eben getan und u.a. in seiner ersten sozialästhetischen Studie „Die Prinzipien der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft als Lebensgrundlage und Schulungsweg“ als „Arbeitsmaterialien zur Spiritualisierung des Zivilisationsprinzips“ erstmals 1979 und 1984 in einer 2. umgearbeiteten Auflage mit zwei Abhandlungen „Ein Weg zum geistigen Goetheanum“ und „Über das Wesen der Freien Hochschule“ veröffentlicht. Er hat nämlich entdeckt, dass diese 15 Statuten, die früher Prinzipien genannt wurden, funktionell zusammenhängen mit den drei Übungen der Grundsteinmeditation, und dass darin das Urbild des sozialen Organismus zum Ausdruck kommt, d. h. eine Polarität  vermittelt oder verbunden durch eine doppelte Mitte des Gegenstromprinzips. Ein Abbild dieses Urbild als das neue, durch die Weihnachtstagung von Rudolf Steiner gegründete universelles Zivilisationsprinzip ist mittels der nötigen moralischen Intuition, Phantasie und Technik  deshalb jeder Zeit und überall auf der Welt möglich, insbesondere natürlich durch die Landesgesellschaften. In ihrer christlichen Signatur und Dreigliedrigkeit sind die Statuten das ideelle Ebenbild des Menschheitsrepräsentanten. Die Aufgabe die Statuten zu realisieren auf den schmalen Weg zwischen den Verführungen von Luzifer und den Unterdrückungen von Ahriman  heißt somit den Menschheitsrepräsentanten im Geiste des neuen Christentums auf Erde aufzurichten.
                
Aber wohlgemerkt: der reale Boden dafür ,von dem Rudolf Steiner sprach, ist größtenteils verschwunden, aufgehoben. Denn, wie Reto Andrea Savoldelli im Kapitel „Der stufenweise Verlust sozialästhetischer Qualifizierung in der anthroposophischen Gesellschaft“ des zweiten Teils  seiner im 2017 erschienenen Trilogie „Zur Tätigkeit von Herbert Witzenmann im Vorstand am Goetheanum“ dargestellt hat, sind 9 von den 15 Statuten außer Kraft gestellt oder nicht realisiert worden. Dies ist der Fall bei 3 von den 4 sich nach außen wendende Statuten (d. h. 5, 9 und 13), die im Sinne einer Gesellschaft von freien Geistern ihre Motive darstellen und zusammenhängen mit dem Geist-Erschauen. Ebenfalls ausgeschaltet oder nicht realisiert worden sind 6 von den 7 mittebildenden Statuten   (d. h. 4,6,8,10,12 und 14), die zusammenhängen mit dem Geist-Besinnen und alle Gesellschaftsorgane darstellen (wie z.B. die Jahresversammlung, wo Zentrum und Peripherie zusammenkommen sollen). Unbeschädigt sind zwar die sich nach innen wendende Statuten (3,7,11 und 15), die zusammenhängen mit dem Geist-Erinnern und allemal Menschen repräsentieren (die 700 bis 800 Teilnehmer der Weihnachtstagung, Rudolf Steiner selber, die künftige Mitglieder der Arbeitsgruppen und den Gründungsvorstand). Aber diese Triebfederartige Statuten, die zusammenhangen mit dem Geist-Erinnern,  können mit den fast allen aufgehoben Motivartigen Statuten nicht vereinigt werden, weil ebenfalls fast alle Mittebildende Statuten nicht mehr funktionsfähig sind. Dadurch kann eine Gesellschaftshandlung im Sinne der „Philosophie der Freiheit“, dass eine Handlung die Vereinigung von Triebfeder und Motiv ist, kaum mehr zustande kommen, da der reale Boden auf dem wir arbeiten sollen, weitgehend eingestürzt ist.
                
In dieser stufenweisen Verlust der Wirksamkeit der sozialorganischen Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft wurde am allerersten in den 70er Jahren das Allerwichtigste der Ich-Organen der Gesellschaft, die Mitte der Mitte, also der Paragraph 8 mit dem moralischen Schutzvermerk der Freien Hochschule im Zusammenhang mit der zogen. Bücherfrage ausgeschaltet. Dies verursachte ein Schisma zwischen Herbert Witzenmann und seinen Vorstandskollegen und ihren beiden Anhängern. (Mehr darübe ist nachzulesen in Witzenmanns Studie über die "Prinzipien".)

[Zusatz: Ein weiteres Beispiel dieser konstitutiven Zerstörung der Mittebildenden Säule ist die Tatsache, dass der Vorstand unter der Leitung von Bodo von Plato das Nachrichtblatt vor einigen Jahre abgeschafft und ersetzt hat mit dem Monatsheft „Anthroposophie Weltweit“. Dies ist eine Verletzung des Paragraphen 14: „Gesellschaftsorgan ist das ‚Goetheanum‘, das zu diesem Ziel mit einer Beilage versehen wird, welche die offiziellen Mitteilungen der Gesellschaft enthalten soll. Diese vergrößerte Aufgabe des ‚Goetheanum‘ wird nur an die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft abgegeben.“ Rudolf Steiner hat bei seinem Kommentar dazu an der Weihnachtstagung das Beispiel von zentrifugale und zentripetale Kräfte der Blutzirkulation verwendet, also das fortwährende Verkehr zwischen dem Vorstand am Goetheanum als Zentrum und die Mitgliedschaft in aller Welt als Peripherie. Er sagte dabei: „Dadurch kommen wir zu einer völlig freien, auf freien Verkehr beruhenden Konstitution der Anthroposophische Gesellschaft.“ Glücklicherweise wurde durch die Mitglieder selber versucht diese Lücke zu füllen:  Im englischen Sprachraum durch Thomas 'O Keefe mit „Deepening Anthroposophy“ (Online zu beziehen (deepening@use.startmail.com) und im deutschen Sprachraum durch Roland Tüscher mit „Ein Nachrichtenblatt (ein.nachrichtenblatt@startmail.com).] 

Was das bedeutet für den Grundimpuls der Weihnachtstagungsgesellschaft, eine mittebildende Vereinigung vom Esoterischen und Exoterischen, die eine Metamorphose der Glaubensgemeinschaft in eine Erkenntnisgemeinschaft einleiten soll, ja sogar als einen zeitgemäßen Beitrag an die Stiftung des Gottesreiches auf Erde durch den Weltenwort Christus Jesus aufgefasst werden kann,  dies hat Herbert Witzenmann in seiner 13-teiligen Einleitung zum Buch „Das Christentum als mystische Tatsache  und die Mysterien des Altertums“ von Rudolf Steiner (z. B. auf S. 146) dargestellt: „Deshalb kann der Logos Jesus Christus als das Buch ansprechen, weil er die Veröffentlichung der Weltvernuft zum Zwecke einer neuen Gemeinschaftsbildung ist. Das Buch ist in seinem Wesen der Logos als die veröffentlichte und individualisierte Weltvernunft, als Quell einer neuen Gemeinschaftsbildung. Nur im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsbildung hat das Buch, die Veröffentlichung überhaupt einen Sinn. 

Dieser Bruch in der Vereinigung des Exoterischem, also Veröffentlichung, mit dem Esoterischem, also Verinnerlichung, der die zogen. Lösung der Bücherfrage in dem Gesellschaftskörper geschlagen hat, bildet den Hauptgrund gegen die zogen. kritische, aber in diesem Sinne äußert naive Ausgabe des Werkes Rudolf Steiners durch den frommann-holzboog Verlag. Paul Mackay hat aber nichts dagegen unternommen um dies zu korrigieren, noch hat er als einer der Leiter der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion der Freien Hochschule versucht das Werk von Herbert Witzenmann dadurch zu „rehabilitieren, dass er es im Zentrum seiner Sektion gestellt hat, wo es sicherlich hingehört.

Zu Punkt 1. B: Das Versäumnis um „in der gegenseitigen Beziehungen [der organisch tätigen Institutionen] eine einheitliche Konstituierung herbeizuführen.“

Über diese Gestaltungsaufgabe des Vorstands sprach Rudolf Steiner an der 11. ordentlichen und 3. außerordentlichen Generalversammlung des „Vereins des Goetheanum, der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft“ (kurz Goetheanum Bauverein) am 29. Juni 1924.  Aber auch dies hat Paul Mackay nicht richtig im Angriff genommen. Über den desaströsen Ablauf des Versuches im Jahre 2002 unter seiner Leitung die Statuten der Weihnachtstagung wieder rechtskräftig zu machen, verweise ich auf das verschollene Werk von Detlef Oluf Böhm „Die verordnete Denkpause - Die zahleichen Gründe für die rechtliche Überprüfung der Versammlung“ und auf die gründlichen Recherchen von Mees Meeussen „Die verhinderte Diskussion“. Es wurde damals das an sich richtiges Ziel den Impuls der Weihnachtstagung zu erneuern, mittels Handlungen von Paul Mackay als Versammlungsleiter durchgeführt, ja durchgeputscht, welche völlig dem Sinne und Geist der Weihnachtstagung widersprachen. 

Ich hatte noch vorher während einer Zusammenkunft der Sozialwissenshaftlichen Sektion, deren damaligen Leiter Paul Mackay davor gewarnt, dies nicht auf diese irreführende Art und Weise zu unternehmen, und als das nichts bewirkte, während dieser außerordentlichen Generalversammlung sogar 22 korrigierende Anliegen und Anträge gestellt, und vorzeitlich veröffentlicht in der 2. Nummer des Willehalm Nachrichtenblattes unter dem Titel „Schauplatz Goetheanum - Wird die Weihnachtstagung / Mitglieder-Versammlung 2002 das verduftete Wesen Anthroposophia auf die Erde zurückrufen können?“ (siehe www.willehalmnl unter Archief). Und wie nachzulesen ist im Anhang des 2. Teil seiner Trilogie über die Tätigkeit von Herbert Witzenmann im Vorstand, hat auch Reto Andrea Savoldelli vor dieser Generalversammlung rechtzeitig davor gewarnt.  In einem Brief an Vorstand und Hochschulkollegium mit einer ausführlichen Kritik und hat er prophezeit, dass sie niemals mit ihrer Vereinskonstruktion vor den schweizerischen Gerichten durchkommen werden, dass Sie viel Geld der Mitglieder verschwenden und viele Mitglieder dadurch verlieren werden. Aber umsonst, alles, auch die viele Anträge anderen Freunde, wurde unter dem Tisch gewischt durch Nicht-Eintreten-Anträge oder zermalmt unter Zeitdruck ausgeübt vom Versammlungsleiter Paul Mackay.
                
Nun, in Bezug auf die Frage was Rudolf Steiner eigentlich meinte als er davon sprach „zwischen dem Vorstand, der sich gebildet hat, und dem Goetheanum-Bauverein die entsprechende Relation zu bilden“,  lagen damals aber auch schon richtungsweisende Forschungsresultate vor, die schon lange auf Verwirklichung harren, aber von Paul Mackay und seine Vorstandskollegen überhaupt  nicht berücksichtigt wurden. Denn Herbert Witzenmann hat nämlich auch entdeckt, was an dieser „entsprechenden Relation“ urbildlich zu Grunde liegt.
                 
In seiner 3. sozialästhetischen Studie, die schon 1972 als „Vergangenheitsschatten und Zukunftslicht“ und 1986 als „Gestalten oder Verwalten – Rudolf Steiners Sozialorganik/ ein neues Zivilisationsprinzip“ erstmals  veröffentlicht wurde, hat er dargestellt, dass im Sinne der „Philosophie der Freiheit“  sozialkünstlerische Gestaltungsvorgänge  sich abspielen im Bereich der reinen Begriffe, während demgegenüber Verwaltungsvorgänge stattfinden mittels  Vorstellungen, auf Wahrnehmungen bezogene, herabgelähmte Begriffe. Deshalb sollte, wie Rudolf Steiner das forderte, der an der Weihnachtstagung neugegründeten Anthroposophischen Gesellschaft von allem „Vereinsmässigen“, d. H. strukturell gesehen von allem „Verwaltungsmässigen“  verschont bleiben, und außer ihr selbst untergebracht werden. Die „einheitliche Konstituierung“ wäre dann gewährleistet, dadurch dass der Vorstand das verbindliche Element ist. Auf diese Weise könnte  innerhalb der neugegründeten „modernsten Gesellschaft die es geben kann“ ( Rudolf Steiner) auf die Ebene der reinen Begriffe miteinander kommuniziert werden um die große, brennende  Probleme der Menschheit und der Erde geistgemäss zu durchdringen und wirkliche Lösungen anzubieten. Ohne sich zu erheben von Vorstellungen zu reinen Begriffen, bleiben Konflikte vorprogrammiert und segensreiche Hilfe der geistigen Welt ausgeschlossen.
                
Stattdessen wurde von Frau Glöckner während der Michael Welt Konferenz 2016 am Goetheanum behauptet, dass durch einen erfolgreichen Antrag von Justus Wittich an die Generalversammlung 2014 von nun an die dornige Statutenfrage endlich gelöst sei, dadurch dass die an der Weihnachtstagung gebildeten Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft nun das Gründungsstatut der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft genannt wurde, und daneben als ihre eigentliche rechtskräftige  Statuten die im Laufe der Zeit etwas veränderte Statuten des ehemaligen Goetheanum Bauvereins. Durch diese Statutenänderung wurde aber die zwei organisch zu gliedern Bereiche des Gestaltens und des Verwaltens noch weiter ineinander geschoben, der gemischte König am Goetheanum weiterhin kräftig inthronisiert, statt befreit von ihm.  Aber wie kann eine Gesellschaft zwei z.T. unterschiedliche, ja gegensätzliche Statuten haben?  Dies ist eine Unmöglichkeit, eine sozial-schizophrene Situation  und  deswegen gar keine Lösung für das was Mees Meeussen in seiner dokumentarischen Abhandlung „das nicht-endende Konstitutionsproblem“  nennt.“
                
Nun, die entsprechende Relation zu schaffen hätte eher bewerkstelligt werden können auf Grundlage der Tatsache,  dass die Anthroposophische Gesellschaft der Weihnachtstagung, laut ein Urteil eines Schweizerischen Gerichtshofs  im Jahre 2005 durch ein Prozess des sog. „konkludenten Verhalten“ eins geworden ist mit der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und aufgehört hat als solches juridisch zu bestehen. Diese könnte jetzt beschließen, diese ungewünschte Vereinigung wieder Rückgängig zu machen, und die Anthroposophische Vereinigung aus sich zu gebären um diese die Möglichkeit zu geben durch die zeitgemässe Wiederherstellung und Verwirklichung der Statuten ihre eigene Existenz und ursprüngliche Identität wieder zu ergreifen. Dies ist das Ei von Columbus, ob man es nun eins ist mit diesem Urteil eines Schweizerischen Gerichtshofs oder nicht. Denn durch eine derartige  organische Gliederung der zwei vermischten Bereiche wurde anderseits die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, als der  1925 als solche umbenannte Goetheanum Bauverein,  ihre ursprüngliche Aufgabe wieder erhalten das Goetheanum zu verwalten und in einer assoziativen Verbindung zu treten mit der Administration der Anthroposophischen Gesellschaft  und anderen organisch tätigen kommerziellen anthroposophischen Betriebe oder Vereinigungen in der Welt. Dies ist etwas was immerhin schon in Entwicklung ist. Somit wäre das Goetheanum von seinem gemischten König endlich befreit um sich als Verwaltungsorgan in Dienst der zeitgemäss reetablierten Anthroposophischen Gesellschaft zu stellen.  Aber so etwas hat Paul Mackay nicht vorgestellt, geschweige denn geleistet.

Punkt 1 C: Die Verletzung des Inkompatibilitätsprinzips

Von diesem Prinzip sprach Rudolf Steiner während der Weihnachtstagung, wo er es bezog auf Ämter innerhalb der Gesellschaft.  Auf das Vorstandsmitglieder, wie er sagte, „sich restlos der Aufgaben der Anthroposophischen Gesellschaft widmen können,“ ist es aber einleuchtend, dass es sich nicht nur bezieht auf  ein Anhäufung von Funktionen innerhalb, sondern auch außerhalb der Anthroposophische Gesellschaft. Mit dem letzteren  hat Paul Mackay schon begonnen, als er in den Niederlanden sowohl die Funktion des Ersten Vorsitzenden der Anthroposophischen Gesellschaft als die des Präsidenten der Triodosbank ausgeübt hat. Als dann die sog. Rassismusfrage auftauchte und Klienten der Triodosbank begannen ihre Kontos aufzuheben und ihr Geld wegzuholen, hat unter seiner Leitung der Niederländische Vorstand das verhängnisvolle Inserat in den vier großen National-Zeitungen abdrücken lassen: „Insofern es bei Rudolf Steiner Rassismus gibt, distanzieren wir uns ausdrücklich davon.“ Und durch das Fehlurteil der unter seiner Leitung gebildeten Kommission zur Untersuchung der Rassismusvorwürfe mit dem Juristen Ted van Baarda als Vorsitzender, das Rudolf Steiner mit zurückwirkende Kraft sich schuldig gemacht haben soll an Diskriminierung, statt der Welt bekannt zu machen, dass die Anthroposophie von Rudolf Steiner als Bewusstsein des wahren Menschentums berufen ist, jeglicher Form vom üblen Rassismus zu überwinden, dadurch hat sich jedenfalls in Holland, und ich konstatiere auch weit darüber hinaus, unter der Bevölkerung die Ansicht gebildet, dass Rudolf Steiner, Autor der Tugenden, eben nicht ganz tauge.  Als pragmatische Reaktion dazu hat dann im Rahmen der erstmals durch Bernard Lievegoed begonnen Vergesellschaftlichung der Anthroposophie in den Niederlanden sich etwa die boshafte Ansicht gebildet: Anthroposophie Ja, Rudolf Steiner Nein, etwas was gegen die Forderung von Rudolf Steiner lauft, nämlich dass man seinen Namen nie von seinem Werk trennen soll. Paul Mackay hat sich aber nicht eingesetzt um den guten Ruf von Rudolf Steiner zu rehabilitieren. Von ihm ist hier in Holland eine öffentliche Aussage bekannt, dass Rudolf Steiner nicht seinen Meister ist. Wer es denn wohl sei, gesetzt der Fall, dass er einen Meister hat, hat er dabei nicht enthüllt, wäre aber interessant in diesem Zusammenhang von ihm zu erfahren.

Konklusion – Die Befreiung des Goetheanum und die Re-etablierung der Anthroposophischen Gesellschaft

Aus den Vorangehenden dürfte hervorgehen, dass das Goetheanum, welches ursprünglich als Hochburg und Hauptsitz des Neuen Christentums aufgerichtet wurde, fast unbemerkt von den Mitgliedern unter gewisse Verschleierungen untermauert und okkupiert worden ist, und wird, von den anti-Christlichen Kräften, von dem Rudolf Steiner erstmals bei der Grundlegung des 1. Goetheanum am 20. September 1913 eindringend gesprochen hat und danach ausführlich während der schon erwähnten Vorträge vom Juli 1924 in Arnheim und anderswo, nämlich von dem neuem Arabismus. Damit meinte er die  erstmals von den Arabern und später auch von den Europäern auf Grundlage der ausschließend  physischen Beobachtung entwickelte, materialistische Naturwissenschaft, wovon die heute überall herrschende Geisteswissenschaft abgeleitet ist und wonach propagiert wird, dass der Tod der Vater das Leben sei, der Mensch nur ein physisches Wesen, und Seele und Geist nicht real bestehende Epiphänomenen, Begleiterscheinungen.
                
Diese einschleichend fortdauernde  Untermauerung  der Anthroposophie hat z. B. Werner Greub schon Jahrzenten vorausgesagt und zwar in seiner  Trilogie „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals“. Im 2. Teil „Vom Parzival zur Gralswissenschaft Rudolf Steiners“, dass entgegen dem Versprechen nicht vom Goetheanum sondern erst viel später von seinem Sohn Dr. Markus Greub postmortem 2003 im Eigenverlag herausgegeben wurde, spricht er davon,  dass „die Araber wieder unter uns sind,“ und schreibt er (auf S. 387) „Am Ende des [zwanzigsten] Jahrhunderts wird es den Kampf Ahriman zur Usurpation der Anthroposophie gar nicht geben, denn bis dahin wird die Verwaltung der Geisteswissenschaft langst im Griff der ‚Neuen Gesellschaft‘ sein, die keine Ketzereien dulden wird“. Dass dies übrigens der Anthroposophischen Gesellschaft nicht etwas völlig Fremdes ist, ergibt sich aus der Aussprache von Rudolf Steiner aus dem Jahre 1923, dass „die Anthroposophische Gesellschaft ahrimanisch durchbohrt ist.“             
                
Es ist darum höchster Zeit um,  in möglicher Übereinstimmung mit u.a. dem Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz, einen Neuanfang zu machen um das Goetheanum von diesen anti-Christlichen Einflüsse zu befreien, und nicht nur Ita Wegman und Elisabeth Vreede, sondern (u.a.) auch Rudolf Steiner, Herbert Witzenmann und Werner Greub zu rehabilitieren, sowie die Anthroposophische Gesellschaft zeitgemäss zu reetablieren.  Paul Mackay hat deutlich gezeigt, dass er zur spirituellen Erneuerung der letztgenannten nicht im Stande war, im Gegenteil. Er soll darum bitte Platz machen für andere, die dazu wohl im Stande sind, um, z. B. auf der oben genannten Weise, einen realen Boden zu schaffen, worauf wir in die Zukunft hinein aufbauen können.

Zu Punkt 2: Ablehnung von Bodo von Plato als Vorstandsmitglied

Dasselbe, außer Punkt 1 C, Verletzung des Inkompatibilitätsprinzips, gilt im Grunde auch für ihn.


* * *

Hinweis: Die englische Fassung ist hier zu lesen.   


DRITTE KONFERENZ MIT ARE THORESEN IN DEN NIEDERLANDEN: Die Bedeutung der Elementaren Welt für das Verständnis der Gralsgeschichte, Atlantis und Anthroposophie


 
Zum dritten Mal wird der erfolgreiche norwegische Autor, Arzt und Seher Are Simeon Thoresen (DVM) eine Konferenz an drei verschiedenen Orten in den Niederlanden halten. Der Sprecher, der seit 1981 eine private ganzheitliche Klinik in Sandefjord, Norwegen, zur Heilung von Mensch, und bis 2024 von Pferd and Haustier, nach der von ihm entwickelten 'Mittelmethode' leitet, wird vom 25. Februar bis 2. März drei Vorträge halten, ein Seminar leiten und Behandlungen anbieten. Diesmal wird er unterstützt von dem Gründer und Direktor des Willehalm-Instituts für Anthroposophie als Gralsforschung, Königliche Kunst und Sozialorganik in Amsterdam, Robert Jan Kelder, der eine PowerPoint-Präsentation geben wird.

PROGRAMM

I - Mittwoch, 25. Februar

The Parzival Revolution – Wolfram von Eschenbach as a Historian, PowerPoint-Präsentation von 13:00 - 15:00 Uhr durch Robert Kelder basierend auf dem Buch „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals“ von Wener Greub als Einleitung zu dem Vortrag:

The Importance of the Elemental World for Understanding the History of the Grail, Atlantis and Anthroposophy Vortrag von 16.00 bis 18.00 Uhr von Are Thoresen für ein breites Publikum auf Grund o.a. seiner Bücher “Reisen auf dem Nördlichen Einweihungsweg“ und „Die vergessene Mysterien von Atlantis“

Ort: „Embassy of the Free Mind“ (Bibliotheca Philosophica Hermetica), Keizersgracht 123, 1015 CJ Amsterdam. Beide Veranstaltungen werden live übertragen. Für weitere Auskunft and Anmeldung siehe hier.

II – Donnerstag, 26. Februar

Fortsetzung von Tag I zur gleichen Uhrzeit, jedoch mit Schwerpunkt auf dem medizinischen/ therapeutischen Aspekt der Anthroposophie. Die Präsentation über die Parzivalrevolution wird auf Niederländisch gehalten mit einer englischen Zusammenfassung.

Ort: Roosendaal. Eintritt für beide Veranstaltungen: 30 €

III - Freitag, 27. Februar

Fortsetzung von Tag II, diesmal wiederum auf English von 16.00 - 18.00 und 19.00 – 21.00 Uhr, mit Schwerpunkt auf der jüngsten Entwicklung vom dreigliedrigen zum viergliedrigen Wesen des sozialen Organismus

Ort: Adriaan Roland Holst Schule, Prins Hendriklaan 56-58, 1862 EL Bergen (N.H.) Zugang für beide Veranstaltungen: € 40

IV – Samstag, 28. Februar und Sonntag, 1. März

We Have Found a Path – Foir Possibilities to Enter the Spiritual Worlds Seminar mit Are Thoresen von 12.00–18.00 Uhr am Samstag und von 10.00–19.00 Uhr am Sonntag, basierend u.a. auf seinen Büchern „Fading und Merging“, „Die vier Tore“ und „Die vier Wege“.

Ort: Adriaan Roland Holst Schule in Bergen. Eintritt pro Tag: € 60, für das gesamte Seminar: € 100

V – Montag, 2. März

Zeit für Behandlungen: 10.00–13.00 Uhr

Ort: Heiloo

Hinweis: Anmeldung ist erforderlich. Für Tag II – V: contact@christall.nl. Die Konferenz wird organisiert vom Willehalm Institut (willehalm@gmail.com), außer Tag 1, der veranstaltet wird in Zusammenarbeit mit „The Embassy of the Free Mind“ (info@efm.amsterdam). Für Essen und Getränke wird für Tag III und IV gegen Bezahlung von Bargeld gesorgt. Die vorhergenannte Bücher Thoresens sind u.a. beim Amazon erhältlich.

(Änderungen vorbehalten)

Tuesday, September 9, 2025

WILLEHALM INSTITUT NACHRICHTEN Nr. 7 vom 7. September 2025: "POWERS TO THE PEOPLE - Auf dem Weg zur Akklamation des ersten Kaisers und der ersten Kaiserin Europas: Ein sozialorganisches, neu-christliches und magisches Mysterienspiel in drei Akten als Beitrag zur Feier des 750. Geburtstags der Kaiserstadt Amsterdam"

Eine erste Synopse von Robert Jan Kelder

Europe is dying.“
Elon Musk auf X vom 17. November 2024

„Der Schatten des Kaisers spukt in Europa.“
Valentin Tomberg, „Meditationen über die Großen Arcana des Taro“

„Die Zukunft Europas wird gerade von Norwegen sehr viel zu erwarten haben.“
Rudolf Steiner in Christiana (Oslo), Norwegen, am 16. Mai 1923 (GA 226)

I. Einführung

Diese 7. Ausgabe der Willehalm Institut Nachrichten ist eine erweiterte Übersetzung der 1. englischen Ausgabe der Willehalm Institute News (WIN) „POWERS TO THE PEOPLE -Towards the Acclamation of the First Emperor and Empress of Europe – A Social-Organic, Real-Life Mystery Play in Three Acts as a Contribution to the Celebration of the 750th  Birthday of the Imperial City of Amsterdam” vom 26. August, 2025. Hier auf diesem Blog sind auch die am 12. August 2025 erschienene 6. deutsche WIN-Ausgabe unter dem Titel „König Artus lagerte am Ufer der Birs“, sowie die 5. Deutsche WIN-Ausgabe „Widar, Are Thoresen und das neue Hellsehen“ vom 9. September 2024 und frühere WIN-Ausgaben zu lesen.

II. Wie es dazu kam.

Anlass für dieses Textes war das Treffen Mitte August der sieben wichtigsten Führer Europas, besser gesagt Politiker, darunter der Generalsekretär der NATO, mit Präsident Trump im Weißen Haus, bei dem sie völlig unfähig waren, sich gegen den "Kaiser Amerikas" zu behaupten und eine gerechte und dauerhafte Lösung des Grenzkonflikts im Ukraine auf den Tisch zu legen. Als Gegen-maßnahme habe ich online die Einführung zu meinem englischen Manifest „The Structural Basis for Peace Negotiations between Russland and Ukraine is Social Organics” zirkuliert, das erstmals 2023 bei einer Friedensdemonstration in Amsterdam vorgestellt wurde, mit einem Link zu meiner englischen Online-Publikation „Rudolf Steiner‘s Memoranda – Powers to the People”, die 2022 im Elisabeth-Vreedehaus in Den Haag vorgestellt wurde. Es umreißt die ersten vier Phasen des neuen Zivilisationsprinzips oder der Sozialorganik, die zwischen 1917 und 1923/24 vom Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861-1925), mit dem Motto „Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben“ eingeführt und weiterentwickelt wurde. Nur auf diesem fruchtbaren Boden, von Weisheit und Stärke durchdrungen, kann Europa sich zwischen Ost und West behaupten und aus dem Schatten des Kaisers hervortreten, dieses Europa, das durch die Selbstzerstörung Mitteleuropas durch seine drei größten Feinde Bismarck, Kaiser Wilhelm II. und Hitler selbst zerstört wurde. Dies hat der deutsche Philosoph/Anthroposoph Herbert Witzenmann (1905-1988) 1979 in seinem großartigen Eröffnungsvortrag „Über Trümmern Vertrauen“ der Tagung „Beiträge zur Weltlage“ in Arlesheim, Schweiz nicht nur dargestellt, sondern darüber hinaus angegeben, wie angesichts des seelisch-geistigen Trümmerfeldes Europas, die durch Rudolf Steiner begründete, neue Art der Welterfassung dazu berufen ist, der Materialismus zu überwinden und eine neue christliche Zivilisation der Mitte zu begründen. (Siehe dazu: “Herbert Witzenmann 1980 – Erweiterte Sondernummer der ‚Beiträge zur Weltlage‘ des Arbeitskreises zur geistgemäßen Durchdringung der Weltlage“ Nr. 55 vom 16 Februar, Dornach 1980, S.7.  Dieser  Arbeitskreis ist seither verschollen und das Helft nirgends, es sei denn antiquarisch, erhältlich.-  Siehe auch „ÜBER TRÜMMERN VERTRAUEN – Zum Wiedergewinn des realen Bodens worauf wir bauen können. Es handelte sich dabei um zwei begründete, aber nicht behandelte Anträge an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft im Goetheanum, Dornach vom März 2018, die symbolhaft illustriert wurden mit dem Bild eines eingestürzten Bunkers auf dem Isteiner Klotz, einem  markanten Bergrücken am Ufer der Rhein im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg, der als Teil der Siegfriedlinie am Ende des Zweiten Weltkrieges von den französischen Streitkräften gesprengt wurde. Die Konklusion der Anträge: „Die Befreiung des Goetheanum und die Re-etablierung der Anthroposophischen Gesellschaft“ gilt aber genauso im weiteren Sinne der Herausforderung um endlich ein sterbendes Europa von dem Schatten des Kaisers neue zu befreien und zu beleben und auf dem Trümmerfeld des alten Kontinents zunächst „Oasen der Menschlichkeit“ herzustellen, die einmal miteinander verbunden zu einem „Weltfriedensbund“ führen können. - Siehe dazu mein Willehalm Blog auf Holländisch: http://wereldvredesbond.blogspot.com, wo die Herkunft und Entwicklung der Idee der Oasen der Menschlichkeit von Rudolf Steiner und seinem Nachfolger als Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, dem Schweizer Dichter und Schriftsteller Albert Steffen und Herbert Witzenmann nachgegangen wird.  Siehe auch der Aufsatz „Oasen der Menschlichkeit“ vom letzteren  im Forum der Basler Zeitung vom 6. Oktober, 1984.) 

Daher ist es von größter Bedeutung, dass nach dem Vorbild der Großen Arkana III, der Kaiserin und IV, dem Kaiser aus dem Buch „Meditationen über die Großen Arcana das Taro ” (Verlag Anton Hain KG, Meisenheim am Glan, 1972) von Valentin Tomberg, dem „Autor aus dem Jenseits” – dessen Wunsch, anonym zu bleiben, nicht respektiert wurde – und geleitet von seinem Buch „Vom Völkerrecht zur Weltfriedensordnung” (Novalis Verlag, Steinberg-kirche-Neukirche, 2022), dass die neuen Positionen des Kaisers und der Kaiserin vom Europa geschaffen und besetzt werden, deren Mission mit Gottes Segen darin bestehen würde, das neue christliche Zivilisationsprinzip der Mitte einzuführen und damit die Europäischen Union als erweiterter Völkerbund des freien Menschen zu erneuern, die auf der Grundlage aktiver Neutralität als Vermittler zwischen Ost und West sich für die Herstellung von Weltfrieden und Gerechtigkeit einsetzen kann.

III. Es geschah am Widartag.

Im Folgenden werden nun die Ereignisse beschrieben, die mich dazu veranlasst haben, ein mögliches Verfahren zur Akklamation des ersten Kaisers und der ersten Kaiserin Europas festzulegen. Am 28. Juli, Maurice van der Toorn, ein schillernder, Marihuana rauchender Lebenskünstler und ehemaliger „Chippendale” aus Den Haag in den Niederlanden, auf seiner Facebook-Seite rief das niederländische Volk dazu auf, ihn angesichts der Parlamentswahlen im Oktober zum König zu krönen. Ich hatte Maurice zuvor schon mehrmals getroffen, unter anderem bei den Gedenkfeiern am 2. November letzten Jahres in Amsterdam zum Mord an dem niederländischen Filmemacher und „Enfant terrible” Theo van Gogh und am vergangen 6. Mai zum Mord an dem populären Politiker Pim Fortuyn im Media Park in Hilversum. (Maurice ist in einem langen schwarzen Mantel auf meinem, im Fußnote 3, angegeben YouTube-Kanal zu sehen in einer Video meiner Rede im Media Park in Hilversum, die sein Kameramann Danny gemacht hat. Das Bild oben zeigt den Verfasser dieser Synopse, wie er am 13. Februar vor einer Gruppe von Menschen im Kulturzentrum Antropia in Driebergen im Zentrum Hollands steht, um einen englischen Vortrag des anthroposophischen Autors und Therapeuten Are Thoresen aus Norwegen einzuleiten mit dem Titel „Christianizing the World as a Widar Impulse from Norway”.

Nun, um nicht in diesem Märchen hinterherzuhinken, schickte ich Maurice am Widartag, dem 20. August vor Tagesanbruch eine E-Mail über seinen Messenger: „Lieber Maurice, ich habe einen langen Kommentar zu deinem Facebook-Post vom 28. Juli geschrieben, in dem du die Menschen aufforderst, dich angesichts der Wahlen im Oktober zum König zu krönen, nicht weil du es willst, sondern weil es stattfinden kann. Inspiriert von der Aussage „Der Schatten des Kaisers spukt in Europa” aus dem Kapitel über den Kaiser von Valentin Tomberg in seinem Buch „Meditationen über die Großen Arcana des Taro” habe ich die Völker Europas aufgerufen, mich zum Kaiser zu krönen, wofür ich auch mein kaiserliches 'Wahlprogramm für Weltfrieden und Gerechtigkeit' mit weiteren Details auf meinem [niederländischen] Willehalm-Institut-Blog veröffentlicht habe. [Diese Version wurde inzwischen durch die Englische und dann die vorliegende ersetzt]. Dies widerspricht zwar der Ansicht von Valentin Tomberg, dass ein Kaiser Europas nur von Gott bestimmt werden kann, aber wer weiß, vielleicht ruht Gottes Segen doch darauf. Danke für Deine spielerische Kühnheit und Vision; ohne diese hätte ich diesen Schritt nicht machen können.”

Fünf Minuten später schrieb ich einen P.S.: „Das bedeutet, dass die Abteilung für Königliche Kunst des Willehalm-Instituts eine Art, ‚Kaiser von Europa-Projekt‘ initiieren sollte, da ich andere, die sich ebenfalls berufen fühlen, Kaiser von Europa zu werden, aufgefordert habe, sich zu melden. Dann sollte es eine Art ‚Olympische Spiele des Geistes‘ sein und kein politischer Zirkus, bei dem es darum geht, wer die besten Ideen und Qualifikationen hat, um mutig, heldenhaft und entschlossen aus dem spuckenden Schatten des Kaisers von Europa hervortreten kann. AMEN”

Maurice antwortete, dass er dies für etwas Besonderes halte und dass er einen Fahrradanhänger bauen wolle, um sich als Kaiser zu präsentieren, und fragte: „Woher wusstest Du das?”

Ja, das ist in der Tat seltsam”, antwortete ich, „denn ich hatte keine Ahnung, dass Du Dich zum Kaiser erklären wolltest (proklamieren wäre das bessere Wort). Es ist ein Fall von Synchronizität; es lag in der Luft. Also, willkommen als erster Gegenkandidat für das Kaisertum Europas. Das Rennen ist eröffnet!“

Maurice schloss mit einem Daumen-hoch-Emoji.

Was mir erst wenig später klar wurde, ist, dass diese synchronistischen Entwicklungen genau am „Widartag“ stattfanden, dem Tag, der laut Are Thoresen, basierend auf seiner Frage an Widar selbst, als Tag dessen Existenz in der Welt gefeiert werden kann, etwas was ich an diesem Tag mit einer kleinen Gruppe von Menschen in Nordholland tat, ebenso wie Are in Norwegen selbst, indem er einen weiteren Zoom-Vortrag der Chicagoer Gruppe „Threefold Mankind” auf English über die Bedeutung von Widar in unserer Zeit hielt. (Widar ist der Gott aus der nordischen Mythologie, bekannt als Sohn Odins, der den Fenriswolf tötete und der, laut Angaben von Rudolf Steiner in seinem Zyklus "Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologiein Oslo (damals bekannt als Christiana) im Jahr 1910 [GA 121] derzeit als Nachfolger von Michael der leitende Erzengel der Sonne ist, sowie die Volksseele Norwegens und sogar die des gesamten germanisch-nordischen Europas. Dies hat Are Thoresen durch seine, auf Amazon erhältlichen Bücher vermittelt, wie „Reisen auf dem nördlichen Einweihungsweg – Vidar und Balder, die drei Elementarreiche und die innere und äußere ätherische Welt”, „Vidar II – Lehren aus dem ‚äußeren‘ ätherischen Bereich: Eine persönliche Begegnung mit Vidar und seinen Lehren“ und  „Weitere Mitteilungen aus den Geistigen Welten“, womit die oben zitierte Prophezeiung von Rudolf Steiner in Erfüllung tritt, dass die Zukunft Europas insbesondere von Norwegen sehr viel zu erwarten hlat. Dies lässt mich vermuten, dass trotz der Aussage des christlichen Hermetikers Valentin Tomberg, der zwischen 1939 und 1944 in Amsterdam lebte und arbeitete, dass ein Kaiser Europas nur göttlich bestimmt sein kann, diese Synchronizitäten am Widartag möglicherweise nicht ganz ohne göttliche Vorsehung sind...).                 

Als Antwort auf eine kritische Frage des rumänischen Filmemachers und Freundes Adrian Buescu, wie diese neue Kaiserkrönung denn stattfinden könnte, habe ich nun den ursprünglichen Untertitel „Mein kaiserliches Wahlprogramm für Weltfrieden und Gerechtigkeit” in den heutigen Untertitel geändert und mitgeteilt, dass ich meine kurze „Kandidatur” für das neue Amt des Kaisers von Europa zurückgezogen und ein dreistufiges Verfahren skizziert habe, wie dieses Amt, zusammen mit dem der Kaiserin, besetzt werden könnte. Dieses Verfahren ist für seine Umsetzung nicht von meiner Person abhängig, sondern grundsätzlich auch ohne meine eigene Beteiligung möglich, falls mein fortgeschrittenes Alter und Gesundheit zu einem Hindernis werden sollte.

IV. Übersicht über dieses sozialorganisches Mysterienspiel

Der erste Akt besteht darin, dass in jedem europäischen Land ein König und eine Königin aufstehen und als Vertreter des Volkes anerkannt werden (mit König und Königin meine ich zunächst nichts anderes als Meister der neuen königlichen Kunst, d. h. der Sozialorganik). Wie in den einleitenden Worten dieser Synopse erwähnt, aber nun etwas ausführlicher behandelt, wurde dieses neue konstitutionelles Zivilisationsprinzip von Rudolf Steiner von 1917 bis 1919 als Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus inauguriert zur Verwirklichung der Idealen der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Es begann mit seinen zwei internen Memoranden an den Kabinetten des Kaisers Wilhelms des Zweiten der deutschen und des Kaisers Karls des Ersten  der österreichisch-ungarische Regierungen als ein mitteleuropäischer Initiative für einen gerechten und dauerhaften Frieden zur Beendigung des Ersten Weltkriegs. Als diese aber nicht aufgegriffen wurden, trat Rudolf Steiner in die Öffentlichkeit auf mit seinem Buch „Die Kernpunkte der sozialen Frage” (GA 23) und seinem Appell „ An das deutsche Volk und an die Kulturwelt”. Als auch dies nicht verstanden und umgesetzt wurde, führte er 1922 mit seinem Nationalökonomischer Kurs (GA 340) und Seminar (GA 341) zur Weltwirtschaft, nach eigener Worten, eine neue Form und Sprache der sozialen Dreigliederungsidee ein. Die vierte und zunächst letzte Phase dieser Entwicklung fand während der Weihnachtstagung 1923/24 in Dornach in der Schweiz statt, da Rudolf Steiner die Anthroposophische Gesellschaft auf der Grundlage einer dreigliedrigen sozialorganischen Verfassung neu gründete, die als bewegendes Beispiel dafür, wie dieses neue Zivilisationsprinzip zu verwirklicht werden sei, die modernste aller Gesellschaften sein sollte. (Auch dies wurde, trotz u.a. meiner Klärungsversuche in Wort und Schrift über viele Jahre hinweg nicht verstanden, geschweige denn verwirklicht. Siehe z.B.  mein Anliegen an die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach am 27. März 2021 unter dem Titel „Zur Wiederherstellung und Verwirklichung der Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft“ zu sehen auf meinen YouTube Kanal. Weitere Klärungsversuche sind zu finden auf http://Willehalm-Stiftung.blogspot.nl. Siehe auch in diesem Zusammenhang u.a. die Schrift „Prinzipien vs Statuten: Ein Verwirrspiel als Prüfstein der anthroposophischen Gesellschaft“ von Reto Andrea Savoldelli, Leiter des von Herbert Witzenmann 1972 in Arlesheim. Schweiz gegründetes „Seminar für Jugendarbeit, Kunst und Sozialorganik“, jetzt in Basel und "DAS KREUZ DER WEIHNACHSTAGUNG ALS RECHTSFORM DES NEUEN CHRISTENTUMS", mein Antrag an die ordentliche Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft vom 31.März bis 2.April 2023 am Goetheanum, Dornach. 

Diese vierstufige Entwicklung wurde anschließend vom Begründer des erweiterten Begriffs der Sozialorganik für die Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus Herbert Witzenmann weiter ausgearbeitet und vertieft. Dies lässt sich in seinen drei wegweisende, vom Gideon Spicker Verlag herausgegebene sozialorganischen Publikationen nachverfolgen, von denen nur eine, „Der gerechte Preis – Eine Grundfrage des sozialen Lebens”, vollständig als "The Just Price - World Economy as Social Organics" ins Englishe übersetzt wurde. Es handelt sich dabei um eine kongeniale  Einführung in Rudolf Steiners Kurs über die Weltwirtschaft, in der gezeigt wird, dass die zentrale Frage nach gerechten Preisen durch die Schaffung eines neuen produktiven, innerwirtschaftlichen Rechts durch die Bildung von Wirtschaftsverbänden, Assoziationen  von Produzenten, Händler und Konsumenten, gelöst werden kann. Weiter vertieft wird dies in seinem Manifest „KRISE UND ALTERNATIVE – Die Wurzel der Krise ist das Fortwirken bürgerlicher Besitzgesinnung“ in Witzenmanns Buch „Vom Urgrund der Menschlichkeit – Beiträge zu einer modernen Sozialgestaltung“ (Dornach, 2004), ins Englische übersetzt als „CRISIS AND ALTERNATIVE , wie in seinen Aufsätzen „Dynamische Geldfunktion – Ein sinnhaltiges Organisationskriterium zur Unterscheidung positiver und negativer Geldwirkungen“, ins Englische übersetzt als: “Dynamic Monetary Functions - A Sensible Criterion for Distinguishing Positive from Negative Effects of Money in Organizationsaus seiner Publikation „Geldordnung als Bewusstseinsfrage“ und „Die soziale Grundidee unserer Zeit“ ins Englische übersetzt als SOCIAL ORGANICS - Basic Guidelines For A New Earth Trusteeshipaus seiner Publikation „Sozialorganik – Ideen zu einer Neugestaltung der Wirtschaft”.

Wesentlich ergänzt werden diese Schriften durch seine vier, auch vom Gideon Spicker Verlag veröffentlichen  „Sozial-ästhetischen Studien“, von denen nur zwei ins Englische übersetzt wurden, nämlich „Die Prinzipien der AllgemeinenAnthroposophischen Gesellschaft als Lebensgrundlage und Schulungsweg”, übersetzt als "CHARTER OF HUMANITY – The Principles of the General Anthroposophical Society as a Basis of Life and Path of Schoolingund „Gestalten oder Verwalten – Rudolf Steiners Sozialorganik – Ein neues Zivilisationsprinzip”, übersetzt als: “TO CREATE OR TO ADMINISTRATE - Rudolf Steiner’s Social Organics: A New Principle of Civilization. In der letzteren wird sogar aufgezeigt, wie ein drohender Atomkrieg durch ein spirituelles Verfahren vermieden werden kann. Diese Studien werden durch ein Leitbild eingeleitet mit dem Titel „Die Schaffung einer Überwelt”, dem Reich der Seele zwischen der geistigen und der materiellen Welt, d. h. Gottes Reich der Freiheit und Liebe nicht auf, sondern in der Welt. In dem Text lesen wir: „Sozialästhetik ist die Wissenschaft der Zukunft, so wie Ästhetik im Allgemeinen die Zukunft der Wissenschaft ist. Eine Wissenschaft der Ästhetik muss die Zukunft unserer Zivilisation begründen, sofern unserer Zivilisation überhaupt eine Zukunft beschoren ist.“    

Eine erhebliche Erkenntnisaufgabe, hinsichtlich der Dreigliederung des sozialen, physischen, psychischen und geistigen Organismus besteht darin, sie durch die neue Lehren der übersinnlichen Widar-Schule von Are Thoresen  zu ergänzen, wonach sich mit dem raschen Aufkommen und der allgemeinen Akzeptanz der künstlichen Intelligenz KI die Dreigliederung in all diesen Bereichen zu einer Viergliederung entwickelt. Darum ist eben das richtige Verständnis und der mutige Einsatz dieser „Four Powers” oder vier Produktionsfaktoren des sozialen Organismus Natur, Arbeit, Kapital und jetzt KI von entscheidender Bedeutung für das Überleben der Menschheit, wie wir sie kennen, d.h. dass sie nicht nur einer Elite sondern dem Volk, ja der ganzen Menschheit zu Gute kommen. (Diese drei Produktionsfaktoren oder Mächten  bilden nach dem 1922 von Rudolf Steiner gegebenen Nationalökonomische Kurs den sozialen Organismus und wozu nun seit etwa 2019 als die 5. Entwicklungsphase der Sozialorganik die KI hinzugetreten ist. Dies zur Erklärung des Titels dieses Mysterienspiels, eine Variation auf das Lied "Power to the People" von John Lennon.)

Der zweite Akt besteht darin, eine Versammlung in einer europäischen Hauptstadt abzuhalten, vorzugsweise in der Kaiserstadt Amsterdam, der 1489 vom österreichischen Kaiser Maximilian das Recht gewährt wurde, die Kaiserkrone in ihrem Wappen zu führen, und deren aktuelles Motto „Heroisch, Entschlossen und Barmherzig“ 1946 von Königin Wilhelmina hinzugefügt wurde, wo die versammelten „Könige” und „Königinnen” Europas hinter verschlossenen Türen ein Ehepaar aus ihren Reihen zum Kaiser und zur Kaiserin Europas akklamieren.

Der dritte und letzte Akt besteht darin, dass in einer festlichen öffentlichen Versammlung als (verspäteter) Beitrag zur Feier des 750-jährigen Jubiläums von Amsterdam der erste Kaiser und die erste Kaiserin Europas mit der universellen Mission der Förderung und des Schutzes des neuen Erkenntnis-Christentum. (Wieso Christus und das neue Christentum, wie überhaupt das Geistige, des Schutzes bedarf, siehe: „Die Prinzipien Rudolf Steiners in ihrer spirituellen und sozialen Bedeutung“ von Herbert Witzenmann, kostenlos zu beziehen über https://www.das-seminar.ch/.) Dieses neue Christentum umfasst – wie Rudolf Steiner in seinen Vortragszyklen über die Bibel und andere religiöse Vorträge dargestellt hat – im Wesentlichen alle anderen großen Weltreligionen, und als dessen vorgesehenes Gefäß er während der vorhergenannten Weihnachtstagung 1923/24 in Dornach, Schweiz, die Anthroposophische Gesellschaft mit einer dreigliedrigen sozialorganischen Verfassung neu gründet hat. All dies wurde anschließend von Herbert Witzenmann weiterentwickelt und vertieft, unter anderem mit seinen 13 Kommentaren zu Rudolf Steiners Buch „Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums”, nur teilweise ins Englische übersetzt als “Christianity as Mystical Fact and the Mysteries of Antiquity”, und seinem magisch-idealistischen Aufsatz „Vorverkündigung künftiger Geistgemeinschaft bei Novalis”, übersetz als "CHRISTENDOM OR EUROPE: The Prenunciation Of Future Spiritual Community In The Work Of Novalis" aus dem Buch „Die Poesie als sozialorganische Kraft bei Novalis".

Dieses neue Christentum wurde wie auch von Valentin Tomberg vertieft u.a. mit seinen tiefgründigen, zweibändigen vom Achamoth Verlag in Schönach 1989 und 1991 herausgegeben Werk: „Anthroposophische Betrachtungen über das Alte Testament“ und „Anthroposophische Betrachtungen über das NeueTestament und die Apokalypse“, ins Holländische übersetzt 2014 in der Kapelle in Oud-Zuylen bei Utrecht und 2015 in der Bibliothek des Willehalm Instituts in Amsterdam in einer Vortragsreihe öffentlich präsentiert unter dem Titel „Die Rechristianisierung der Niederlande durch das neue Christentum“ und seitdem online zu lesen. Siehe auch sein 5-teiligen Aufsatz „Erkenntnis als Mysterium“ übersetzt als "Knowledge als Mysterium" aus seinem Buch "Aufbruch zur 6. Kulturepoche".  

Ebenso wird dieses Neochristentum weiterentwickelt in den Bücher der deutschen Anthroposophin Judith von Halle über das Neue Testament und in ihrem neuesten fünfbändigen, vom Rosenkreuzertum inspirierten, meditativen Werk mit dem Titel „Das Wort in den sieben Reichender Menschheitsentwicklung” (Verlag für Anthroposophie, Dornach 2022), wie auch fortgesetzt in den Werken von Are Thoresen, insbesondere in seinen neuesten Bücher „Die vier Wege” und "Die vier Pforten" (www. Amazon.de, 2025) durch seine Lehren von dem sogenannten „Kollegium der neun Hüter der Schwelle” im Dienste Michaels und überschattet von Christus.

Zusätzliches Material zur Wegzehrung dieses Trajekts und als Leitfaden für den neuen Adel des Geistes, der vom zukünftigen kaiserlichen Hof praktiziert und ausstrahlen soll, findet sich in dem Buch „Die Tugenden – 12 Monatsmeditationen” von Herbert Witzenmann, das 2013 im Rahmen einer Ausstellung der Texte über die Meditationen der 12 Monate mit den Illustrationen des niederländischen Malers Jan de Kok im Rathaus von Amsterdam in einer Niederländischen und Englischen Übersetzung präsentiert und ausgestellt wurde.

Nicht zu übersehen schließlich ist das Buch „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals” von Werner Greub in dessen Anhang der niederländischen Fassung „Willem van Oranje, Parzival ende Graal” (Verlag Willehalm Instituut, Amsterdam 2009) der Umwandlung von einer erblichen zu einer meritokratischen  Monarchie aufgezeigt wird, nach dem Vorbild von Parzival, der aus eigener Faust Gralskönig wurde und sogar den Gral „eroberte”, wie der Einsiedler Trevrizent voller Staunen ausrief und sagte: "groezer wunder selten ie geschah!"” (P. 799). (Siehe auch "Willehalm Institut Nachrichten Nr. 1" vom Mai 2002). 

V. Auf dem Weg zum Weltfrieden

Vorher wurde kurz auf die Idee der Weltfriedensbund der Oasen der Menschlichkeit eingegangen,  die zurückgeht auf Rudolf Steiner, Albert Steffen und Herbert Witzenmann. Dazu gehört naturgemäß die Idee der Weltfriedensordnung, für die wir dem Juristen Valentin Tomberg, dankbar sein können, der der Nachwelt sein Buch „Vom Völkerrecht zum Weltfriedensordnung – Die Problemgeschichte der Völkerrechtswissenschaft“ (Novalis Verlag, Stein-bergkirche-Neukirche, 2011) hinterlassen hat. Um einen ersten Eindruck von diesem Werk zu vermitteln, sei hier einen Auszug des Textes auf der Rückseite der englischen Übersetzung dieses Buches wiedergegeben:

„Valentin Tomberg greift das Thema seines früheren Werks ‚The Art of the Good: On the Regeneration of Fallen Justice‘ [ursprünglich  "Degeneration und Regeneration der Rechtswissenschaft" aus dem vom Achamoth 2018 herausgegeben Buch "Wer war Valentin Tomberg"] wieder auf, wonach die moderne Entwicklung des Rechts in seiner allmählichen Degeneration besteht. Ausgehend von Thomas von Aquins Rechtsauffassung sieht er an der Spitze des Rechtsgebäudes das ewige Recht, das sich in der Welt als göttliches Recht offenbart, da es selbst dem Naturrecht zugrunde liegt, das wiederum ein Gefühl für Recht und Gerechtigkeit als grundlegende Orientierung für das von den Menschen geschaffene positive Recht hervorruft. Tomberg beschränkt sich jedoch nicht darauf, seine These zu begründen, dass diese Stufen im Recht nicht mehr vorhanden sind, sondern bietet Perspektiven, wie dem von ihm so ausführlich diagnostizierten Degenerationsprozess durch eine Erneuerung des Rechts entgegengewirkt werden kann. Möge das Buch in Ihren Händen dazu beitragen, diese Herausforderung zu meistern!“

V. Konklusion

Ich habe in den vorangegangenen Seiten versucht das unglaubliche Reichtum an Ideen und Impulsen darzustellen, mit Hinweisen auf meine Englische und Holländische Übersetzungen, die als Grundlage für dieses Verfahren zur Festlegung und Besetzung des Amtes des ersten Kaisers und der ersten Kaiserin Europas dienen könnte. Dies in der inständigen Hoffnung, dass es einige Leser und Leserinnen gibt, die bereit sind, die notwendige Aufmerksamkeit aufzubringen, um dies zu verstehen und damit zur ersten Voraussetzung dafür beizutragen, dass dieses Mysterienspiel kein schönes Märchen bleibt, sondern eben Wirklichkeit wird. 

Die zweite Voraussetzung ist natürlich die Bereitschaft von Menschen und Institutionen, die notwendigen Zuschüsse für die Stiftung Verlag Willehalm Institut in Amsterdam bereitzustellen um diese hohe Ideal zu verwirklichen. Zu diesem Zweck habe ich mich zunächst dem Crowdfunding-Programm WhyDonate angeschlossen und bin offen für konstruktive Kritik, Ratschläge und Zusammenarbeit.  

Ich hoffe demnächst eine weiter ausgearbeitete Synopse dieses Mysterienspiels öffentlich zu präsentieren, vorzugsweise da wo das „Bed-in“ mit John Lennon und Yoko Ono 1969 stattfand im Hilton Hotel von Amsterdam, und begleitet von einem Band „Powers to the People“ mit mir als Sänger der eigenen Lieder, die ich unter dem Künstlernamen "Gypsy Scholarin den siebziger Jahre mit den Musiker der Bands von Van Morrison in Woodstock und von Neil Diamond in Los Angeles aufgenommen habe.  

Sunday, August 31, 2025

WILLEHALM INSTITUT NACHRICHTEN Nr. 6, den 12. August 2025 : König Artus lagerte am Ufer der Birs in Dornach-Arlesheim.

Vorwort

Diese 6. Ausgabe der Willehalm Institut Nachrichten (WIN) wurde verfasst anlässlich des zweiten Besuches von Are Thoresen aus Norwegen vom 15. bis 20. September an das Dreieckland um Basel, wovon das Gesamtprogramm auf der Rückseite zu lesen ist mit Auskunft, wo und wie man sich für die Veranstaltungen und Aktivitäten anmelden kann. Der Text ist eine Erweiterung des kurzen Artikels der unter dem Titel „König Artus lagerte am Ufer der Birs“ am 7. August im Wochenblatt für das Birseck & Dorneck publiziert wurde. Die vorige Ausgabe der WIN erschien am 12. September 2024 als eine Sondernummer unter dem Titel „Widar, Are Thoresen und das neue Hellsehen“ im Zusammenhang mit der vom Willehalm Institut organisierten, vom 17. bis 21.September in Dornach stattgefundenen Widar- und Michael-Tagung mit Are Thoresen. Auf diesem Blog ist auch die 4. WIN-Ausgabe zu lesen mit den zugehörigen Links, eine Kurzbiographie und Bibliographie von dem Boten aus Norwegen. Zudem enthält sie eine erste Replik zum negativen Kommentar vom Redaktor Roland Tüscher des „Ein Nachrichtenblatt“ Nr. 18 vom 8. September 2024 zum Werk von Are Thoresen. Die am 1. August gestellte Frage an Tüscher, ob er bereit wäre wiederum ein Inserat für die kommende Tagung aufzunehmen wurde bis jetzt nicht beantwortet.

I. Die Lage der Drei Blutstropfen Szene

König Artus lagerte mit seinen zwölf Rittern der Tafelrunde im 9. Jahrhundert am Ufer der Birs in Dornach/Arlesheim, nicht weit weg von dem Ort, wo Parzival, völlig versunken im Anblick der drei roten Blutstropfen im Schnee, durch den norwegischen Artusritter Gawan wieder zum Bewusstsein seiner Selbst gebracht und zum in der Nähe befindlichen Lager des Königs Artus geführt wurde.

Dies ist nicht nur zu lesen in dem Buch „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals“ von Werner Greub[i], sondern auch im Buch „Unser Leben ist geheimnisvoll nach Maß und Zahl geordnet: Die Gralsgeschichte im Lichte dieser Ordnung“ von Kurt Jauch[ii] und wurde zudem von dem Autor Are Thoresen an Ort und Stelle dank seiner Einsicht in die Akasha-Chronik bestätigt. Dies geschah, nachdem Thoresen am Ende seiner ersten Dornacher Michael & Widar-Tagung im vorigen Jahr[iii] mit einer kleinen Gruppe das rechte Ufer der Birs besuchte und dort – etwa 200 Meter nördlich der alten Römischen Brücke – den Ort der drei Blutstropfen genau identifizieren konnte. Wenn dies so ist, dann befand sich auch das Lager von König Artus in Dornach/Arlesheim.       

Darüber hinaus ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang der Gralsforschung Werner Greubs auf der Grundlage des Mittel-Hochdeutschen Originaltexts des „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach, dass das Jagdschlosses Karminal von König Artus sich dort befand, wo jetzt die Ruine Dorneck liegt (oben im Bild der römischen Brücke über der Birs zu sehen als Schloss Dorneck). Ja, sogar die lokale Bezeichnung „Dornach“ für das mittelhochdeutsche Wort „dornbusch“ wird von Wolfram von Eschenbach in seinem „Parzival“ benützt im Zusammenhang mit dem streitlustigen König Segramors aus dem Lager von König Artus. Der (nahe) Rhein sei nirgends so breit, dass er nicht hinüberschwimmen würde, um in Kampf mit einem Gegner zu treten, heißt es da (P. 285, Reclam Ed.). Dagegen warnt ihn König Artus, „Wir nähern uns jetzt dem Heer des Anfortas, das von Munsalvaesche ausreitet und den Grenzwald verteidigt. Da wir die Lage der Burg nicht kennen, können wir leicht in große Schwierigkeiten geraten.“ (P. 286) Nach der Forschung Greubs lag die Gralsburg „Munsalvaesche“, die geschützt wurde von den „Templeisen“ (nicht zu verwechseln mit den Tempelrittern aus dem 12. und 13. Jahrhundert) östlich der Arlesheimer Ermitage auf der halben Höhe des Berges Hornichopf. Hier nun wirft sich Parzival am Ende seines Leidensweges von der „Tumpheit“ durch den „Zwivel“ zur „Saelde“ am Pfingstsamstag, den 12. Mai 848, „zu Ehren der heiligen Dreieinigkeit vor dem Gral auf die Knie und betet um Hilfe für die Herzensnot des schwergeprüften Anfortas“ (P. 795). Dies spielt sich ab unter dem Stern von Munsalvaesche –  einer Wiederholung des Sterns von Bethlehem – inmitten der Gralsgemeinschaft und im Beisein seiner Frau Condwiramur, seines Sohns Lohengrin, seines arabischen Halbbruders Feirefiz und der arabischen Wahrsagerin Cundrie. Dann stellt er die Frage „Oheim, was fehlt Dir“, wodurch Anfortas durch die Christuskraft geheilt und Parzival zum König und Herrscher des Grals erhoben wird. Als der Einsiedler Trevrizent, der Bruder von Amfortas, der in der jetzt Tod-und-Auferstehung oder Proserpina genannten Grotte in der Arlesheim Ermitage wohnt, dies vernimmt, empfindet er es als derart unglaublich, dass er verwundert ausruft „Nie ist ein größeres Wunder geschehen! Ihr habt Gottes allmächtiger Dreieinigkeit die Erfüllung Eurer Willens abgetrotzt […] Es ist noch nie geschehen, dass jemand den Gral mit Gewalt errungen hätte, und ich wollte Euch gern von diesem Vorsatz abbringen. Nun aber ist alles anders gekommen. Ihr habt ein unermesslich großes Gut errungen, doch vergesst dabei nicht, demütig zu sein!“ (P. 798)

Bevor wir nun auf die Bedeutung eingehen, die Are Thoresen in seinem Buch „Reisen auf dem Nördlichen Einweihungsweg – Vidar und Balder, die drei Elementarreiche und die innere und äußere Welt“ der Szene der drei roten Blutstropfen im Schnee zumisst für den dreistufigen Entwicklungsweg von Parzival, wollen wir erst die naheliegende Frage beantworten, wieso Werner Greub das Lager von König Artus am Ufer der Birs („Plimizoel“ bei Wolfram) in der Schweiz lokalisiert, denn König Artus war, wie doch jeder meint zu wissen, zu Hause in England, Wales oder Westfrankreich. Dazu wird eine Passage über die Artus-Tradition aus dem Buch von Werner Greub wiedergeben (auf. S. 291), die anknüpft an die Aussagen von Rudolf Steiner, dass es nicht nur einen, sondern mehrere König Artus (wie auch mehrere Gralsburgen) gab:

"Die Artus-Tradition ging über Jahrhunderte. Der Träger der Tradition nahm immer den Namen Artus an. Es gab wirklich einmal einen Artus in Nantes. Der Artus von Nantes an der Loire ist aber ein anderer Artus als der Artus van Nantes im Jura. Wenn Nantes an der Loire einmal Artus-Sitz gewesen ist, dann musste es im Land Bertâne, welches damals mit der heutigen Bretagne identisch war, auch einen Wald Brizljân gegeben haben. Wir haben im Bericht Kyot-Willehalm auseinandergesetzt, dass es schon vor Christi Geburt und von da an bis in die Zeit, von welcher Wolfram berichtet, immer Artus-Ritter gegeben hat, welche die Artus-Tradition pflegten. Irgendwo in Westeuropa gab es in jedem Jahrhundert einen König Artus als Traditionsträger und zwölf Artusritter mit den traditionellen Namen. Der Ort, in welchem Artus dicke sass [des Öfteren war], hieß immer Nantes, und das Jagdhaus Karminal befand sich immer in einem Wald, dem der Name Brizljân gegeben wurde. Diese Namen gingen da und dort in Allgemeinenbesitz der Bewohner der Gegend über und erhielten sich als geographische Namen bis in unsere Zeit. Dies ist in Nantes an der Loire der Fall gewesen, wo der sogenannte historische Artus des 5. Jahrhundert gelebt haben kann, und dies ist wohl auch in Nantua zu jener Zeit geschehen, in welche der nicht weniger historische Artus lebte, von welchem uns Wolfram von Eschenbach berichtet. Der Name Nantua weist deutlich auf eine ehemalige Artus-Hauptstadt hin. Wir müssen diese Artus-Stadt als Artus-Sitz des 9. Jahrhunderts bezeichnen, weil sich die Angaben Wolframs deutlich auf diese Stadt Nantua im Jura und durchaus nicht auf Nantes an der Loire bezeichnen. Wir suchen bei Wolfram von Eschenbach absichtlich nicht irgendeine der vielen Artus-Landschaften der ersten neuen Jahrhunderte, weil Wolfram von Eschenbach nur diese eine, ganz konkrete Landschaft beschreibt."

II. Die Bedeutung der drei Blutstropfen-Szene

Im „Anhang – Der Nördliche Pfad in der Geschichte“ seines obengenannten Buches gibt Are Thoresen einige historische Beispiele aus der Weltliteratur. Er leitet diesen Anhang wie folgt ein (auf S. 208):

"Dieses Buch basiert auf meinen eigenen Erfahrungen beim Praktizieren des Nordischen Einweihungsweges, der Nordischen Tradition, der ich angehöre sowie der Anthroposophie Rudolf Steiners. So spreche ich im Allgemeinen von der Schwelle, den drei Elementarbereichen und der ätherischen Welt, darüber hinaus, sowohl von der „inneren“ ätherischen Welt als auch der „äußeren“ ätherischen Welt und in einem nordischen und europäischen Kontext sowie natürlich in anthroposophischen Konzepten. In diesem Anhang möchte ich auf einige historische Quellen und Assoziationen eingehen, die mit diesem Weg verbunden sind, so wie ich dies verstehe."

Nachdem er Beispiele angeführt and kommentiert hat aus der Völuspá, altnordisch für „Weissagung der Seherin“, dem ersten und bekanntesten Gedicht der poetischen Edda, welche die Geschichte von der Erschaffung der Welt und ihrem bevorstehende Ende erzählt, und aus der Kalevala, einem epischen Gedicht aus dem 19. Jahrhundert, das als Nationalepos Kareliens und Finnlands gilt, leitet er die Szene über die drei Blutstropfen aus dem Parzival wie folgt ein:[iv]

"Artus ist van seiner Burg Karidol [in Nantua] aus auf die Suche nach dem Roten Ritter (Parzival) geritten, der ihn vor Ither verschont hat. Er will ihn zu einem Ritter machen. Es ist ein verschneiter Maitag (von mir [= AT] hervorgehoben). Parzival sieht auf einem Feld bei Joflanze[v], neben dem Fluss Plimizöl [d.h. der Birs], Blutstopfen im reinen weißen Schnee (von einer Gans, die von Artus‘ Falken angegriffen wurde) und fühlt sich an seine Geliebte Condwiramurs erinnert. Er starrt auf die roten Blutstropfen im weißen Schnee und 'versenkt' sich in dieser und 'verschmilzt' mit ihnen. Er ist ein wenig weltvergessen und sieht und hört nichts anders als das Rot im weißen Schnee. Während er so [auf seinem Pferd] dasitzt, hebt er unbewusst seine Lanze, ohne daran zu denken, dass dies ein Zeichen des Kampfes ist. So gibt Parzival der Welt ein Zeichen, dass er zum Kampf bereit ist. So dasitzend, ganz in die geistige Welt eingetaucht, die Schwelle zur Elementarwelt überschritten, erscheinen drei Gegner (die drei gegnerische Kräfte). Ein Knappe von Cunneware begegnet ihm und ruft aus. Der rücksichtlose Segramors kommt und will gegen Parzival kämpfen. Er reitet mit erhobener Lanze gegen ihn, aber kurz bevor er ihn trifft, 'erwacht' Parzival und schlägt ihn nieder. Segramors greift an, verliert aber. Parzival kehrt in seinem meditativen Zustand zurück und ist immer noch in Gedanken an die Liebe versunken. Daraufhin fordert [Marschall] Keie ihn heraus, verliert den Kampf aber auch. Gawan[vi] reitet hinaus, deckt die Blutstropfen zu, damit Parzival wieder zu sich kommt, und begleitet Parzival zu Artus‘ Lager, wo er ihm von Gawans Vater Lot erzählt. Parzival ist der Waleis, 'die Blume aller Menschen', immer noch bartlos und von strahlender Schönheit. Cunneware heißt ihn willkommen und freut sich, dass Parzival das Unrecht gerächt hat, das Keie ihr angetan hat. Parzival wird gesäubert und gekleidet, trifft Artus und wird zum Ritter der Tafelrunde ernannt. Ginover schließt sich ihnen an und verzeiht Parzival den Mord an Ither. Dann reist Parzival weiter und findet am Ende den Weg zurück zum Gralsburg. Doch ohne dieses zentrale Erlebnis wäre seine Reise unmöglich gewesen." (S. 222-223)

Are Thoresen interpretiert dies nun wie folgt:

"Die ganze Geschichte von Parzival ist eng mit dem Nördlichen Strom der Initiation verbunden und weist enge Parallelen zur Erzählung der Völuspá und dem Kalevala aus. Zunächst wandert Parzival durch die externe Welt; macht seine Fehler, weiß aber dennoch dass er auf der Suche nach dem geistigen Leben ist. Dann, an einem Maitag, sieht er im Schnee die drei roten Blutstropen und versenkt sich in sie hinein oder verschmilzt mit ihnen. Indem er sich in diese rote Farbe der Natur hinein versenkt, betritt er den elementarischen Bereich der Existenz, und sofort erscheinen drei Männer auf Pferden in Form von drei Rittern (die drei Bereiche der elementarische Welt), die ihn herausfordern, während er auf seinem Pferd sitzt und seine Lanze in die Luft hält – ein bestimmtes Zeichnen in jenen Tagen, dass man zum Kampf herausgefordert wurde. Er siegt über alle drei Gegner. Dann ist der Weg zur Gralsburg wieder offen (die äußere ätherische Welt), und er kann seine Suche nach dem Gral fortsetzen (Christus in der äußeren Welt zu finden)." (S. 223-224)

III. Zum Gesamtprogramm der kommenden Tagung im Dreieckland

Für den Abendvortrag „Die Vier Pfade und Tore zu den geistigen Welten“ von Are Thoresen am 15. September in Lörrach und sein dreitätiges Seminar „Wir fanden einen Pfad –  vier Möglichkeiten, die geistigen Welten zu betreten“ in Dornach kann man sich am besten vorbereiten durch Studium seiner zwei letzten Bücher „Die Vier Tore“ und „Die Vier Wege“[vii]. Denn in diesen werden nicht drei Wege zu den Porten in die geistige Welten beschrieben, wie in seiner früheren Widar-Trilogie mit besonderer Berücksichtigung des Nordischen Einweihungswegs, sondern deren vier mit den entsprechenden Hütern der Schwelle, die einem als ein Kollegium der Neun im Dienst von Michael Aufschlüsse vermitteln und Rat erteilen können. Zudem werden die Methodiken und Übungswege beschrieben, die zu den geistigen Welten führen.[viii]

In der PowerPoint Präsentation „Die Parzival Revolution – Wolfram von Eschenbach als Historiker“ werde ich nach vermögen versuchen, die oben ausgemachten Indizien über den Ort der drei Blutstropfen, der Gralsburg Munsalvaesche und der Anti-Gralsburg „Schastel merveil“ im Gesamtzusammenhang der Grals- und Wolframs-forschungen von Werner Greub einzuordnen. Dies kann auch als eine Vorbereitung gelten für den Besuch am nächsten Tag an der Gralsstätte in der Arlesheimer Ermitage. 

Ankündigung des Willehalm Instituts 

Gesamtprogramm der Veranstaltungen und Aktivitäten von

Are Thoresen und Robert Kelder vom 15. bis 20. September 2025  

1. Die Vier Pfade und Tore zu den geistigen Welten“. Abendvortrag von Are Thoresen am 15. September von 19:30 bis 21:30 Uhr in der Kulturwerkstatt in Lörrach bei Basel. Freiwilliger Beitrag (Richtbetrag €15). Anmeldung und Auskunft: kulturwerkstatt@gmx.de;

2. „Wir fanden einen Pfad –  vier Möglichkeiten, die geistigen Welten zu betreten“ 

Dreitägiges Seminar mit Are Thoresen am 16. 17. und 18. September von 10 bis 18 Uhr im großen Saal der Akademie für anthroposophische Pädagogik, Rüchti-Weg 5, CH-4143 Dornach. Eintritt: 150 CHF/Euro, pro Tag: 60 CHF/Euro. (Mittagessen am Speisehaus oder im Goetheanum ist möglich auf eigene Kosten);

3. Therapeutische Behandlungen durch die Mittel-Methode von Are Thoresen am 19. September von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr in Arlesheim. Kosten: 70 CHF/Euro für einzelne und 50 CHF/Euro für kollektive Behandlungen;

4. Die Parzival Revolution – Wolfram von Eschenbach als Historiker“, PowerPoint Präsentation von Robert Kelder auf Grundlage des Buches von Werner Greub „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit des Grals“ mit Bezügen zum Werk von Are Thoresen und Norwegen am 19. September von 17 bis 19 Uhr im Weidhof Café im Schloss Birseck, Arlesheim. Eintritt 20 CHF/Euro (inklusive Tee oder Kaffee);

5. Besuch an der Gralsstätte in der Arlesheimer Ermitage bis zur ehemaligen Lage der Gralsburg Munsalvaesche auf dem Hornichopf und des Hofs Soltane von Herzeloyde, wo Parzival aufgewachsen ist. Am 20. September von 9 bis 18 Uhr. Sammelplatz Museum Trotte, Ermitagestrasse 19, Arlesheim. Im Beitrag von 60 CHF/Euro ist ein Mittagessen mit Gemüsesuppe und Vollkornbrot im Restaurant Schönmatt (ohne Getränke) enthalten.

Hinweis: Anmeldung für die Veranstaltungen 2 bis 5 ist verpflichtend. Wenn man sich bei Theo Georgiades, contact@christall.nl anmeldet für die gewünschte Teilnahme, erhält man weitere Auskunft zugesandt, auch wie bezahlt werden kann. Bei Veranstaltung 2 ist Barzahlung an der Türe möglich, falls genügend Platz vorhanden ist. Bei Veranstaltung 4 ist Platz für etwa 40 Teilnehmer; bei der Führung durch die Eremitage mit u.a. Robert Kelder ist das Maximum etwa 20; wegen dem Gelände nicht geeignet für ältere Leute; Bergschuhe und Wanderstock sind empfohlen. Alle Bücher von Are Thoresen, wie „Die vier Wege“, „Die vier Tore“, „Die vergessenen Mysterien von Atlantas“, „5000 Jahre des Betrugs:  Der Gelbe Kaiser enthüllt“ und „Akupunktur und Translokation – ein „übersehener Aspekt der Medizin, des Lebens und der Spiritualität“ sind erhältlich bei Amazon.de.

Für das Gesamtprogramm zeichnet Robert Kelder, Direktor des Willehalm Instituts verantwortlich (email: willehalm@gmail.com, mit Dank an Björn Steiert vom Kulturwerkstatt, Lörrach für seine Mitwirkung. (Änderungen vorbehalten)  

   


[i] Werner Greub „Wolfram von Eschenbach und die Wirklichkeit der Grals“ (Herausgegeben vom Goetheanum, Dornach 1974)

[iv] In einer Fußnote schreibt Thoresen: “Ich danke Michael McGoodwin für diese Zusammenfassung (www.mcgoodwin.net), auf der dieser Text basiert.“

[v] Dies ist nicht ganz richtig, denn König Artus lagert auch einmal auf einem Feld bei Joflanze, aber nicht am Ufer der Plimozoel, d. h. der Birs, sondern am linken Ufer des Rheins etwas nördlich von Basel im Elsass (das Wort ‚Joflanze‘ ist abgeleitet vom Schofland = Schafland, was auch faktisch stimmt). Nachdem wir mit Are den Ort der drei Blutstropfen besucht hatten, besuchten wir auch den Isteiner Klotz, nicht weit weg am rechter Ufer des Rheins in Deutschland, wo Werner Greub aus guten Gründen in seinem Buch die Anti-Gralsburg „Schastel merveil“ des schwarzen Magiers Klingsor lokalisiert hat, die eben nicht, wie manche, sich berufend auf Rudolf Steiner, behaupten identisch sei mit Klingsors Sitz „Kaltabelota“ in Sizilien. An diesem Ort hat Are einen riesigen asurischen Dämon wahrgenommen.  

[vi] Gawan stammt aus Norwegen, Sohn von König Lot und Sangive, und passt somit sehr gut in diese Beschreibung des nördlichen Initiationsweges. (Fußnote von AT)

[vii] Im in diesem Buch zu findenden Kapitel „Der vierte Weg führt zum vierten Tor, dem Tor des Lichts (und der Liebe)“ beschreibt Are u.a. seine übersinnlichen Erfahrungen auf seiner mehrtätigen Wanderung in den Fußspuren von Moses und den 12 Stammen Israels auf ihrem Exodus aus Ägypten durch die Sinai-Wuste. Da, wo es am Ende dieser Beschreibung heißt: „Nach weiteren neun Tagen auf diesem Weg, überquerte ich die Grenz nach Zion“ (S. 118) hat Are, anlässlich eines Besuches von Freund Theo Georgiades und mir bei ihm in Norwegen Anfang Juni, Folgendes zugefügt: „In diesem Zusammenhang ist es sehr interessant, dass nun drei Bücher erschienen sind, eines mit dem Titel ‚Mysteries of the Baltic Sea‘ (Geheimnisse der Ostsee), das andere ‚Nederland, het meest mysterieuze land aller tijden‘ (Niederlande, das geheimnisvollste Land aller Zeiten, nur in niederländischer Sprache) und das letzte Buch mit dem Titel „Mysteries in Nederland ontrafeld” (Geheimnisse in den Niederlanden entschlüsselt, auch nur in niederländischer Sprache). Alle diese Bücher behaupten, dass die Reisen von Moses und Odysseus aufgrund der Namen der Gebiete entweder in der Ostseeregion oder in den Niederlanden stattfanden. Dies zeigt zumindest mir, dass sich diese kosmischen Muster, die von Odysseus, Moses und Christus geschaffen wurden, in den Mustern jeder Region oder jedes Landes widerspiegeln, insbesondere in den Namen von Flüssen, Bergen oder anderen geografischen Strukturen.“

[viii] Näheres befindet sich im Buch „Fading und Merging“.